Archäologen legen spätmittelalterliche Marktplatzoberfläche in Beckum frei
Spuren aus verschiedenen Jahrhunderten

Kreis WarendorF -

Bei Bauarbeiten am Markplatz in Beckum haben Archäologen Pflasterungen aus dem Spätmittelalter oder der frühen Neuzeitentdeckt. Die Bergung der Funde bedeutet für die Forscher einiges an Arbeit – aber auch viele spannende Erkenntnisse.

Freitag, 15.05.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 12:58 Uhr
Archäologische Begleitarbeiten auf dem Beckumer Marktplatz. Im unteren Bereich des Baugrubenprofils ist eine Pflasterung aus Kalksteinbruchstücken zu sehen, die den Rest einer spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Marktplatzoberfläche darstellt.
Archäologische Begleitarbeiten auf dem Beckumer Marktplatz. Im unteren Bereich des Baugrubenprofils ist eine Pflasterung aus Kalksteinbruchstücken zu sehen, die den Rest einer spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Marktplatzoberfläche darstellt. Foto: LWL/ A. Wunschel

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben bei Bauarbeiten am Marktplatz in Beckum Pflasterungen aus dem Spätmittelalter oder der frühen Neuzeit entdeckt.

Auf den ersten rund 20 Metern der Baustelle haben der LWL-Archäologe Andreas Wunschel und seine Kollegin Birgit Grundmann bereits Oberflächen des alten Marktplatzes freigelegt. „Eine dieser Pflasterungen aus Kalkstein-Bruchstücken datiert in das Spätmittelalter oder die frühe Neuzeit“, so Andreas Wunschel. „Der alte Untergrund lässt sich erfreulicherweise über große Strecken hinweg im Bauprofil nachvollziehen.“

Zu sehen sind verschiedene Trag- und Deckschichten aus mehreren Jahrhunderten. Die Forscher fanden zahlreiche Tierknochen und Keramikscherben, aber auch einige Eisenobjekte. Auf dem Marktplatz haben sich die Bagger einige Dutzend Meter durch den Untergrund gearbeitet, um die Kanäle in den sechs Bauabschnitten nach und nach zu sanieren. Die Diagonale von der Weststraße bis zur Oststraße im ersten Bauabschnitt ist fast vollständig freigelegt. Damit begann die Arbeit der LWL-Archäologen, die von Anfang an in die Planungen einbezogen wurden und mit der Stadt zusammenarbeiteten.

Die LWL-Archäologen begleiten die Baustelle Stück für Stück und sind am Zug, wenn die Bagger in der Trasse weiterziehen. Grabungstechnikerin Grundmann: „Nachdem wir den Befund freigelegt haben, machen wir detaillierte Fotos. Wir vermessen per Hand, aber auch digital, beschreiben die Fundsituation und bergen Funde.“

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