Trotz Steigerung
Arbeitslosigkeit bleibt unter Niveau der Finanzkrise

Kreis Warendorf -

Die Zahl der Erwerbslosen nimmt zu: die Quote steigt um einen Prozentpunkt auf 5,6 Prozent. Dennoch liegt die Arbeitslosigkeit aktuell noch unter dem Niveau der Finanzkrise.

Donnerstag, 30.07.2020, 10:54 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 17:30 Uhr
Trotz Steigerung: Arbeitslosigkeit bleibt unter Niveau der Finanzkrise
Joachim Fahnemann: „Der Arbeitsmarkt ist deutlich weniger aufnahmefähig als üblich. Viele Betriebe sind in Kurzarbeit oder sehen sich nach wie vor einer unsicheren Zukunft gegenüber und stellen daher kein neues Personal ein“, Foto: Beate Kopmann

Die Arbeitslosigkeit hat im Juli im Kreis Warendorf erneut zugenommen. 8892 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 274 mehr als im Juni und 1650 mehr als im Juli vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte und gegenüber Juli 2019 um einen Prozentpunkt auf nun 5,6 Prozent. Dennoch liegt die Arbeitslosigkeit aktuell noch unter dem Niveau der Finanzkrise. So waren im Juli 2009, dem Jahr des Krisenhöhepunkts, 336 Menschen mehr arbeitslos. „Viele Unternehmen im Kreis Warendorf haben die Möglichkeit genutzt, Kurzarbeit anzumelden und so ihre Mitarbeiter im Betrieb zu halten“, erklärt Joachim Fahnemann , Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. So hätten bislang noch viele Arbeitsverhältnisse gesichert werden können.

Für Menschen, die aktuell auf der Suche nach neuer Beschäftigung sind, sei die Lage aber häufig schwierig, so der Agenturchef: „Der Arbeitsmarkt ist deutlich weniger aufnahmefähig als üblich. Viele Betriebe sind in Kurzarbeit oder sehen sich nach wie vor einer unsicheren Zukunft gegenüber und stellen daher kein neues Personal ein“, sagt Fahnemann und ergänzt: „Daher melden sich in den vergangenen Monaten deutlich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab, als dies sonst der Fall ist“. Dementsprechend ist die Jugendarbeitslosigkeit im zurückliegenden Monat wieder gestiegen. Ein Grund ist, dass Nachwuchskräfte, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und nicht im Betrieb übernommen werden können, es aktuell schwerer als sonst haben, eine neue Anstellung zu finden. So waren im Juli 966 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 123 mehr als im Juni.

Im Juli meldeten die Unternehmen im Kreis Warendorf 511 neue freie Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit, 108 mehr als im Juni. Damit lag die Nachfrage nach Arbeitskräften aber um 119 Stellen unter dem Niveau des Vorjahres. „In einigen Branchen und Berufsfeldern wird vereinzelt wieder eingestellt. Denn auch in Zeiten der Pandemie gibt es Unternehmen mit Personalbedarf, insbesondere in den sogenannten systemrelevanten Bereichen wie dem Gesundheitswesen, dem Handel, Bereichen der öffentlichen Verwaltung und der Logistik“, berichtet Fahnemann. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen im Juli 2.613 gemeldete Arbeitsstellen zur Verfügung, 263 weniger als im Vorjahresmonat.

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