Ostbevern
Prozess konstruktiv begleiten

Dienstag, 21.06.2011, 17:06 Uhr

Ostbevern - Bürgermeister Joachim Schindler und sein Kämmerer Hubertus Stegemann stehen für sachliche Diskussionen auch in emotional aufgeladener Stimmung. Das zeigte sich einmal mehr im Gespräch mit Eltern von Kindern aus den Offenen Ganztagsschulen von St. Ambrosius und Franz von Assisi am Montagabend. Die hatten - wie berichtet - protestiert, dass der bisherige Status quo beim Mittagessen für ihre Kinder mit von der Mutter- und Kind-Hilfe angestellten Köchinnen in der OGS aufgegeben wird und die Schüler nun mit einer warmen Mahlzeit vom neuen Schulmensabetreiber Fleischerei Hokamp beliefert werden sollen. „Warum waren wir in diese Umstrukturierung für immerhin 130 betroffene OGS-Kinder sowie die Jugendlichen der Übermittagbetreuung nicht involviert?“, fragte Sonja Timmermann . „Wir konnten an keiner Stelle Einfluss nehmen und unsere Meinung äußern“, ärgerte sich Anna Morocow.

Stegemann versuchte die Wogen zu glätten und erläuterte den Ablauf des Prozesses, der sicherlich unter einem Informationsdefizit gelitten habe. „Die Gemeinde hat sich in einem längeren Auswahlverfahren für die ortsansässige Fleischerei Hokamp als Mensabetreiber entschieden“, so der Fachbereichsleiter. Der werde das Essen zuliefern, sowohl für die OGS und 13+ als auch die Mensa. „Für die Franz-von-Assisi-Schüler ändert sich nichts, weil deren Essen ja auch bislang aus der OGS-Küche St. Ambrosius geliefert wurde“, erläuterte Stegemann. Auch die Ambrosius-Schüler sollen wie bisher ihr Essen in der OGS in zwei Gruppen verspeisen. Nur die 13+-Schüler der Verbundschule würden zukünftig ihr Mittagessen in der Mensa einnehmen.

Die Preise pro Mittagessen stiegen moderat, sagte Stegemann weiter. Die Schüler der OGS Ambrosius und die der 13+ müssen statt 2,75 nun drei Euro pro Tag berappen, konstant bei drei Euro bleibe das Essensgeld für die Assisi-OGS. „Die Firma Hokamp ist mit Sicherheit bestrebt, ein Essen zu liefern, welches den Kindern schmeckt“, betonte Stegemann. Und in einer Übergangsphase werde die bisherige Köchin Maria Baumhöver die Firma Hokamp beratend begleiten. „Wie bisher, so ist das vorgesehen, wird die Auswahl des Essens in Absprache mit den OGS-Leitern getroffen. Obst und Rohkost sollen so wie bisher ebenfalls geliefert werden“, hob Stegemann hervor.

Auch wenn die Eltern skeptisch blieben, signalisierten sie ihre Bereitschaft, den Prozess konstruktiv zu gegleiten. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, was unsere Kinder zum Essen bekommen“, sagte Jo Brömmel. „Es geht hier nicht um ein Wunschkonzert“, betonte Kristina Frönd. „Aber grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Versorgung unserer Kinder sollten mit uns geklärt werden“, befand sie weiter. „Wir wollen einfach Einfluss nehmen und unsere Wünsche äußern können“, sagte auch Renate Berger. „Warum sollte bei solch einem Thema wie der Verpflegung unserer Kinder ein gemeinsames Vorgehen nicht möglich sein? Die Eltern würden sich doch gerne einbringen“, meinte auch Daniela Schulze-Bäing.

Sie regte auch an, dass ein Wochenessensplan über die Homepage der Schulen veröffentlicht werden sollte. Sonja Timmermann wünschte sich ein Gremium von Eltern, das einen engen Kontakt zum Mensabetreiber und der Verwaltung pflege, um Wünsche zu äußern, Elternkritik weiterzugeben, „und das möglichst regelmäßig“.

Dem stimmten Schindler und Stegemann zu. „Unsere Bereitschaft und sicher auch die der Fleischerei Hokamp ist da, das Ganze gemeinsam im Zusammenwirken mit den Eltern zu stemmen.“ Sie wiesen aber auch darauf hin: „Es muss für den Betreiber auch finanziell machbar sein.“

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