Landwirte holen beim DMK Antwort auf ihr Forderungspapier ab
Milch nicht verramschen

Everswinkel -

Landwirte kämpfen um besser Preise für ihre Milch. 15 Cent pro Kilogramm mehr wollen sie von ihren Molkereien haben, um wie sie selbst sagen wirtschaftlich überleben zu können. Dafür haben sie jetzt vor der Verwaltung des DMK in Everswinkel protestiert.

Donnerstag, 19.11.2020, 21:11 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 21:20 Uhr
Antonius Schulte (l.) las seinen Landwirtkollegen das Antwortschreiben der DMK auf ihre Forderung nach höheren Milchpreisen vor.
Antonius Schulte (l.) las seinen Landwirtkollegen das Antwortschreiben der DMK auf ihre Forderung nach höheren Milchpreisen vor. Foto: Marion Fenner

Die Landwirte sind sauer. Die Preise für ihre Produkte sind im Keller. „Faktisch zahlen wir derzeit Eintritt in unsere Ställe“, sagte ein Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter bei einer Demonstration am Donnerstag vor dem Deutschen Milchkontor (DMK) in Everswinkel. Von „ihrer“ Genossenschaft, die sie mit Milch beliefern, fühlen sich die Bauern im Stich gelassen.

Im Stich gelassen

In der vergangenen Woche hatten sie an einen Vertreter des DMK ein Forderungspapier übergeben, in dem sie die aus ihrer Sicht ruinöse wirtschaftliche Situation schilderten und 15 Cent mehr pro Kilogramm Milch forderten. Sie hatten angekündigt wiederzukommen und eine Antwort haben zu wollen.

Rund 30 Landwirte aus dem gesamten Kreis waren nun erneut mit ihren Traktoren vor die Molkerei gefahren. Wie schon in der vergangenen Woche durfte kein Vertreter der DMK öffentlich mit den Landwirten sprechen. Bernhard Große Frie und Antonius Schulte überreichte der Werkleiter ein Schreiben von der DMK Group aus Zeven. Die Unterzeichner, Ingo Müller und Dr. Frank Claasen von der DMK Group sowie Heinz Korte als Vorsitzender des Aufsichtsrates und Thomas Stürtz als Vorstandsvorsitzender, zeigen Verständnis für die „angespannte Liquiditätssituation“ der Milcherzeuger. Doch die Forderung nach 15 Cent mehr halten sie für eine „ambitionierte, wie im Grundsatz notwendige Richtungs-Forderung gleichermaßen“.

Globale Märkte

Die geforderte Erhöhung würde für das DMK bedeuten, dass das Unternehmen 700 Millionen Euro jährlich mehr Wertschöpfung bei gleichen Umsatz am Markt erzielen müsse. Der Marktpreis richte sich jedoch nach Angebot und Nachfrage sowie den globalen Märkten. „Durch die Blume gesagt bedeutet dies, dass wir weniger liefern müssen, um bessere Preise zu erhalten“, sagte Schulte. „Sonst wird unsere Milch weiter irgendwo auf der Welt verramscht.“ „Dann kommt die Milch aus dem Ausland“, entgegnete ein Demo-Teilnehmer. Es müsse sichergestellt werden, dass in den Molkereien nur Milch mit in Deutschland gültigen Qualitätsstandards verarbeitet werden dürfe, betonte Schulte. Dafür und auch für bessere Preise, wollen die Bauern weiter kämpfen.

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