Varia legt Jahresbericht vor
Familien finden oft keine Hebammen

Kreis Warendorf -

Die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle „Varia“ legt ihren Jahresbericht vor. Neben einer Zunahme der Beratungszahlen wird darauf hingewiesen, dass viele Familien keine Hebamme mehr finden.

Mittwoch, 10.06.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 13:24 Uhr
Das Team der Beratungsstelle „Varia“ hat sich im vergangenen Jahr vielen Herausforderungen stellen müssen (v. l.): Bela Bartels, Dr. Katja Barenbrock, Gabriele Blomann, Bastian Weitzner, Irmgard Husmann und Marita Röhm.
Das Team der Beratungsstelle „Varia“ hat sich im vergangenen Jahr vielen Herausforderungen stellen müssen (v. l.): Bela Bartels, Dr. Katja Barenbrock, Gabriele Blomann, Bastian Weitzner, Irmgard Husmann und Marita Röhm. Foto: Varia

„Das Interesse an Beratung und sexualpädagogischen Angeboten ist bei „Varia“ erneut gestiegen und zeigt den hohen Bedarf“, berichtet Irmgard Husmann , Leiterin der Beratungsstelle. 981 Ratsuchende erhielten in den fünf „Varia“-Standorten Information und Beratung.

Die Zahl der Schwangerschaftskonfliktberatungen stieg mit 344 Fällen im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Eine größere Nachfrage gab es auch in der Schwangerschaftsberatung und in Krisen nach der Geburt. Sorge macht dem Team die zunehmend schwierigere Suche von werdenden Eltern nach einer geeigneten Hebamme zur Unterstützung während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Außerdem berichteten viele Familien von der großen Herausforderung, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden. „Auch die Probleme bei der Finanzierung von längerfristigen Verhütungsmitteln stellt für Menschen mit geringem Einkommen eine immer größer werdende Hürde dar“, schildert Gaby Blomann, Mitarbeiterin in der Beratungsstelle.

Einen Schwerpunkt setzte das Team auf die Verbesserung der Situation von Eltern in psychischen Krisen. Etwa jede siebte Mutter und jeder zehnte Vater sind rund um die Geburt psychisch beeinträchtigt oder erkrankt. „Varia“ beteiligte sich an Arbeitsgruppen in Ahlen und Hamm, die das Ziel hatten, die Hilfen besser zu vernetzen, damit sie bei den Betroffenen schneller ankommen

Gut besucht waren die Vorträge von „Mutterschutz bis Elternzeit“ in der Hebammenpraxis in Oelde und die Abende für Väter in der Hebammenpraxis Ahlen. „Die werdenden Väter freuten sich sehr über einen Abend nur für Männer im Geburtsvorbereitungskurs, an dem sie sich über ihre Fragen und Sorgen austauschen konnten“, erläutert Mitarbeiter Bastian Weitzner den Erfolg der Männerabende.

Das Team der Beratungsstelle weist darauf hin, dass täglich von 9 bis 17 Uhr alle Anfragen telefonisch angenommen werden. Beratungen können auf Wunsch unter Berücksichtigung der Corona-Schutzverordnungen jetzt auch wieder persönlich stattfinden.

Alle Beratungen sind kostenlos. Terminvergabe:  0 23 82 / 7 09 90. Weitere Informationen gibt es unter www.innosozial.de

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