Kindertagesstätten
Kreis meldet Rekord bei Plätzen und Bauprojekten

Kreis Warendorf -

So viele Kinder waren noch nie gleichzeitig in der Kita. So viele Bauprojekte wie in den vergangenen anderthalb Jahren gab es auch noch nicht. Im Kreis Warendorf wächst der Bedarf an Kinderbetreuung rasant. Helfen sollen viele neue Einrichtungen und eine, die von Ort zu Ort wandern kann.

Mittwoch, 12.08.2020, 18:42 Uhr
19 Kita-Bauprojekte hat der Kreis Warendorf in den vergangenen anderthalb Jahren genehmigt. Rekord. Deshalb ist in Ostbevern nun auch eine mobile Kita in Betrieb genommen worden, in die bis zur Fertigstellung eines Neubaus die „Biberbande“ einzieht. Bei der Übergabe waren (v.l.) Kreis-Baudezernent Dr. Herbert Bleicher, Rainer Goepfert, Geschäftsführer des Trägers AWO Ruhr-Lippe-Ems, Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Wolfgang Annen, Kreis-Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier und Kita-Leiterin Kathrin von Oppenkowski.
19 Kita-Bauprojekte hat der Kreis Warendorf in den vergangenen anderthalb Jahren genehmigt. Rekord. Deshalb ist in Ostbevern nun auch eine mobile Kita in Betrieb genommen worden, in die bis zur Fertigstellung eines Neubaus die „Biberbande“ einzieht. Bei der Übergabe waren (v.l.) Kreis-Baudezernent Dr. Herbert Bleicher, Rainer Goepfert, Geschäftsführer des Trägers AWO Ruhr-Lippe-Ems, Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Wolfgang Annen, Kreis-Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier und Kita-Leiterin Kathrin von Oppenkowski. Foto: Henning Tillmann

Von außen ist die Ähnlichkeit zu Schiffscontainern nicht wegzuleugnen. Da lässt sich eben nicht viel machen. Innen aber unterscheidet sich die mobile Kita des Kreises schon jetzt kaum von einem normalen Neubau. Helle Räume, modernes Mobiliar – und ein paar Farbtupfer in Form von abgehängten Decken und bunten Spielecken sind auch schon eingezogen.

„Ich bin überrascht, wie schön es hier aussieht“, sagt Landrat Dr. Olaf Gericke dann auch beim Übergabe-Termin in Ostbevern. Hier, so lautet nicht nur seine Meinung, müssten sich die neuen Bewohner für eine Übergangszeit doch recht wohlfühlen. Aber wie sehen die selbst das, will er wissen.

Mobile Kita bietet Platz bis zur Fertigstellung des eigentlichen Neubaus

Von außen wahrlich keine Schönheit: die mobile Kita des Kreises, die derzeit im Baugebiet Kohkamp III in Ostbevern steht. Von innen ist aber kaum ein Unterschied zu einer nomalen Kita festzustellen.

Von außen wahrlich keine Schönheit: die mobile Kita des Kreises, die derzeit im Baugebiet Kohkamp III in Ostbevern steht. Von innen ist aber kaum ein Unterschied zu einer nomalen Kita festzustellen. Foto: Henning Tillmann

„Also warm ist es schon“, sagt Erzieherin Alexandra Vosseberg mit einem breiten Lächeln und hat dafür die Lacher auf ihrer Seite. Bei über 30 Grad Außentemperatur ist das schließlich kein Wunder. Ansonsten scheinen Kitaleiterin Kathrin von Oppenkowski und ihre Kolleginnen tatsächlich ganz angetan zu sein von ihren Räumlichkeiten zum Start. Schön gemacht haben sie es sich schon jetzt. Ein paar Hundert Meter weiter wird zudem im gerade entstehenden Ostbeverner Baugebiet Kohkamp III der eigentliche Neubau hochgezogen.

„Ich bin froh, dass wir diese Übergangslösung hier haben. So kann die Biberbande passend zum Kindergartenjahr in diesem neuen Wohngebiet starten“, sagt Bürgermeister Wolfgang Annen . Ganz zufällig steht die mobile Kita nämlich nicht an diesem Ort. Im ohnehin kinderreichen Ostbevern wird weiterhin kräftig gebaut. „Wir werden in den nächsten Jahren enorme Zahlen haben. Wir planen parallel schon die nächste Kita“, so Annen.

Immer mehr Familien haben Betreuungsbedarf

Der Rekord-Kitabau im Kreis Warendorf geht wohl weiter. (v.l.) Landrat Dr. Olaf Gericke, Kreis-Baudezernent Dr. Herbert Bleicher und Bürgermeister Wolfgang Annen schauen sich durchs Fenster ein entstehendes Baugebiet an.

Der Rekord-Kitabau im Kreis Warendorf geht wohl weiter. (v.l.) Landrat Dr. Olaf Gericke, Kreis-Baudezernent Dr. Herbert Bleicher und Bürgermeister Wolfgang Annen schauen sich durchs Fenster ein entstehendes Baugebiet an. Foto: Henning Tillmann

 

Was für seine Gemeinde im Besonderen, gilt auch für den Kreis im Allgemeinen: Die Anmeldezahlen sind zuletzt geradezu explodiert. 6544 Kita-Plätze meldet der Kreis für dieses Jahr. Rekord. Es sind noch einmal 172 mehr als 2019 und sogar 1124 mehr als noch 2014. Deshalb wird auch an allen Ecken und Enden gebaut. 19 Projekte hat der Kreis seit 2019 begleitet. Auch das ein Rekord. Die meisten davon sind im Bau oder nehmen bald den Betrieb auf.

„Wir kommen dem Wunsch der Eltern nach guter Betreuung nach. Der Bedarf ist zuletzt so gestiegen, dass wir Mühe haben, das zu erfüllen. Aber es gelingt uns“, findet Landrat Dr. Olaf Gericke. Auch Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier ist zuversichtlich, dass der Kreis den Eltern ein gutes Angebot macht. „Immer mehr jüngere Kinder besuchen die Kitas“, führt sie zu den sich rasant ändernden Anforderungen aus. „Bei den Zweijährigen ist die Anmelde-Quote auf 77 Prozent gestiegen, bei den Einjährigen auf 35 Prozent.“

Landrat erwartet weiterhin viel Zuzug und steigende Zahlen

Heißt: Es wird für Kreis und Gemeinden wohl weiterhin viel zu tun sein. Dabei helfen soll auch die mobile Kita, die schnell von Ort zu Ort ziehen kann. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, meint der Landrat, der weiterhin starke Zuzüge aus den teurer werdenden Oberzentren wie Münster erwartet. „Der Druck bei den Preisen ist so groß, dass viele ins Umland gehen. Das merken wir schon jetzt. Und ich glaube, dass es so weitergeht“, sagt Gericke. „Aber ganz ehrlich: Statt wie prognostiziert Wegzug und Überalterung im ländlichen Raum haben wir jetzt diese Zahlen. Was Schöneres gibt es für uns doch gar nicht.“

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