Ostbevern
Guter Rat bei vielen Problemen

Donnerstag, 05.11.2009, 16:11 Uhr

Ostbevern - Bei der Super Nanny, die regelmäßig über einen Privatsender in deutsche Haushalte flimmert, sieht es ganz leicht aus: Zoff in der Familie, Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank kommt, hebt mahnend den Finger, stellt Regeln auf und alle haben sich am Ende der Sendung wieder lieb.

„Die Wirklichkeit“, sagt Sonja Awiszus , „ist anders“. Die Sozialpädagogin, die seit dem 1. Oktober eine halbe Stelle an der Josef-Annegarn-Verbundschule inne hat, weiß, wovon sie spricht. Innerhalb weniger Wochen haben rund 50 Schüler die Hilfe der „Psychotante“, wie sie im Jugendjargon gelegentlich genannt wird, in Anspruch genommen. „Gut zwei Drittel kommen aus eigenem Antrieb“, berichtet die Telgterin.

Sonja Awiszus ist verheiratet und hat eine Tochter. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit von 19 Wochenstunden sind Hilfen und individuelle Förderung in Einzelfällen, soziale Gruppen- und Projektarbeit, Eltern- und Familienarbeit, die Mitwirkung bei der Gestaltung des Übergangs von Schule und Beruf, Kooperationen mit außerschulischen Partnern sowie die Begleitung und Förderung der Entwicklung von Schülern mit besonderem Förderbedarf.

Die Tür zu Sonja Awiszus Zimmer im Obergeschoss der Annegarn-Verbundschule steht für gewöhnlich offen. „In den Pausen kommen gelegentlich Schüler kurz herein, um ein paar Worte mit mir zu wechseln oder einen Termin zu vereinbaren“, verrät sie.

Zu Anfang ihrer Tätigkeit hätten manche aber auch nur ihre Reaktionen testen wollen. „Wenn die gedacht haben, dass ich bei hingeworfenen Sätzen wie ,der XY braucht eine Therapie, der ist schwul´ oder ,die... ist schwanger´ vielleicht rot werde, dann haben sie sich getäuscht“, lacht die Fachfrau. Um auf solche Frozzeleien zu reagieren, dafür sei sie zu lange im Beruf. Vor einer Kinderpause hat Sonja Awiszus achteinhalb Jahre lang unter anderem in zwei stationären Einrichtungen gearbeitet. Danach war sie rund vier Jahre lang in der ambulanten Familienhilfe tätig. Sie weiß: „Die Anforderungen an die Familien sind im Laufe der Jahre sehr angestiegen. Oft müssen beide Elternteile arbeiten, und es fehlt die Zeit, das Tagesgeschehen gemeinsam mit den Kindern zu reflektieren.“

Ihre Arbeit mit den Schülern geschieht „in kleinen Schritten“, so Sonja Awiszus. Wer glaubt, ein Rezept zur Lösung seiner Probleme bei ihr abholen zu können, der irrt sich. „Ohne die Mitarbeit der Jugendlichen geht es nicht“, macht die Sozialpädagogin klar. Schweigepflicht sei dabei Ehrensache.

Das bestätigt auch Schulleiter Andreas Behnen, der froh darüber ist, dass die politische Gemeinde der Einstellung von Sonja Awiszus zugestimmt hat. Wenn diese auch nicht über ihre jeweiligen Gesprächspartner rede, bedeute dies nicht, dass sich Kollegium und Sozialpädagogin nicht ergänzten. „Die Zusammenarbeit ist ausgezeichnet“, freut er sich.

Jeweils dienstags von 12 bis 13 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr bietet Sonja Awiszus offene Beratungsstunden an.

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