Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich
Jeder dritte Beschäftigte in Kurzarbeit

Kreis Warendorf -

„Die Arbeitslosigkeit steigt derzeit nicht mehr in so großen Schritten“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.Trotzdem sind im Kreis derzeit 8463 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Ein wenig optimistisch stimmt die Arbeitskräftenachfrage. Die Unternehmen meldeten 804 neue offene Stellen bei der Arbeitsagentur und damit doppelt so viele wie im April.

Mittwoch, 03.06.2020, 15:55 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 13:40 Uhr
Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich: Jeder dritte Beschäftigte in Kurzarbeit
Foto: imago images/Jochen Eckel

Auch im Mai ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Warendorf gestiegen. 8463 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 504 mehr als im April. Das entspricht einem Anstieg um 6,3 Prozent. Damit verlangsamt sich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit erstmals nach Beginn der Corona-Pandemie. Von März zu April erhöhte sich die Arbeitslosigkeit noch um über zwölf Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 5,3 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonat.

Steigerung um 19,9 Prozent

„Die Arbeitslosigkeit steigt derzeit nicht mehr in so großen Schritten. Der Blick auf das Vorjahr zeigt aber deutlich, wie stark sich die Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt auswirkt“, sagt Joachim Fahnemann , Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. So liegt die Zahl der Arbeitslosen um 1407 Personen höher als im Mai 2019. Das entspricht einer Steigerung um 19,9 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote machte mit einem Zuwachs um 0,8 Prozentpunkte einen Sprung nach oben.

„Die typische Frühjahrsbelebung ist durch die Corona-Pandemie ausgefallen“, so Fahnemann. Nur wenige Menschen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab, weil sie eine neue Arbeitsstelle gefunden haben. Im Mai waren es 1090 und damit 619 weniger als im Vorjahresmonat. „Ein Großteil der Unternehmen war damit beschäftigt, die Organisation an die veränderte Situation anzupassen.

Jugendarbeitslosigkeit

Über Neueinstellungen konnten viele Arbeitgeber daher noch nicht nachdenken.“ Besonders bemerkbar machte sich dies bei der Jugendarbeitslosigkeit. Im Mai waren 861 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 202 mehr als im Mai vor einem Jahr. „In der Regel finden viele junge Nachwuchskräfte nach dem Abschluss ihrer Ausbildung schnell eine Anschlussbeschäftigung. Das ist aufgrund der aktuellen Situation in vielen Fällen leider nicht geschehen.“

Im Mai meldeten weitere 162 Unternehmen im Kreis Kurzarbeit an. Damit sind seit Anfang März 2399 Anzeigen von Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur eingegangen. Dadurch sind insgesamt 32 053 Arbeitnehmer im Kreisgebiet betroffen, das ist jeder dritte Beschäftigte.

Jobangebote

Vorsichtig optimistisch stimmt die Arbeitskräftenachfrage der Betriebe, die im Mai wieder gestiegen ist. Die Personalverantwortlichen der Unternehmen meldeten 804 neue offene Stellen bei der Arbeitsagentur und damit doppelt so viele wie im April. Neue Jobangebote gab es vor allem im Handel, im Baugewerbe und in den öffentlichen Verwaltungen. Insgesamt standen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden im Kreis 2861 freie Arbeitsstellen zur Auswahl.

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