Kommentar zu Heimplätzen für Behinderte
LWL speist Eltern dreist und rücksichtslos ab

Kreis Warendorf -

Der Sozialdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Matthias Münning weist Vorwürfe zurück, wonach der LWL Schwerbehinderte und ihre Familien im Stich lässt. Doch die Ausführungen des LWL stimmen so nicht. Ein Kommentar.

Montag, 10.02.2020, 14:44 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 17:34 Uhr
Wohnheimplätze für Schwerbehinderte sind schwer zu finden. Im Kreis Warendorf stehen 100 Betroffene auf Wartelisten.
Wohnheimplätze für Schwerbehinderte sind schwer zu finden. Im Kreis Warendorf stehen 100 Betroffene auf Wartelisten. Foto: dpa

Angeblich sollen 63 neue Heimplätze im Kreis Warendorf entstehen. Mit diesem Versprechen wartet LWL-Sozialdezernent Matthias Münning auf. Doch die Zahl stimmt so nicht. Zwar wandelt der Landschaftsverband tatsächlich Plätze um – aber für Schwerstmehrfachbehinderte werden keine zusätzlichen Angebote geschaffen.

Schließlich müssen freie Träger, die ein neues Heim bauen, die dort entstehenden Plätze an anderen Standorten wieder abbauen. Deswegen kann keine Rede davon sein, dass es bei Heimplätzen für Menschen mit schweren Behinderungen zu einer Ausweitung des Angebotes kommt. Nicht umsonst stehen mehr als 100 Menschen im Kreis Warendorf auf Wartelisten. Sie hoffen zum Teil schon seit Jahren auf einen Heimplatz. Dass der Landschaftsverband die Eltern mit dem Hinweis abspeist, innerhalb der nächsten drei Jahre eine neue Bedarfsabfrage zu machen, ist dreist und rücksichtlos.

Falsch ist auch die Darstellung, dass Claudia Elkmann ihren schwerstmehrfachbehinderten Sohn nun in ihrer Wunscheinrichtung unterbringen kann. Gewünscht wurde ein Heim in Sassenberg. Die Mutter hofft nun, einen Platz in dem neu geplanten Wohnheim der Caritas in Freckenhorst zu erhalten. Das dauert allerdings noch. Denn im Moment liegt nicht einmal die Baugenehmigung für dieses Projekt vor.

Zumindest auf Kreisebene bewegt sich aber inzwischen etwas. Astrid Birkhahn, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, will die fehlenden Heimplätze im Sozialausschuss zum Thema machen. Das ist gut. Die Schwerstmehrfachbehinderten brauchen mehr Heimplätze. Es ist ungeheuerlich, dass sie im Stich gelassen werden.

Kommentar: Dreist und rücksichtslos

LWL-Sozialdezernent Matthias Münning nimmt Stellung zum Bericht vom 7. Februar über Heimplätze für Behinderte. Wörtlich heißt es: „Der Sohn von Frau Elkmann hat die Zusage für einen Platz in der von ihr gewünschten Einrichtung. Auch lassen weder der LWL noch ‚die Politik‘ Menschen mit Behinderung im Stich, denn derzeit entstehen 63 neue Plätze im Kreis Warendorf. Die Behauptung, Plätze seien gedeckelt, trifft nicht zu. Es gibt im Kreis ein gutes Angebot, dieses soll weiter ausgebaut werden. Der schwerstmehrfachbehinderte Sohn von Frau Elkmann erhält LWL-Hilfe in einer Werkstatt für behinderte Menschen und im Rahmen von Kurzzeitbetreuungen. Das Ziel, von zu Hause auszuziehen und durch professionelle Unterstützung betreut zu wohnen, unterstützen wir. Es kann also keine Rede davon sein, dass im Kreis Warendorf keine zusätzlichen Angebote geschaffen werden, weil das günstiger für den LWL sei. Der LWL steht im intensiven Kontakt mit Anbietern der Leistungen. Ohne sie wird es nicht gelingen, ein ortsnahes bedarfsgerechtes Angebot zu entwickeln.“

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