Amazon-Logistikzentrum eröffnet am 6. Juli
1000 neue Jobs bis Jahresende

Oelde -

Am 6. Juli wird das Amazon-Logistikzentrum in Oelde eröffnet. Bis zum Jahresende sollen dort mehr als 1000 Arbeitsplätze entstehen. Ein Kraftakt: Denn bislang sind erst 300 Mitarbeiter eingestellt.

Mittwoch, 03.06.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 13:40 Uhr
Das Amazon-Logistikzentrum in Oelde hat eine Größe von 47 000 Quadratmetern – das entspricht
Das Amazon-Logistikzentrum in Oelde hat eine Größe von 47 000 Quadratmetern – das entspricht Foto: Beate Kopmann

Amazon rollt den roten Teppich aus – aber wegen Corona kann trotzdem nicht richtig gefeiert werden, wenn am 6. Juli das Logistikzentrum in Oelde eröffnet wird. Dabei ist der Startschuss aus Sicht der Akteure eine „Riesenchance“, wie Christian König von der Arbeitsagentur betont. Schließlich sollen bis Jahresende mehr als 1000 neue Jobs in Oelde entstehen.

Oelde ist eines der modernsten Logistikcenter in Sachen Robotik ganz Deutschland.

Norbert Brandau

„Bislang haben wir 300 Mitarbeiter eingestellt“, informiert Norbert Brandau , Standortleiter des Amazon-Logistikzentrums, der diese Aufgabe zum Jahresende an René Hille übergeben wird. „Jeden Monat sollen weitere 100 Beschäftigte dazu kommen“, macht Brandau beim Pressetermin deutlich. Mehr als 3200 Bewerbungen sind bislang beim Online-Händler eingegangen. Derzeit sucht Amazon nur Vollzeit-Mitarbeiter, aber in der Zukunft werde es auch Teilzeitstellen geben, so Brandau.

Norbert Brandau, Standortleiter des Amazon-Logistikzentrums, erläutert die Arbeitsabläufe des Unternehmens.

Norbert Brandau, Standortleiter des Amazon-Logistikzentrums, erläutert die Arbeitsabläufe des Unternehmens.

Die Mitarbeiter im Versand verdienen zunächst 11,61 Euro pro Stunde. Der Einstiegslohn für Teamleiter liegt bei 16,94 Euro brutto pro Stunde. Hinzu kommt eine monatliche Bonuszahlung. Wie hoch der Tariflohn sonst in der Branche ist, kann Brandau nicht sagen. „Tarife interessieren mich nicht. Aber wir haben Spezialisten, die den Markt genau kennen.“

Oelde sei eines der modernsten Logistikcenter in Sachen Robotik in ganz Deutschland, betont der Standortleiter. Denn die Versand-Mitarbeiter würden von Transportrobotern unterstützt. Diese können ein Gewicht von knapp 570 Kilogramm tragen. Sie heben die Regale mit den Produkten hoch und bringen sie zu den Beschäftigten in der Wareneinlagerung und -entnahme. Dass auch viele Kameras im Einsatz sind, begründet Brandau mit dem hohen Technisierungsgrad. „Ich sitze jedenfalls nicht vor der Kamera und überwache meine Mitarbeiter.“

Die Verpackstation des Logistikzentrums. Noch arbeitet hier niemand. Die ersten 300 Mitarbeiter sind jedoch schon eingestellt. Jeden Monat sollen etwa 100 Beschäftigte dazu kommen.

Die Verpackstation des Logistikzentrums. Noch arbeitet hier niemand. Die ersten 300 Mitarbeiter sind jedoch schon eingestellt. Jeden Monat sollen etwa 100 Beschäftigte dazu kommen.

Auch Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters Kreis Warendorf, sieht in der Amazon-Ansiedlung eine große Chance. „Gerade die oft geringer qualifizierten Kunden im Jobcenter haben dadurch die Möglichkeit, eine feste Stelle zu finden.“ Auch mit Blick auf die Corona-bedingte Wirtschaftskrise sei dies von besonderer Bedeutung. Damit möglichst viele Bezieher von Hartz-IV-Leistungen tatsächlich einen Job im Oelder Logistikzentrum finden, biete das Jobcenter im großen Stil Unterstützung an, erläutert der Leiter des Jobcenters. „Wir arbeiten mit mehreren Bildungsträgern zusammen. Insgesamt wurden 750 Plätze für Qualifizierungsmaßnahmen eingerichtet.“

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