Nachhaltig einkaufen
Plastik einen Korb geben

Füchtorf -

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Gerade bei Lebensmitteln ist es oft möglich, beim Kauf darauf zu achten, dass möglichst kein Plastik verwendet wird.

Mittwoch, 12.02.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 06:20 Uhr
Margret Möllmann, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes, kauft gerne in „Hannas kleinem Laden“ in Füchtorf ein. An der Kasse steht Maria-Theresia Höllmann, eine der fünf Schwestern, die das Unternehmen gemeinsam führen.
Margret Möllmann, Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes, kauft gerne in „Hannas kleinem Laden“ in Füchtorf ein. An der Kasse steht Maria-Theresia Höllmann, eine der fünf Schwestern, die das Unternehmen gemeinsam führen. Foto: Beate Kopmann

Nein, ganz auf Plastik verzichten, das schafft Margret Möllmann (noch) nicht. Dabei gehört die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes zu den Unterstützerinnen der Aktion „Gib Plastik einen Korb“. Zwei kleine Dinge könnten aber viel verändern und als erster Schritt ein guter Beitrag zum Klimaschutz sein, verrät Möllmann: „Ich habe beim Einkaufen immer meinen Korb und auch ein Obst- und Gemüsenetz dabei.“

Niemand muss in den Wintermonaten Heidelbeeren aus Peru oder Chile kaufen.

Margret Möllmann

Damit komme man normalerweise selbst im Supermarkt gut klar. Allerdings nicht immer. „Neulich gab es nur abgepackte Möhren, aber die nehme ich nicht mehr. Möhren lassen sich gut lose transportieren.“

Gerne kauft Möllmann in „Hannas kleinem Laden“ in Füchtorf ein. Das Angebot ist zwar nicht sehr groß, „aber hier bin ich sicher, dass ausschließlich regionale und saisonale Produkte verkauft werden.“ Denn zu dieser Jahreszeit sollte man keinen Spargel oder Bohnen essen, unterstreicht die Vorsitzende der Landfrauen. „Niemand muss in den Wintermonaten Heidelbeeren aus Peru oder Chile kaufen. Die Beeren sind als heimische Produkte von Juni bis September bei uns erhältlich. Und sonst kann man sie einfrieren und beispielsweise Marmelade kochen.“

Aber ganz konsequent sei sie selbst leider auch nicht, gibt die Füchtorferin zu. „Bei uns ist es vom Hof zum Haus schon ein sehr langer Weg.“ Und Mineralwasser in der Plastikflasche sei eben leichter zu transportieren als Glasflaschen. Doch sie achte darauf, möglichst nur Plastik zu nutzen, das dauerhaft benutzbar sei: Becher beispielsweise. Und beim Geschirrspülen verwende sie keine einzeln eingepackten Tabs mehr, sondern habe auf loses Pulver umgestellt, das zudem noch individueller dosiert werden kann.

Obst und Gemüse landen im Netz, das Margret Möllmann beim Einkaufen immer dabei hat.

Obst und Gemüse landen im Netz, das Margret Möllmann beim Einkaufen immer dabei hat.

„Mich ärgern diese ganzen „To-go-Geschichten“ – auch weil sie suggerierten, dass der Mensch ständig essen oder trinken müsse. Lebensmittel sollten aber nicht immer und überall verfügbar sein, findet Möllmann.

Auch wenn „Hannas kleiner Laden“ regionale Produkte verkauft, ein richtiger Bio-Laden ist es nicht. „Wir versuchen so wenig wir möglich zu spritzen“, erzählt Mitinhaberin Hanna Strotmeier. Die Füchtorferin arbeitet beim Saatguthersteller Nebelung in Everswinkel. Vor zehn Jahren kam sie auf die Idee, auf der Wiese hinter dem Elternhaus etwas auszuprobieren.

„Ich bin bei Nebelung für den Saatguteinkauf für Gemüse und für die Qualitätskontrolle zuständig“, berichtet sie. So fing sie an, auf rund 200 Quadratmetern in ihrem Garten in Füchtorf Gemüsesorten anzupflanzen, um diese zu testen – in Absprache mit ihren vier Schwestern, die alle in das kleine Unternehmen eingebunden sind.

Natürlich profitiert der Laden auch von den Fachkenntnissen der Gärtnermeisterin. „Bei den Kartoffeln zum Beispiel ist es ganz wichtig, Sorten zu haben, die gegen Kraut- und Braunfäule resistent sind. Dann muss man nur einmal in der Saison spritzen – und nicht sieben oder acht Mal, wie es häufig der Fall ist.“

Dass so zurückhaltend gespritzt wird, freut die Kunden – auch Margret Möllmann. „Natürlich ist es gut, wenn so wenig wie möglich gespritzt wird.“ Aber man müsse die Produkte schließlich auch noch bezahlen können. Möllmann nickt: „Das ist alles okay. Wir zahlen hier Marktpreise.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7253664?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
1000 Bauern wollen protestieren – und nicht nur sie
Politischer Aschermittwoch in Recke: 1000 Bauern wollen protestieren – und nicht nur sie
Nachrichten-Ticker