Ostbevern
Eine Frage der Präzision

Freitag, 04.06.2010, 17:06 Uhr

Ostbevern - Sie sind rot und weiß, dann mal wieder signalgelb oder fast orange: Feuerwehrautos. Die großen Lkw mit dem Blaulicht üben eine große Faszination auf Menschen aus. Doch kaum jemand kommt auf die Idee, sich ein solches Fahrzeug in die Garage zu stellen. Und niemand stellt sich gleich mehrere Löschzüge zusammen, darunter die Feuerwehren Hamburg und Ostbevern.

Constantin von Schmiedeberg ist da anders: Er hat gleich mehrere Löschzüge zu Hause, sogar im Wohnzimmer. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die Feuerwehrautos in Originalgröße, sondern der Geschäftsführer der „Mobilen“ baut Fahrzeuge im HO-Maßstab 1: 87 nach und hat schon etliche Vitrinen voll mit den Preziosen.

Mehr noch: Von Schmiedeberg hat gleich den gesamten Löschzug Ostbevern nachgebaut, einschließlich der Fahrzeuge, die schon längst ausgemustert sind, sowie dem Wagen aus Brock. Und natürlich die der Feuerwehrwache.

„Es kommt auf Präzision an“, so der Modellbauer. Denn es sollen nicht die Fahrzeuge sein, die im Fachhandel zu kaufen sind. Von Schmiedeberg legt nämlich Wert auf die korrekte Beschriftung, und kleine Details werden liebevoll nachgearbeitet. „Das bedeutet, dass man auch Fahrzeuge umlackiert und neue Aufkleber, die in der Fachsprache Decals heißen, aufbringen muss.“

Die Schritte, in denen so ein Modell entsteht, sind zahlreich. „Erst einmal informiere ich mich im Internet über die neuen Fahrzeuge der Löschzüge, denn fast jede Feuerwehr hat die auf einer Homepage veröffentlicht.“ Wenn von Schmiedeberg herausgefunden hat, um welches Fahrzeug es sich genau handelt, insbesondere mit Typenbezeichnung und Beladung, geht die Suche los. „Ich habe verschiedene Shops im Internet, in denen man fast alles bekommt.“ Ob nun HLF oder Drehleiter, alles kann der Modellbaufreund bestellen.

Danach geht es mit der Sprühpistole an die Arbeit. „Ich baue beispielsweise gerade die Berufsfeuerwehr Münster nach - und die hat eine andere Farbe als die Modelle.“ Also werden die Miniaturen auseinandergenommen und in Kleinarbeit die Karosserie neu lackiert. Dann steht das Feintuning auf dem Programm. „Man kann eigentlich von fast jedem Fahrzeug die Beschriftungen im Internet bestellen.“ Diese werden auf einer speziellen Folie gedruckt, die dann auf das Fahrzeug geklebt wird und einen täuschend echten Eindruck hinterlässt. Ebenso müssen die Aufbauten passen. „Es ist eine Frage von Geduld, denn man sitzt auch schon einmal mehrere Tage an einem Modell, und nicht immer gelingt alles.“ Dann wandert ein Fahrzeug hin und wieder in den Mülleimer.

Begonnen hat alles mit der Leidenschaft für Miniatur-Lkw. „Ich bin danach im Internet auf verschiedene Seiten gestoßen, wodurch mein Interesse für die Feuerwehr geweckt wurde“, so der Ostbeverner. Zuerst sollten es die Fahrzeuge aus Hamburg sein. „Aber ich habe mir dann gedacht: Warum in die Ferne schweifen, wenn ich einen Löschzug vor der Haustür habe?“ Und da der Sohn in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sei, bestehe zu ihr ein guter Kontakt. „Da ist es nicht schwer, an die passenden Bilder als Vorlage heranzukommen.“ Außerdem sei es einfach Ehrensache, dass man dann die Feuerwache nachbaue. „Ich habe durch Zufall ein passendes Modell gefunden, denn die Fahrzeuge müssen ja auch im Trocknen stehen“, lachte von Schmiedeberg.

Der Feuerwehr Ostbevern gefällt ein solches Modell. „Es ist schön, wenn die eigenen Fahrzeuge nachgebaut werden“, so der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Martin Herte. So gebe es sicher die Möglichkeit, den Nachbau einmal auszustellen. „Es hat aber noch keine Nachfragen von anderen Modellbauern gegeben, ob man einmal die Fahrzeuge ablichten darf.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/178385?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F702874%2F702898%2F
Nachrichten-Ticker