Förderschule im Umgang mit Corona-Einschränkungen
Mit der Kamera im Klassenraum

Warendorf -

Kreativ im Lockdown: Wie das geht, zeigt die Heinrich-Tellen-Schule in Warendorf, eine Förderschule für Menschen mit geistiger Behinderung.

Dienstag, 02.02.2021, 16:55 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 18:28 Uhr
Videoproduktion für die „Gebärde des Tages“ und den Imagefilm mit den Lehrerinnen Sandra Mersmann und Elke Hollwitt.
Videoproduktion für die „Gebärde des Tages“ und den Imagefilm mit den Lehrerinnen Sandra Mersmann und Elke Hollwitt.

„Im Lockdown haben wir die digitalen Angebote für unsere Schüler deutlich erhöht und viel über Videomaterial gelernt“, erklärt Tobias Mörth , Schulleiter der Heinrich-Tellen-Schule in Warendorf.

Das aktuell an allen Schulen praktizierte Distanzlernen erfolgt an der Förderschule auf unterschiedlichen Wegen und ist sehr auf die Lernpotenziale der Schüler zugeschnitten. Die Lehrkräfte erstellen individuelle Lernpläne, verschicken darauf zugeschnittene analoge und digitale Lernpakete, erstellen Bastelmaterial und führen Videokonferenzen durch. Die Bemühungen der Schule zielen darauf ab, engen Kontakt zu den Familien zu halten. Neben dem Lernstoff finden die Familien lustige Videos auf den Onlineplattformen der Schule. „Wie alle anderen Schulen haben auch wir keinen schulischen Alltag, alles was Schule ausmacht, entfällt oder muss anders stattfinden“, so Mörth. Nur einige Kinder und Jugendliche sind in der Notbetreuung.

Lehrkräfte erstellen individuelle Lernpläne

Auch ein Tag der offenen Tür findet nicht statt. Normalerweise können Familien im Unterricht hospitieren, bekommen Infos zum Schulalltag und eine Schulführung. Die Erfahrungen in der Produktion von Videomaterial kommt dem Team der Heinrich-Tellen-Schule jetzt zugute. Ihr Ziel: ein wenig Schulatmosphäre durch einen Imagefilm transportieren. Die Förderschullehrerinnen Sandra Mersmann und Ann-Christin Kleibolde entwickelten das Konzept. „Es wäre toll, wenn Familien den Schülern ein Stück weit über die Schultern schauen können“, so die Grundidee.

Alles was Schule ausmacht, entfällt oder muss anders stattfinden.Tobias Mörth

Vor und während des Lockdowns waren viele Unterrichtssequenzen gefilmt worden. Die Lehrer erklären, wie in den jeweiligen Stufen gearbeitet wird und erläutern das Förderkonzept der Schule. Die Heinrich-Tellen-Schule fördert, fordert und begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom Eintritt in die Schule als I-Dötzchen, über das Heranwachsen zum Jugendlichen bis zum Übergang in das Berufsleben.

Das Förderkonzept ist vielfältig. „Es ist so viel Filmmaterial zusammengekommen, dass es sogar zwei Filme geworden sind“, berichten Mersmann und Kleibolde.

Videoproduktion für den Bereich Musik durch das Schulleitungsteam Tobias Mörth und Eberhard Everke.

Videoproduktion für den Bereich Musik durch das Schulleitungsteam Tobias Mörth und Eberhard Everke.

Der erste Film ist auf der Homepage sowie auf der Facebook-Seite der Schule zu sehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Infos rund um das Lernen und den Schulalltag. „Viele Familien sind aktuell auf der Suche nach einer passenden Schule für Kinder mit dem Förderbedarf geistige Entwicklung. Für diese Familien sind Infos besonders wichtig“, erläutert Schulleiter Mörth. „Leider ruhen alle diagnostischen Verfahren, das macht es vor allem für Familien schwierig, deren Kinder jetzt noch im Kindergarten sind und ab Sommer in die Schule kommen. Eltern müssen sich informieren können und brauchen Einblicke in die Möglichkeiten, die wir als Schule für ihre Kinder bereithalten.“

Video zeigt den Schulalltag

Der zweite Film rückt die Schüler in den Mittelpunkt und lässt sie zu Wort kommen. In drei bis vier Wochen wird auch der zweite Teil auf den Online-Plattformen der Schule zu finden sein. Ein Online-Besuch bei der Heinrich-Tellen-Schule lohnt sich aber auch schon vorher, da täglich neue Lernvideos und Filme präsentiert werden.

Zwei Förderschulen für geistige Entwicklung

 

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Darüber hinaus ist die Schule telefonisch und per E-Mail erreichbar, so dass Eltern jederzeit Kontakt aufnehmen können. „Wir geben unser Bestes, um in diesen schwierigen Zeiten so gut wie möglich über unsere s Arbeit zu informieren“, so Mörth.

Infos:  0 25 81 / 95 59 60, E-Mail: moerth@kcv-waf.de

 

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