Ostbevern
Schloss wird eine Baustelle

Sonntag, 29.05.2011, 06:05 Uhr

Ostbevern - Das Schloss wird eine Dauerbaustelle . „Drei Jahre und mehr“, so die Schätzung von Michael Bertels , dem Leiter des Gymnasiums Johanneum, werden Handwerker im Hauptgebäude der Loburg das Sagen haben. Der Grund: Im Zuge der Umwandlung von der vor zwei Jahren eingerichteten offenen zur gebundenen Ganztagsschule, die zum neuen Schuljahr 2011/1012 eingerichtet werden soll, werden rund 560 Quadratmeter zusätzliche Räumlichkeiten benötigt.

Den Schülerinnen und Schülern soll damit die Möglichkeit geboten werden, während der verlängerten Verbleibzeiten an der Schule zu essen, im Selbstlernzentrum zu arbeiten, Freizeitaktivitäten (beispielsweise Musik) durchzuführen. Rund 2,4 Millionen Euro nimmt das Bistum Münster als Träger der Schule dafür in die Hand, berichtete Bertels. „Welcher Betrag letztlich notwendig ist, ist derzeit nicht zu beziffern“, sagte Karl Hagemann , der Pressesprecher des Bistums.

„Ganztagsschule bedeutet für uns, dass wir ein deutlich größeres Flächenangebot an der Schule benötigen. Das haben wir im Schloss“, sagte Michael Bertels. In allen Geschossen werde es aber erheblicher Umbauaktionen bedürfen, um den Vorgaben gerecht zu werden. Im Erdgeschoss werden beispielsweise die jetzige Küche zur Essensausgabe und die Räume der „Mensa“ erweitert. Im ersten Obergeschoss werden neben dem Selbstlernzentrum Schüler- und Lehrerarbeitsplätze sowie Räume für den Freizeitbereich entstehen. In der obersten Etage wird der Probenraum der Big-Band ausgebaut, und es entstehen viele kleinere Räume, „die vielfältig genutzt werden können“, so der Schulleiter.

Ein Problem dieser Ausbauarbeiten war, dass es zwei zusätzliche Fluchtwege geben musste. Sogenannte Fluchttunnel werden geschaffen, einer davon wird durch die Kapelle führen. „Das ist aber weiter nicht tragisch, befindet Bertels. „Das sind schließlich nur Fluchtwege in Notfällen.“

Begonnen wird mit den Umbaumaßnahmen in den Sommerferien im Erdgeschoss. „Wir werden uns dann Jahr um Jahr ein Stockwerk im Schloss vornehmen“, so der Schulleiter. Erst wenn die Kernrenovierung und der Ausbau abgeschlossen seien, werde die Außensanierung des historischen Gebäudes in Angriff genommen. „Das allerdings wird noch eine Weile dauern“, so die Einschätzung von Bertels.

„Die Bauarbeiten werden im laufenden Schulbetrieb durchgeführt“, sagte Karl Hagemann. Das könne zu Problemen führen, die aber weitgehend vermieden werden sollen. Die Schwierigkeiten bei diesen Umbauten sei, dass es keine Eingriffe in das Denkmal Schloss geben dürfe. „Alles ist mit der Denkmalbehörde abgestimmt“, sagte der Bistums-Pressesprecher. Zwei Drittel der Baumaßnahmen, die das Bistum durchführe, beträfen solche Denkmale. „Für uns ist es daher eine pure Selbstverständlichkeit, dies gewissenhaft zu berücksichtigen. Das gilt natürlich auch für das Loburger Schloss.“

Ob bei den Baumaßnahmen im und am Schloss das heimische Handwerk berücksichtigt werde, sei derzeit unklar, so Hagemann auf WN-Nachfrage weiter. „Diese Arbeiten müssen durch das Bistum ausgeschrieben werden.“ Das Bistum fordere aber gerade die regionalen Handwerker auf, sich an diesen Ausschreibungen zu beteiligen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/235648?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F702838%2F702864%2F
Polizei sucht auffälligen VW Polo
Das Foto zeigt das mutmaßliche Fluchtfahrzeug.    
Nachrichten-Ticker