Interview mit Krisenstabsleiterin Petra Schreier
Zweite Abstrichstelle kommt nach Telgte

Kreis Warendorf -

Die Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln ist zur Zeit eine der großen Herausforderungen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Das sagt Petra Schreier, Leiterin des Krisenstabs, im Interview.

Donnerstag, 26.03.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 09:50 Uhr
Petra
Petra Foto: Kreis Warendorf

Ordnungsdezernentin Petra Schreier leitet den Krisenstab zur Bekämpfung des Coronavirus. Am Tag, an dem im Kreis Warendorf der erste Corona-Tote zu beklagen ist, macht Schreier im Interview deutlich, wie sich die Verantwortlichen im Kreis für die Krise rüsten.

 

Wann haben Sie den Krisenstab des Kreises Warendorf einberufen?

Schreier: Wir haben hier seit Anfang Februar eine interne Koordinierungsgruppe, die wir später als Krisenstab hochgefahren haben. Das war zu einer Zeit, als im Kreis Warendorf noch gar kein Ausbruchsgeschehen zu erkennen war.

Wer nimmt an den Sitzungen teil?

Schreier: Wir sind im Krisenstab etwa 20 Personen. Anlassbezogen können wir die Gruppe erweitern. Vertreten sind die Bereiche Rettungsdienst, Leitstelle, Feuerwehr und Gesundheitsamt. Zudem sind die Polizei sowie die Krankenhäuser und Hilfsorganisationen im Kreis mit jeweils einem Vertreter im Krisenstab. Auch die Bundeswehr ist über unser Kreisverbindungskommando eingebunden. Außerdem sind wir in sehr engem Austausch mit der kassenärztlichen Vereinigung, den Praxisnetzwerken der niedergelassenen Ärzte sowie mit den Städten und Gemeinden im Kreis.

Was leistet der Krisenstab?

Petra Schreier

Petra Schreier Foto: Kreis Warendorf

Schreier: Unser Ziel ist es, das Bestmögliche für die Bürger im Kreis zu tun und vor die Lage zu gelangen. Wir haben zu diesem Zweck vor zwei Wochen eine Abstrichstelle in Beckum eingerichtet, um insbesondere unsere Hausärzte zu entlasten. Gerade geht es zum Beispiel darum, in Telgte eine weitere Abstrichstelle im Kreis einzurichten, um Bürgern mit entsprechender Indikation die Möglichkeit zu bieten, Abstriche nehmen zu lassen. Dazu können wir in Kürze mehr sagen. Zudem haben wir in der ehemaligen Regenbogenschule in Beckum vorsorglich eine Quarantäne-Station eingerichtet. Hier stehen für den Notfall 44 Betten bereit. Eine unserer Hauptaufgaben ist auf jeden Fall, persönliche Schutzausrüstung zu besorgen für die Mitarbeiter im Rettungswesen oder in den Krankenhäusern. Gleiches gilt für Desinfektionsmittel, das äußerst schwierig zu beschaffen ist. Eine wichtige Aufgabe ist, in Kooperation mit den Krankenhäusern weitere Ressourcen in den Kliniken für Covid-19-Patienten freizuziehen: Intensivbetten und Beatmungsplätze zu schaffen und somit vor die Lage zu kommen.

Wie sieht es mit der Bürger-Hotline aus?

Schreier: Wir haben die Hotline des Gesundheitsamtes verstärkt. Über 40 Mitarbeiter sind dort im Einsatz. Sie sind für die Bürger Ansprechpartner – sieben Tage die Woche von 8 bis 18 Uhr unter der bekannten Nummer 0 25 81 / 53 55 55.

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