Elternvertretern platzt der Kragen
Bürgerbegehren soll Ratsbeschluss zur Raumsituation an der Annegarn-Schule ins Wanken bringen

Ostbevern -

Der Ostbeverner an sich ist geduldig. Es dauert lange, bis ihm der Kragen platzt. Nachdem aber zahlreiche Diskussionen über einen Ratsbeschluss zur Raumsituation an der Josef-Annegarn-Verbundschule (JAS) und die vorgesehene Auslagerung von Klassen in die Ambrosius- und möglicherweise auch in die Franz-von-Assisi-Grundschule erfolglos verlaufen und die Fronten in dieser Sache verhärtet sind (WN, 25.5.), reicht es den „drei Bürgern, die sich nicht bevormunden lassen wollen“, wie sie sich selbst bezeichnen: Die Schulpflegschaftsvorsitzenden der Ambrosius-, der Josef-Annegarn- und der Assisi-Schule, Sven Hage, Gerburg Heßling und Karin Große Inkrott wollen sich mit Hilfe eines Bürgerbegehrens gegen die Auslagerung von JAS-Schülern in eine der beiden Grundschulen wehren und nötigenfalls den Ratsbeschluss mit einem Bürgerentscheid kippen.

Freitag, 15.06.2012, 20:06 Uhr

Elternvertretern platzt der Kragen : Bürgerbegehren soll Ratsbeschluss zur Raumsituation an der Annegarn-Schule ins Wanken bringen
Karin Große Inkrott, Gerburg Heßling und Sven Hage (v.l.) wollen sich mit der aus ihrer Sicht ignoranten Haltung der Politik zum Elternwillen nicht abfinden. Sie wollen mit einem Bürgerbegehren darauf reagieren. Foto: Teuber

„Für Pavillons an der Josef-Annegarn-Schule“ ist die Aktion überschrieben, die gemäß Paragraf 26 der Gemeindeordnung für das Land NRW mit der Verwaltung abgestimmt ist. Die Initiatoren sind sich sicher, dass der Rat in seinem Beschluss, zwei Klassen der JAS im kommenden Schuljahr im Erdgeschoss der Ambrosius-Schule unterrichten zu wollen,um einen vorübergehenden Raumbedarf zu decken, vieles nicht berücksichtigt hat. „Nach den bisher mit uns geführten Gesprächen ist darüber hinaus zu befürchten, dass in den kommenden Schuljahren weitere Klassen auch in die Franz-von-Assisi-Schule ausgelagert werden sollen, da in den nächsten sechs Jahren mindestens ein Bedarf von vier Klassenräumen abzudecken ist“, so Karin Große Inkrott. Um mit ihrem Bürgerbegehren Erfolg zu haben, müssen die Initiatoren mindestens 761 Unterschriften sammeln. Stichtag dafür ist der 2. Juli. Wie Sven Hage berichtet, soll über das Ergebnis schon in einer Ratssitzung am 3. Juli diskutiert werden. Diese, habe ihm Kämmerer Hubertus Stegemann signalisiert, solle in der neuen Aula der JAS stattfinden, da die Verwaltung eine große Bürgerbeteiligung erwarte. Der Rat muss dann über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens befinden und sich entscheiden, ob er ihm entsprechen will (in diesem Fall entfällt ein Bürgerentscheid), ob er sich mit den Bevollmächtigten des Bürgerbegehrens auf eine einvernehmliche Regelung verständigen will und kann, sodass der Entscheid überflüssig wird, oder ob er einen Termin für einen Bürgerentscheid festsetzen will. Dieser muss innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden. Um damit Erfolg zu haben, so Sven Hage, werden rund 1700 Unterschriften benötigt. Neben dem Wegfall von dringend benötigten Räumen in der Ambrosius- und der Assisi-Schule, die es ermöglichen, einzelne oder mehrere Kinder zeitweise räumlich getrennt vom Klassenverbund zu fördern, sehen die Schulpflegschaftsvorsitzenden zahlreiche weitere Nachteile durch den bestehenden Ratsbeschluss . Die vorübergehende Aufstellung von Pavillons auf dem Gelände der JAS dagegen ist für sie die einzig sinnvolle Lösung. Eine, für die sich „in einer kurzfristigen Umfrage“ schon rund 300 Eltern ausgesprochen hätten. Die Unterschriftenlisten zum Bürgerbegehren sollen in den kommenden Tagen an verschiedenen Stellen in Ostbevern ausliegen. Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.pro-pavillon.info.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/824929?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F702832%2F1044129%2F
Nachrichten-Ticker