Corona-Pandemie
Kreis Warendorf: Impfzentrum wird durch ÖPNV angebunden

Ennigerloh -

Auf dem Gelände der Abfallwirtschaftsgesellschaft in Ennigerloh ist das Corona-Impfzentrum im Kreis Warendorf entstanden. Damit dieses auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, hat die RVM Regionalverkehr Münsterland GmbH in Zusammenarbeit mit dem Kreis Warendorf Fahrplanänderungen auf den Linie R61/R62 und R63 vorgenommen. Die Fahrplanänderungen treten mit Inbetriebnahme des Impfzentrums am 8. Februar 2021 in Kraft.

Donnerstag, 04.02.2021, 17:22 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 18:01 Uhr
Corona-Pandemie: Kreis Warendorf: Impfzentrum wird durch ÖPNV angebunden
Das Impfzentrum in Ennigerloh ist startklar. Ortstermin mit (v. l.): Dr. Rudolf Ernst, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, Barbara Weil vom Kreis Warendorf, die das Zentrum organisatorisch verantwortet, und Landrat Dr. Olaf Gericke. Foto: Beate Kopmann

„Mit der Einrichtung des Impfzentrums im Herzen des Kreises haben wir die Grundlage geschaffen, die Corona-Schutzimpfungen durchzuführen“, sagt Dr. Herbert Bleicher , Aufsichtsratsvorsitzender der RVM, und ergänzt: „Mit den geänderten Fahrplänen ist es nun auch besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.“Um so nah wie möglich an das Impfzentrum heranfahren zu können, wurde hierfür eigens eine Haltestelle namens „Ennigerloh, Impfzentrum“ eingerichtet. Es wird nach Inbetriebnahme durch die Linie R63 (Warendorf - Freckenhorst - Ennigerloh) angefahren. Dazu fährt die Linie R63 eine Umleitung und lässt die wenig frequentierten Haltestellen Finkenberg, Amselweg und Rottkemper aus.

Auch mit den Linien R61/R62, die in Ennigerloh zur R63 werden, ist das Impfzentrum aus Hellbach, Roland und Beckum zu erreichen. Die Fahrpläne der Linien R61/R62 und R63 werden durch einen TaxiBus verdichtet. So ist gewährleistet, dass das Impfzentrum zu den Öffnungszeiten stündlich erreichbar ist. Die TaxiBusse müssen spätestens 30 Minuten vor Fahrtantritt unter der Telefonnummer 02 51/144 80 444 bestellt werden. Eine Bestellung über das Online-Formular ist unter www.rvm-online.de ist möglich.„Auf Initiative des Kreises Warendorf haben wir die zusätzlichen Fahrten eingerichtet und stellen damit die Erreichbarkeit des Impfzentrums mit dem ÖPNV im Sinne der Daseinsvorsorge sicher“, sagt Michael Klüppels, Leiter des RVM-Verkehrsmanagement. Entsprechende Sonderfahrpläne der Linien R61/R62 und R63 stehen auf der Homepage der RVM zum Download zur Verfügung.

Auf über die BuBiM-App können die Fahrpläne mit Echtzeitinformationen abgerufen werden.Durch die Einrichtung der zusätzlichen Haltestelle erhalten drei Kommunen im Kreis Warendorf eine direkte Verbindung zum Impfzentrum. Aus den anderen Städten und Gemeinden ist die Erreichbarkeit mit dem Impfzentraum auch möglich, hier gibt es allerdings nicht immer direkte Verbindungen. So können Menschen aus Ahlen mit den Zügen der RE6 bzw. RB69 nach Neubeckum fahren und dort in die R61/R62 umsteigen.

Corona-Impfstoffe im Vergleich

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  • Nach den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna hat die Europäische Kommission dem schwedisch-britischen Produkt Astrazeneca an diesem Freitag die Genehmigung erteilen. Ein Vergleich.

    Foto: Silvia Izquierdo/AP/dpa
  • Wie sind die Impfstoffe gebaut?

    Die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. „m“ steht für messenger (Bote), „RNA“ für Ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure). Die mRNA ist die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers und gelangt mit Hilfe winziger Fetttröpfchen in die Körperzellen. Diese stellen dann das Virusprotein her, gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.


    Astrazenecas Produkt mit dem Wirkstoff AZD1222 hingegen beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Auch hier bilden die Zellen mit Hilfe der Bauanleitung das Protein und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen.

    Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa
  • Wie gut wirken die Vakzine?

