Warum Abfalltrennung gelebter Umweltschutz ist
Viel Plastik in der Biotonne

Kreis Warendorf -

In die Biotonne gehört kein Plastik – eigentlich versteht sich das von selbst, oder? Gleichwohl: Die Verantwortlichen der AWG entdecken immer wieder „Störstoffe“. Reicht ein Appell zur „richtigen“ Nutzung?

Montag, 20.04.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 14:56 Uhr
Immer mehr Störstoffe landen in der Biotonne. Rebecca Deppe und Auszubildender Tobias Jan Hebert kontrollieren daher die Biotonnen. Eine Aktion, die jetzt wegen Corona vorübergehend ausgesetzt ist.
Immer mehr Störstoffe landen in der Biotonne. Rebecca Deppe und Auszubildender Tobias Jan Hebert kontrollieren daher die Biotonnen. Eine Aktion, die jetzt wegen Corona vorübergehend ausgesetzt ist. Foto: AWG

Plastik gehört nicht in die Biotonne. Das sollte selbstverständlich sein – doch die Realität sieht anders aus. „20 Jahre nach Einführung der Biotonne sind die Verbraucher nachlässiger bei der Befüllung der Biotonne geworden. Immer mehr Störstoffe, darunter vor allem Plastik, landen inzwischen in der Biotonne“, fasst Thomas Grundmann das Problem zusammen, vor dem alle Bioabfallverwerter stehen. Grundmann ist Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG).

„Bei den Biotonnen-Aktionen, die wir in den letzten Jahren gemacht haben, wurde alles Mögliche in den Tonnen gefunden“, erinnert sich Rebecca Deppe von der Unternehmenskommunikation der AWG. „Vor allem Plastiktüten und verdorbene, verpackte Lebensmittel, aber leider auch andere Störstoffe wie behandeltes Holz oder sogar Glas.“

Obwohl die Biotonnen-Aktionen wegen Corona für dieses Frühjahr abgesagt werden mussten, sei es weiter wichtig, dass alle Bürger darauf achten, was in welches Sammelgefäß gehört, betont Deppe.

Denn das Kompostwerk stelle fest, dass immer häufiger Dinge in der Biotonne landen, die dort nicht hineingehören. Beispiel Kaffee: Pulverkaffee und Filter sind ein klarer Fall für die Biotonne, moderne Kaffeekapseln hingegen nicht. Das Kunststoffgehäuse zersplittert während der Verarbeitung im Kompostwerk, die Splitter landen im fertigen Kompost.

„Aber nur aus reinem Bioabfall kann am Ende guter Kompost entstehen“, ergänzt Sven Bössing, Kompostwerk Warendorf. Die gesamte Anlage wurde 2017 modernisiert und ist dadurch auf dem aktuellen technischen Stand. Dennoch werde es immer schwieriger, mit den technischen Möglichkeiten einen gütegesicherten Kompost zu produzieren.

Sven Bössing weiß, dass mit dem Bioabfall einen geschlossenen Kreislauf vom Feld über den Teller, die Biotonne und das Kompostwerk zurück aufs Feld gibt. „Nur dann, wenn jeder zu Hause mitmacht und keinen Kunststoff, selbst wenn er vermeintlich biologisch abbaubar ist, in die Biotonne wirft, können wir in einem geschlossenen Kreislauf arbeiten.“

Alles, was im Bioabfall nichts verloren hat, müsse aussortiert und zu anderen Verwertungsstandorten transportiert werden.

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