Bürgermeister-Treffen in Wadersloh
Teil-Lockdown in den Rathäusern

Wadersloh -

Einige Bürgermeister sind gerade erst im Amt – da werden sie schon in das „eiskalte Corona-Wasser“ geschmissen. Beim ersten Treffen der Rathauschefs nach der Wahl gab‘s viel Anerkennung für außergewöhnliche Maßnahmen: etwa die persönlichen Kontakte zu beschränken.

Freitag, 06.11.2020, 17:26 Uhr
Zum ersten Mal nach der Wahl trafen sich die Bürgermeister im Kreis Warendorf. Unter den elf Männern und zwei Frauen sind sechs Neulinge. Das Foto zeigt (v. l.): Sebastian Seidel (Everswinkel), Michael Gerdhenrich (Beckum), Peter Horstmann (Warendorf), Rolf Mestekemper (Beelen), Josef Uphoff (Sassenberg), Karin Rodeheger (Oelde), Dr. Alexander Berger (Ahlen), Katrin Reuscher (Sendenhorst), Carsten Grawunder (Drensteinfurt), Christian Thegelkamp (Wadersloh), Karl Piochowiak (Ostbevern), Wolfgang Pieper (Telgte) und Berthold Lülf (Ennigerloh).
Zum ersten Mal nach der Wahl trafen sich die Bürgermeister im Kreis Warendorf. Unter den elf Männern und zwei Frauen sind sechs Neulinge. Das Foto zeigt (v. l.): Sebastian Seidel (Everswinkel), Michael Gerdhenrich (Beckum), Peter Horstmann (Warendorf), Rolf Mestekemper (Beelen), Josef Uphoff (Sassenberg), Karin Rodeheger (Oelde), Dr. Alexander Berger (Ahlen), Katrin Reuscher (Sendenhorst), Carsten Grawunder (Drensteinfurt), Christian Thegelkamp (Wadersloh), Karl Piochowiak (Ostbevern), Wolfgang Pieper (Telgte) und Berthold Lülf (Ennigerloh). Foto: Beate Kopmann

Zwei Frauen und vier Männer sind neu in der Runde – das erste Treffen der 13 Bürgermeister im Kreis Warendorf nach der Wahl galt daher auch dem Kennenlernen. Doch viel Zeit blieb dafür nicht. In der Sitzung im Wadersloher Rathaus ging es in weiten Teilen um die Corona-Krise. Das machte der neue Sprecher der Bürgermeister, Dr. Alexander Berger aus Ahlen, gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Christian Thegelkamp (Wadersloh) und Berthold Lülf (Ennigerloh) deutlich.

Kontakt über Online-Plattform

Angesichts der Hotspots im Kreis – die Stadt Oelde erreicht am Freitag einen Inzidenzwert von 475,4 – ist aus Sicht der Bürgermeister entschiedenes Handeln geboten. Je nach Lage vor Ort erwägen einzelne Kommunen, etwa Wadersloh und Ennigerloh, die Rathäuser demnächst teilweise wieder zu schließen. Die Bürger müssen dann Termine vereinbaren, zum Beispiel über eine Online-Plattform. „Im Rathaus selbst wird natürlich weitergearbeitet“, betont Lülf. Die Stadt Ahlen, die ein starkes Infektionsgeschehen hat, setzt dagegen auf ein Lotsen-System und die Ausweitung der Maskenpflicht. Alexander Berger zog den Hut vor den Kollegen, die neu im Amt sind „und sofort ins eiskalte Corona-Wasser geschmissen wurden.“ Gemeint war damit sicherlich Karin Rodeheger aus Oelde. Zu ihren ersten Amtshandlungen als Bürgermeisterin gehörte es, private Zusammenkünfte wegen der vielen Infektionen stärker zu beschränken. Ausgenommen sind enge Verwandte. Auf die Frage, wie solche Beschränkungen im Privatbereich überprüft werden könnten, antwortete Berger: „Kontrollen sind schwierig, aber nicht unmöglich.“

Respekt vor den Kollegen, die neu im Amt sind und sofort ins eiskalte Corona-Wasser geschmissen wurden.

Dr. Alexander Berger

Jetzt ist die Zeit für Zusammenhalt, dann können wir das Ruder wieder rumreißen.

Christian Thegelkamp

Die Bürgermeister machten aber deutlich, dass sie vor allem auf die Kooperation der Bürger setzen. „Jetzt ist die Zeit für Zusammenhalt, dann können wir das Ruder wieder rumreißen“, betonte Thegelkamp. Die Rathauschefs appellieren daher an die Bürger: „Bitte haltet Abstand und tragt die Maske!“

Abgesehen von Corona beschäftigten sich die Bürgermeister auch mit dem Kreishaushalt. Breite Zustimmung gab es für die vorgelegten Eckdaten, die eine Entlastung der kommunalen Haushalte um fast elf Millionen Euro durch den Kreis vorsehen. Skeptisch sei man allerdings, weil der Kreis Stellen aufstocken wolle. Für den Haushalt des Jahres 2021 sind die Bürgermeister – auch wegen der Unterstützung von Bund und Land – einigermaßen zuversichtlich. Richtig spüren werde man die Folgen der Corona-Krise erst 2022. „Auch dann brauchen wir finanzielle Entlastung vom Kreis.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7666994?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F1808486%2F
Nachrichten-Ticker