    Das US-Unternehmen Moderna hatte Ende November 2020 mitgeteilt, sein Impfstoff besitze eine Wirksamkeit von 94 Prozent - gemessen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Comirnaty, der Impfstoff von Biontech und Pfizer, zeigte eine fast identische Wirksamkeit von 95 Prozent - gemessen sieben Tage nach der zweiten Dosis. Das bedeutet, dass unter den Probanden der geimpften Gruppe 95 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen der Kontrollgruppe.


    Das Mittel von Astrazeneca wies in Studien eine geringere Wirksamkeit von etwa 70 Prozent auf, ist jedoch vergleichsweise leicht zu handhaben. Die EU-Arzneimittelagentur EMA schloss zunächst allerdings nicht aus, dass das Mittel nur für bestimmte Altersgruppen zugelassen wird, da für Ältere erst wenige Testdaten vorlägen. Bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna gibt es hingegen belastbarere Daten zu Senioren. So schützt das Mittel von Biontech einer Studie zufolge ältere Menschen ähnlich gut wie jüngere, bei Moderna liegt die Wirksamkeit etwas unter den genannten 94 Prozent.


    Ob die genannten Zahlen jedoch auch bei einem massenhaften Einsatz der Impfstoffe zu erreichen sind, wird sich erst in einigen Monaten zeigen. Unklar ist auch noch, wie lange der Impfschutz anhält und ob der Geimpfte das Virus noch weitergeben kann.

    Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
  • Wie oft wird geimpft?

    Hier gibt es große Übereinstimmungen: alle drei Impfstoffe erfordern zwei Wirkstoffgaben. Bei Biontech/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis, beim Produkt von Moderna sind es rund vier, bei Astrazeneca mindestens vier Wochen. Bei beiden Impfungen sollte stets dasselbe Präparat zum Einsatz kommen: „Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen worden sind“, heißt es beim Robert Koch-Institut (RKI). Bei einem Wechsel des Präparats könne die volle Wirksamkeit derzeit nicht gewährleistet werden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit. Es gebe noch keine entsprechenden Untersuchungen.


    Comirnaty muss vor dem Spritzen mit einer Natriumchlorid-Lösung verdünnt werden. Nach Biontech-Angaben ist der verdünnte Impfstoff maximal sechs Stunden bei 2 bis 30 Grad haltbar. Er könne also bei Bedarf schon im Impfzentrum verdünnt und dann auch als vorbereitete Dosis in der Spritze vorsichtig transportiert werden. Das Produkt von Moderna wird gebrauchsfertig geliefert. Gespritzt wird jeweils in den Oberarm-Muskel. Der Wirkstoff könne für einige Stunden im Muskel bleiben und der Körper habe so Zeit, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren, erklärt der Rostocker Virologe Andreas Podbielski.

    Foto: Felix Kästle/dpa
  • Welche Nebenwirkungen gibt es?

    Dem RKI zufolge waren Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost die nach den bisherigen Impfungen am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. Im Allgemeinen waren diese aber schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab. Berichte über schwere unerwünschte Folgen gibt es bei allen drei Vakzinen bisher nicht.


    Die Ständige Impfkommission beim RKI empfiehlt die Impfung auch für Menschen mit Immunschwäche - also zum Beispiel bei HIV-Infektionen, Krebserkrankungen oder nach Organtransplantationen. „Wenngleich Personen mit geschwächtem Immunsystem möglicherweise nicht so gut auf den Impfstoff ansprechen, bestehen keine besonderen Sicherheitsbedenken“, heißt es auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. „Immungeschwächte Personen können trotzdem geimpft werden, da bei ihnen möglicherweise ein höheres Risiko durch Covid-19 besteht.“

    Foto: Felix Kästle/dpa
  • Wer soll nicht geimpft werden?

    Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist für Menschen ab 16 Jahren vorgesehen. Der von Moderna ist ab 18 Jahren gedacht, obwohl das Unternehmen kürzlich damit begonnen hat, seinen Impfstoff bei 12- bis 17-Jährigen zu testen. Über die Wirkung des Astrazeneca-Präparats auf Kinder und Jugendliche ist nach Angaben der britischen Arzneimittelbehörde MRHA bisher nichts bekannt. Eine Impfempfehlung für Kinder ist laut RKI „noch nicht absehbar“. Studien dazu seien jedoch geplant.


    Einigkeit besteht darin, wer nicht geimpft werden soll: Menschen mit einer allergischen Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe oder mit schweren allergischen Reaktionen nach einer vorherigen Dosis.

    Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
  • Schützen die Impfstoffe auch vor Varianten des Virus?

    Das ist noch nicht abschließend geklärt, allerdings sind die Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer zuversichtlich. Erste Tests deuten darauf hin, dass ihre Impfstoffe auch vor den beiden zunächst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Mutanten schützen. Allerdings stellten die Unternehmen auch fest, dass Geimpfte gegen die Variante aus Südafrika offenbar eine schwächere Immunantwort aufbauen. Die Hersteller beobachten die Entwicklung sehr genau. Man könne den Impfstoff gegebenenfalls anpassen, teilten Pfizer und Biontech mit. Moderna will unter anderem die Wirkung einer zusätzlichen Auffrischungsdosis testen.

    Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa
  • Wie werden die Impfstoffe gelagert?

    Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wird bei minus 70 Grad aufbewahrt. Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad Celsius im Vergleich nicht ganz so kalt sein. Ein großer Vorteil bei Astrazeneca ist, dass man das Vakzin bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad lagern kann.


    Unterschiede gibt es auch nach dem Auftauen: Der Pfizer-Impfstoff kann dann im Kühlschrank gelagert, muss aber innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht werden. Der Moderna-Impfstoff ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil.

    Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa
  • Wie teuer sind die Mittel?

    Die Preise für die neuartigen mRNA-Impfstoffe liegen vermutlich weit höher als bei dem Mittel von Astrazeneca. Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker hatte die bisher geheim gehaltenen Preise zeitweise auf Twitter veröffentlicht. Demnach kostet eine Dosis des Moderna-Impfstoffs umgerechnet rund 15 Euro, eine von Biontech/Pfizer 12 Euro, eine von Astrazeneca nur 1,78 Euro. Der Tweet wurde später gelöscht.

    Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
  • Wie viel hat die EU bestellt, wie viel bekommt Deutschland?

    Die EU-Kommission hat mit sechs Herstellern Rahmenverträge über die Lieferung von insgesamt 2,3 Milliarden Impfstoffdosen geschlossen - mehr als genug für die 450 Millionen Europäer. Von Biontech/Pfizer soll die EU bis zu 600 Millionen Dosen bekommen und von Moderna noch einmal 160 Millionen Dosen. Von Astrazeneca erwartete die EU eigentlich 80 Millionen Impfdosen bis Ende März. Dass es nun nach EU-Angaben nur 31 Millionen sein sollen, sorgt derzeit für Streit zwischen Brüssel und dem Hersteller.


    Deutschland hat sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 90 Millionen Dosen von Biontech gesichert, von Moderna rund 50 Millionen Dosen. Für das Präparat von Astrazeneca sollten es eigentlich rund 56 Millionen aus einer gemeinsamen EU-Bestellung sein.

    Foto: Christian Charisius/dpa

Aus Beelen kann der Zug RB67 nach Warendorf und dann die R63 genutzt werden. Mit der T56, ab Sendenhorst mit der R33 und dann mit der R63 können Menschen aus Drensteinfurt zum Impfzentrum fahren. Menschen aus Everswinkel nutzen die Linie S20 und ab Freckenhorst die Linie R63. Von Oelde aus fährt die Linie R75 nach Ennigerloh und von dort die Linie R63. Aus Ostbevern mit der R14 und aus Sassenberg mit der R15 gibt es Verbindungen nach Warendorf, von dort fährt die R63 zum Impfzentrum. Mit der Linie S30 können Menschen aus Sendenhorst nach Ennigerloh fahren und dort in die R63 umsteigen.

Die Regionalbahn RB67 fährt von Telgte nach Warendorf und von dort die R63 nach Ennigerloh. Aus Wadersloh kann die R72 nach Beckum und dann die Linie R61/R62 in Richtung Ennigerloh genutzt werden.Für Informationen zu Fahrplan und Tarif steht die Schlaue Nummer unter Tel. 0 180 6 / 50 40 30 (20 ct/Verbindung aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 60 ct/Verbindung) zur Verfügung. Fahrplaninformationen gibt es auch bei der kostenlosen elektronischen Fahrplanauskunft unter 0 800 3 / 50 40 30 oder im Internet unter www.rvm-online.de. In der BuBiM-App stehen ebenfalls alle Informationen zur Verfügung. Sie steht zum kostenlosen Download im App Store und im Google Play Store bereit. (Kreis Warendorf)

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