Ostbevern
Für die Fitness und die Seele

Freitag, 23.04.2010, 16:04 Uhr

Ostbevern - Wie die Zeit vergeht: Seit zehn Jahren ist die Herzsportgruppe des BSV aktiv. Was als kleine Gemeinschaft begann, ist mittlerweile eine etablierte Abteilung des Sportvereins und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Dabei steckt hinter den Übungen, die sich auch an Menschen mit Kreislaufproblemen richten, weit mehr als nur die körperliche Ertüchtigung, wie Abteilungsleiter Dieter Norenz weiß: „Wir unterscheiden bei den Teilnehmern zwei Gruppen: Zum einen sind es Menschen, die schon etwas belastbarer sind, zum anderen Personen, die nach einer Runde durch die Turnhalle kurzatmig werden und ausgelaugt sind.“ So sei ein optimales Training garantiert.

Aber nicht nur die Fitness wird gefördert, sondern auch die Koordination zwischen Gehirn und Körper. „Die Patienten, die zu uns kommen, haben häufig eine Herzoperation oder einen Infarkt hinter sich.“

Damit den Sportlern nichts passieren kann, ist bei den Trainingseinheiten nicht nur eine speziell geschulte Begleiterin anwesend, sondern auch ein im Ort ansässiger Arzt. „Zuerst werden Blutdruck und Puls gemessen, und am Ende des Trainings wird noch einmal alles kontrolliert.“

Falls doch einmal ein Patient Schwierigkeiten bekommen sollte, sind die Trainer gut ausgerüstet: Der Arzt hat immer einen Defibrillator und einen Notfallkoffer dabei, die vom Roten Kreuz gestellt werden.

Begonnen hat die Abteilung, die als anerkannte Reha-Maßnahme von der Krankenkasse unterstützt und bezahlt wird, auf Wunsch einiger Ostbeverner. „Dieser wurde 1999 an den Sportverein herangetragen. Daraufhin wurden wir aktiv“, erinnert sich Norenz. Es folgten Informationsveranstaltungen, bei denen sich auch Menschen mit Herzproblemen meldeten. Die Anzahl der Interessierten war sehr gering, sodass die Kosten sehr hoch waren. „Aber mittlerweile hat sich die Gruppe herumgesprochen, und die Mitgliederzahl steigt stetig“, erklärt der Abteilungsleiter. Mit-Initiatoren der ersten Stunde waren Dr. Eva Broer , Dr. Heidrun Seibüchler-Engec, Johannes Eling und Dr. Franz Kock sowie Übungsleiter Michele D´Alo.

Die Teilnehmer, die zunächst einmal in die Übungs- und Trainingsgruppe eingeteilt werden, haben es sogar schriftlich, wie gut sie dort aufgehoben sind. Die Herzsportabteilung des BSV wurde im Jahr 2006 mit dem Zertifikat „Leistungserbringer von Rehabilitationssport“ durch den Behindertensportverband und den Landessportbund NRW ausgezeichnet.

Wer an der Übungsgruppe teilnehmen möchte, muss erst einmal den Weg zum Arzt auf sich nehmen: Nur durch die Verordnung des Hausarztes und eines Kardiologen sowie mit Zustimmung der  Krankenkasse sind die Betroffenen berechtigt, sich an den Stunden zu beteiligen.

Die Mitarbeiter der Abteilung bekommen für ihr Engagement kein Geld, sondern sind ehrenamtlich tätig: So beteiligen sich zurzeit Dr. Eva Broer, Dr. Katja Stange, Dr. Bärbel Poßmeier, Dr. Andrea Weide sowie die Ärzte Johannes Eling und Dr. Michael Elberich.

Bei allem Sport kommt auch der gesellige Teil nicht zu kurz: Gemeinsame Aktionen wie Fahrradtouren zum Spargelessen oder Informationsveranstaltungen mit gemütlichem Ausklang sind ebenfalls wichtig für die Genesung. „Zudem wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt“, betont Dieter Norenz.

Wer sich über die Herzsportgruppe informieren möchte, kann das im Rahmen der Kirmes an diesem Wochenende tun. Beim Flohmarkt am Sonntag baut die Abteilung zwischen 11 und 17 Uhr einen Stand auf.

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