Projekt unterstützt Alleinerziehende
Endlich raus aus Hartz IV

Kreis Warendorf -

Durch engmaschige Begleitung will ein Projekt des Jobcenters arbeitslose Alleinerziehende unterstützen. Ein guter Betreuungsschlüssel soll viel möglich machen.

Donnerstag, 10.09.2020, 16:46 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 16:52 Uhr
Stellten das Projekt ANNA vor (v. l.):
Stellten das Projekt ANNA vor (v. l.): Foto: Beate Kopmann

Das Geld ist gut angelegt. Findet Ennigerlohs Bürgermeister Berthold Lülf. 700 000 Euro kostet das Projekt des Jobcenters, mit dem Alleinerziehende bei der Jobsuche unterstützt werden sollen. Das Geld stammt aus Bundesmitteln, die dem Jobcenter zur Verfügung gestellt werden. Die Maßnahme unter dem Namen ANNA (Alleinerziehende und ihren Nachwuchs Nachhaltig Aktivieren) startet in Everswinkel und Ennigerloh. Sollte es erfolgreich sein, wird das Projekt dann aber in allen Städten und Gemeinden des Kreises umgesetzt.

Für Everswinkels Bürgermeister Sebastian Seidel ist „ANNA“ ein gutes Beispiel für „Hilfe zur Selbsthilfe“. Ein Ansatz, den auch Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier unterstützt. „Wir haben immer schon auf frühe Hilfen gesetzt“, ergänzt sie.

Wir haben immer schon auf frühe Hilfen gesetzt.

Brigitte Klausmeier (Sozialdezernentin)

Das Projekt ANNA richtet sich an 30 Alleinerziehende und soll zunächst 27 Monate laufen. Träger der Maßnahme ist „Chance e.V.“. Der Verein unterhält seit August in beiden Städten bereits ein Büro als Anlaufstelle: in Ennigerloh ist das Im Drubbel 5 und in Everswinkel an der Hovestraße 14.

Das Besondere des Projektes sei die engmaschige Betreuung der Alleinerziehenden, hob Landrat Dr. Olaf Gericke bei der Pressekonferenz hervor. Im Übrigen gehe es auch darum, „dass wir die Behördenbrille absetzen“, fügte Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters, hinzu.

Es geht auch darum, dass wir die Behörden-Brille absetzen.

Dr. Ansgar Seidel (Jobcenter)

„Wir gehen in die Familien hinein und helfen den Betroffenen konkret, wenn es beispielsweise darum geht, online einen Job zu suchen. Dann setzen wir uns mit an den Computer und helfen bei der Suche. Oder wir begleiten die Alleinerziehenden zu einem Elternabend“, nannte Adriana Kergkgeers-Moormann von „Chance e.V.“ einige Beispiele. Möglich seien solche Unterstützungsmaßnahmen durch einen besonders guten Personalschlüssel – die Betreuung ist 1:10. „Wir wollen natürlich auch verstärkt die Kinder in den Blick nehmen“, unterstreicht Kergkgeers-Moormann. Oft gehe es auch darum zu gucken, welche unterstützenden Angebote es vor Ort gebe.

Wir wollen natürlich auch verstärkt die Kinder in den Blick nehmen.

Adriana Kergkgeers-Moormann

Denn übergeordnetes Ziel des Projektes sei, familiär verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern, fasste Landrat Gericke zusammen. Das Projekt wird von der Universität Münster wissenschaftlich begleitet. Nach Ablauf der Projektphase Ende Oktober 2022 soll dann Bilanz gezogen und entschieden werden, ob diese Maßnahme geeignet ist, um in allen Städten und Gemeinden des Kreises angeboten zu werden.

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