Dr. Karl-Uwe Strothmann war elf Jahre Sprecher der Bürgermeister
Extrem gute Zusammenarbeit

Beckum -

Er wäre gerne Bürgermeister in Beckum geblieben. Aber der Wähler hat es anders gewollt. Mit der Abwahl von Dr. Karl-Uwe Strothmann verabschiedet sich auch der langjährige Sprecher der Bürgermeister im Kreis Warendorf.

Donnerstag, 15.10.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 15:58 Uhr
Dr. Karl-Uwe Strothmann:
Dr. Karl-Uwe Strothmann: Foto: Beate Kopmann

Für ihn ist es eine Frage des Zeitgeistes: die Tatsache, dass immer mehr Bürgermeister parteilos sind. „Viele Bürger wünschen sich einen Rathauschef, der offen ist“, erklärt Dr. Karl-Uwe Strothmann . Und das sehe man bei einem Bewerber, der nicht parteipolitisch gebunden ist, vielleicht am ehesten gewährleistet.

Strothmann muss es wissen: Er selbst ist CDU-Mann und wurde als Bürgermeister gerade abgewählt – gewonnen hat ein Parteiloser. Noch in diesem Monat räumt der bisherige Amtsinhaber daher den Chefsessel im Beckumer Rathaus. Ohne jede Verbitterung. „Mir geht‘s gut“, sagt der 55-Jährige. „Ich hätte gerne weitergemacht. Aber ich habe auch Spaß daran, mich neuen Herausforderungen zu stellen.“

Die Gründe für seine Abwahl sieht der Christdemokrat in zwei Entscheidungen: die Umgestaltung des Marktplatzes (die gefällten Platanen erhitzten viele Gemüter) und die Zusammenlegung zweier Grundschulen. „Letzteres hat viele Eltern geärgert. Dieser Frust hat sich in den Ergebnissen der Wahlbezirke widergespiegelt.“

Die Kommunen dürfen gerade in der Coronakrise nicht als Investor ausfallen.

Dr. Karl-Uwe Strothmann

Weil Strothmann fast 40 Jahre im Öffentlichen Dienst gearbeitet hat, ist das Finanzielle gesichert. Der Jurist, der mit 16 Jahren bei der Stadt Bielefeld im Mittleren Dienst angefangen hatte und später Jura studierte, kann sich aber durchaus vorstellen, noch für eine Kommune oder für einen Kreisverband tätig zu werden.

Einen Nachfolger braucht Strothmann als Sprecher der Bürgermeister im Kreis. Eine Aufgabe, die er seit der Kommunalwahl im Jahr 2009 wahrgenommen hatte. „Die Zusammenarbeit in der Bürgermeister-Runde war extrem gut“, betont der Beckumer. „Im Prinzip hat man auch gar nicht gemerkt, wer welches Parteibuch hat.“

Durch Kooperation habe man viel Gutes für die Bürger im Kreis Warendorf erreicht. „Wir wären beispielsweise beim Glasfaserausbau ganz sicher noch nicht so weit, wenn wir nicht gemeinsam ausgeschrieben hätten.“ Auch durch die Errichtung eines interkommunalen Bauhofs hätten alle Beteiligten viel Geld gespart.

Ich bin stolz darauf, dass die alte Zementstadt Beckum heute zu den bundesweit 22 Kommunen zählt, die für den Masterplan in Sachen Klimaschutz ausgezeichnet wurden.

Dr. Karl-Uwe Strothmann

Strothmann, der auch Vorsitzender des Finanzausschusses des Städte- und Gemeindebundes NRW ist, achtet auf sparsamen Umgang mit dem Geld des Steuerzahlers. „In Beckum haben wir in keinem Jahr mehr Kredite aufgenommen als abgebaut“, ist der 55-Jährige stolz. Sein Ansatz sei immer gewesen: „Wir machen das, was wir uns leisten können, ohne Kredite aufzunehmen.“ Diesen Plan halte er – selbst in Null-Zins-Zeiten – für richtig. „Allerdings dürfen die Kommunen jetzt in der Coronakrise nicht als Investor ausfallen.“ Im Moment sei es aber schwer zu investieren, fügt Strothmann hinzu: „Es fehlt weniger an Geld als an Personal. Vor allem gibt es keine Handwerker.“

Zu den größten Herausforderungen der Kommunen zähle neben der Bewältigung der Coronakrise der Klimaschutz: „Ich bin stolz darauf, dass die alte Zementstadt Beckum heute zu den bundesweit 22 Kommunen zählt, die für den Masterplan in Sachen Klimaschutz ausgezeichnet wurden.“ Auch privat setzt Strothmann auf Klimaschutz: Seinen Dienstwagen muss er abgeben und hat sich ein E-Auto gekauft.

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