Ostbevern
Ist Kibiz wirklich Mumpitz?

Mittwoch, 03.03.2010, 18:03 Uhr

Ostbevern - Die Grünen wolltens wissen: Was hat das neue Kinderbildungsgesetz gebracht? Am Dienstagabend lud der Ortsverein in die Gaststätte „Alte Post“ ein. Dort referierte die Landtagsabgeordnete Andrea Asch zum Thema: „Kibiz im Rückblick - ist wirklich alles Mumpitz ?“

Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) ist seit dem 1. August 2008 in Kraft. Schon im Vorfeld sorgte der Gesetzentwurf für Wirbel, als er die größten Demonstrationen in Düsseldorf seit Kriegsende provozierte.

Nach eineinhalb Jahren zogen die Grünen nun ein Resümee für Ostbevern. Uwe Stöcker, stellvertretender Sprecher des Ortsvereins: „Der Kindergarten in Brock musste die Trägerschaft wechseln, weil Kibiz die Rahmenbedingungen unmöglich gemacht hat. Die Mitarbeiterinnen in den Kindergärten leiden unter dem Gesetz.“

Dem stimmten die Gäste zu. Etwa zehn Erzieherinnen waren zu dem Diskussionsabend erschienen. Eine von ihnen zog das Fazit für alle: „Kibiz bedeutet für uns, dass wir weniger Zeit für die Kinder haben.“

Seit das Gesetz in Kraft getreten ist, können Eltern Betreuung in Blöcken zu 36 oder 25 Stunden buchen. Andrea Asch: „Da weiß der Träger nie, wie sich die Kosten entwickeln werden. Deshalb werden Erzieherinnen nur noch befristet eingestellt.“ Für die Landtagsabgeordnete ist Kibiz kein Bildungs- sondern ein Finanzierungsgesetz: „Es müsste eigentlich Kifiz heißen“, so Andrea Asch.

Bürgermeister Joachim Schindler stellte der Kritik die demographische Entwicklung in Deutschland entgegen. Er besuchte die Veranstaltung in seiner Funktion als Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das Träger des Kindergartens Zauberburg ist: „Es gibt immer weniger Kinder. Da müssen die Gesetze angepasst werden.“ Die Situation in Ostbevern sei allerdings noch gut, so Schindler. „Wir werden bis 2013 Zuwachs verzeichnen können“, berichtete der DRK-Chef.

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Deler Saber ist Kurde und Deutscher Staatsbürger und hat früher in Bagdad gelebt und studiert. Vor über 20 Jahren kam er nach Deutschland, seit 2000 lebt er in Münster. Die Stadt, sagt er, sei zu seiner Heimat geworden, die er nicht mehr verlassen will.
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