Ausländer besonders betroffen
Fast 34 000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Kreis Warendorf -

52 weitere Unternehmen im Kreis haben im Juni Kurzarbeit angemeldet. Damit sind mehr als 35 Prozent aller Beschäftigten in Kurzarbeit.

Mittwoch, 01.07.2020, 11:56 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 12:40 Uhr
Ausländer besonders betroffen: Fast 34 000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Wieder ist die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Warendorf gestiegen. Im Juni waren 8618 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 155 mehr als im Mai. Die Quote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 5,4 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen wachsen inzwischen langsamer als in den vergangenen Monaten“, berichtet Joachim Fahnemann , Leiter der Arbeitsagentur . „Dennoch sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt erheblich.“ Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 1646 Menschen (ein Plus von 23,6 Prozent).

Ausländer besonders häufig arbeitslos

Mit 2891 Personen sind mehr als ein Drittel der Arbeitslosen Ausländer. „Menschen ohne Berufsausbildung und Geringqualifizierte arbeiten oft in Helferberufen. Sie üben zuarbeitende Tätigkeiten etwa in der Produktion oder der Gastronomie aus – Bereiche, die besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind“, erklärt Fahnemann. „Wir fördern deshalb Qualifizierungsmaßnahmen, um Menschen bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“

Arbeitsmarkt weiter wenig aufnahmefähig

Nach wie vor finden weniger Menschen als in vergleichbaren Monaten einen neuen Job. Insgesamt 1013 Männer und Frauen haben im Juni ihre Arbeitslosigkeit beenden können – 752 weniger als im Juni 2019. „Es besteht die Gefahr, dass die Arbeitslosigkeit bei einigen länger andauert“, so der Leiter der Arbeitsagentur. „Hier müssen alle Partner am Arbeitsmarkt weiterhin gemeinsam daran arbeiten, dass sich Arbeitslosigkeit nicht verstetigt“. Erste Anzeichen, dass dies gelingen kann, zeigt die im Vergleich zum Vormonat leicht gesunkene Jugendarbeitslosigkeit. Im Juni waren im Kreis Warendorf 843 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 18 weniger als im Mai. „Das ist eine erste Entwicklung in die richtige Richtung, die sich hoffentlich in den kommenden Monaten fortsetzt“, so Fahnemann.

Zahl der Betriebe in Kurzarbeit steigt weiter an

Im Mai zeigten weitere 52 Unternehmen Kurzarbeit an. Damit sind seit März 2461 Anzeigen von Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur eingegangen. Nach diesen Meldungen sind 33 670 Arbeitnehmer im Kreis betroffen, das sind mehr als 35 Prozent der Beschäftigten.

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