Kriminalitätsstatistik
Jeder zweite Einbruch scheitert

Kreis Warendorf -

Mit einer Aufklärungsquote von gut 55 Prozent bleibt der Kreis Warendorf der sicherste im Münsterland.

Montag, 02.03.2020, 15:14 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:20 Uhr
Froh über den positiven Langzeittrend bei Kriminalität: Janine Yeboah, Dr. Olaf Gericke und Andrea Mersch-Schneider.
Froh über den positiven Langzeittrend bei Kriminalität: Janine Yeboah, Dr. Olaf Gericke und Andrea Mersch-Schneider. Foto: Ulrike von Brevern

Die Zahl der Straftaten im Kreis Warendorf ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen, dennoch trat bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2019 ein äußerst zufriedener Landrat vor die Presse. „Wir hatten nie so wenig Personal und wir waren nie so erfolgreich“, lobte er die Mitarbeiter der Polizei nachdrücklich. Mit einer Aufklärungsquote von gut 55 Prozent bleibe der Kreis der sicherste im Münsterland.

Wir können uns mit unserer Aufklärungsquote sehen lassen.

Dr. Olaf Gericke

Die Zahl der Straftaten insgesamt stieg um 2,5 Prozent oder 310 Fälle auf knapp 12 500. Mit 37 Prozent oder rund 4600 Fällen schlugen Diebstahlsdelikte zu Buche. Sie gingen um knapp zwei Prozent zurück. Etwas angestiegen ist dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche, die ebenfalls in diese Kategorie fällt. Sie stieg auf 334 Fälle (2018: 237). Fast jeder zweite Wohnungseinbruch scheitert dabei allerdings inzwischen im Versuchsstadium, mit steigender Tendenz. Die Aufklärungsquote liegt bei knapp 15 Prozent.

Insgesamt machen Wohnungseinbrüche einen Anteil von knapp drei Prozent an der Gesamtkriminalität aus, seien jedoch für das Sicherheitsgefühl besonders wichtig, betonte die neue Direktionsleiterin Kriminalität, Janine Yeboah . Deshalb werde der Bekämpfung auch in diesem Jahr wieder besondere Aufmerksamkeit zukommen, kündigte sie an und appellierte insbesondere an die Aufmerksamkeit von Nachbarn. Im technischen Bereich mache sich die Prävention zum Thema Einbruchschutz in der Zahl gescheiterter Versuche bemerkbar.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen um knapp 17 Prozent auf knapp 200 Fälle zu. Yeboah brachte den mit einer gestiegenen Aufmerksamkeit in Verbindung, aber auch verstärkter internationaler Zusammenarbeit im Bereich der Onlinekriminalität. Die Aufklärungsquote stieg auf gut 80 Prozent.

Zwei Tötungs- und 90 Raubdelikte verzeichnete die Statistik für 2019, das sei eine relativ geringe Zahl ordnete Direktionsleiterin Gefahrenabwehr, Andrea Mersch-Schneider ein. Die Zahl räuberischer Ladendiebstähle stieg. Sowohl die Straßenkriminalität als auch Betrugsdelikte gingen zurück. Speziell im Bereich „Enkeltricks“ zeige Aufklärung Erfolg, hielt Landrat Gericke fest, aber „die Täter werden immer besser.“

Die Zahl der Straftaten im Kreis sei in über zehn Jahren um rund 5000 Fälle zurückgegangen, stellte Gericke heraus. Zugleich stieg die Aufklärungsquote um rund zehn Prozentpunkte an. „Unsere Sicherheitslage ist gut“, fasste er zusammen. Das gelte allerdings nicht für die Personallage. Es werde noch zwei bis drei Jahre dauern bis die Talsohle durchschritten sei.

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