Gerichtliches Tauziehen endet mit Vergleich
400-Quadratmeter-Halle darf gebaut werden

Sassenberg -

Er darf seine Halle bauen: zwar keine 500, sondern nur 400 Quadratmeter Fläche, aber Nebenerwerbslandwirt Hubert Merten ist froh, dass ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Bauamt des Kreises Warendorf endlich vom Tisch ist.

Mittwoch, 05.02.2020, 12:22 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 12:54 Uhr

Hinter verschlossenen Türen des Verwaltungsgerichtes in Münster endete am Dienstagnachmittag ein inzwischen fast zweijähriger Streit zwischen dem Rechtsanwalt, Notar und Nebenerwerbslandwirt Hubert Merten aus dem niedersächsischen Bad Laer und dem Kreis Warendorf. Zähneknirschend willigte der Kläger Merten in den Vergleich ein. Er darf nun eine Scheune mit 400 Quadratmeter Fläche errichten.

„Ich hatte keine andere Chancen – ich musste zustimmen, wenn ich bauen will“, erklärte Hubert Merten nach der rund 150 Minuten dauernden Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Münster: „Wäre ich in die zweite Instanz gegangen, hätte es bis zum Urteil noch drei Jahre gedauert.“

1997 hatte Merten von seinem Onkel den Hof in Füchtorf geerbt. Gemeinsam mit seinem erwachsenen Sohn, der ebenso wie der Vater begeisterter Landwirt ist, bewirtschafteten sie den inzwischen 23,5 Hektar großen Hof im Nebenerwerb. Im April 2018 stellte Hubert Merten beim Bauamt des Kreises Warendorf einen Neubauantrag. Er wollte eine 504 Quadratmeter umfassende Lager- und Gerätehalle auf seinem Grundstück errichten.

„Seit dem Antrag ging es dem Kreis Warendorf nur darum, Herrn Merten Steine in den Weg zu legen“, erklärte nach dem Termin Rechtsanwalt Birk Wachtarczyk, der seinen Kollegen und Chef vor der Einzelrichterin der 2. Kammer des Verwaltungsgerichts vertrat.

Im vergangenen Jahr, mehr als ein Jahr nach dem Bauantrag, über den noch immer nicht entschieden war, hatte Hubert Merten eine Untätigkeitsklage gegen den Kreis Warendorf angestrengt. Diese Klage, auch wenn sie gestern nicht Gegenstand des nicht öffentlichen Erörterungstermins vor der Kammer war, brachte aber zumindest Bewegung in die Angelegenheit.

Bewegung gab es auf Seiten des Klägers sowieso genügend, was ihm vom Kreis eher negativ angerechnet wurde. Da bei Mertens in dem ehemaligen Wohngebäude seiner Tante inzwischen Arbeitnehmer wohnen, war Bauamtsleiter Sigurd Peitz davon überzeugt, dass „die landwirtschaftliche Nutzung nur noch untergeordnet“ sei. Somit auch eine neue Scheune nicht nötig sei.

Merten expandiert im Nebenerwerb allerdings kräftig. Den ursprünglich 12,3 Hektar vergrößerte er in den vergangenen Jahren auf 23,5 Hektar. Jüngst kaufte der nebenberufliche Landwirt weitere 10,5 Hektar hinzu. Der Kreis ließ sich aber nicht beeindrucken und wollte lediglich einer Halle mit 300 Quadratmetern zustimmen. Dienstag einigten sich die Kontrahenten auf einen 400 Quadratmeter großen Neubau auf Mertens Hof.

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