Heimatverein hatte eingeladen
Schnatgänger setzen „Grenzstein“

Ostbevern -

Schnatgänge haben eine lange Tradition. Der wiederbelebte jahrhundertealte Brauch diente der Überprüfung der Grenzmarkierungen. Dabei ist das Wort „Schnat” zurückzuführen auf die Bezeichnung „Schneise”. Dienten früher Bäche, Gräben oder Baumanordnungen als natürliche Grenzen, gaben diese auch Anlass zu so mancher Streitigkeit über angebliche oder wirkliche Grenzverschiebungen.

Donnerstag, 04.10.2012, 15:10 Uhr

Heimatverein hatte eingeladen : Schnatgänger setzen „Grenzstein“
Traditioneller Schnatgang des Heimatvereins: Die alte Mühle auf dem Hof Schulze Osthoff bot den Teilnehmern trotz des nicht immer freundlichen Wetters eine schöne Kulisse. Foto: Reinker

Die Schnatgänge halfen damals, die Markierungen zu kontrollieren. Heute werden diese Wanderungen gerne zum Anlass genommen, sich über die dortigen Gegebenheiten und deren Historie zu informieren und an die Grenzüberprüfungen zu erinnern.

Im Kalender des Heimatvereins hat diese Veranstaltung einen festen Platz. Seit vielen Jahren wird der Tag der Deutschen Einheit dafür genutzt. Trotz des anfänglichen Regenwetters beteiligten sich am Mittwoch über 40 Bürger an der Wanderung, die auf dem Hof von Bernhard Everwin ihren Anfang nahm. Geführt von Erich Harenbrock ging es für die Schnatgänger in Richtung Bever , wo an die Burg Halstenbeck erinnert wurde. Der Heimatkundler erläuterte die damalige Turmhügelburg, die im 14. Jahrhundert vom Fürstbischof von Münster im Streit mit dem Tecklenburger Grafen zerstört wurde. Die Sage vom „Lüfferken von Halstenbecke”, die durch die dortigen Wälder spuken soll, gab Harenbrock an seine interessierten Zuhörer weiter.

Nach einem Gang durch unwegsames Gelände wurde auf dem Hof von Bernhard Schulze Osthoff Rast bei Kaffee und Kuchen eingelegt. Über den Hof, der erstmals 1339 erwähnt wurde, wie auch über die alte Mühle an der Bever berichtete der Hofherr. Die Geschichte der Bauten brachte Alfons Große Stetzkamp vom Telgter Heimatverein den Schnatgängern näher. So habe der Hof früher gerichtlich zu Ostbevern gehört, im Kommunal- und Pfarrverband jedoch zu Westbevern. Erst 1829 erfolgte laut Große Stetzkamps Erzählungen die endgültige Grenzregelung zwischen den beiden Bevergemeinden, die bis heute Bestand hat und auch bei der kommunalen Neuordnung 1975 berücksichtigt wurde.

Die Eiche, die traditionsgemäß bei jedem Schnatgang in der Bevergemeinde gepflanzt wird, fand im Anschluss ihren Platz in der Kortenbrede. Der dazugehörige Grenzstein , der von den Verantwortlichen dabei gesetzt wurde, soll mit seiner Inschrift an den Schnatgang erinnern. Weiter an der Grenze zur Nachbargemeinde ging es für die Wanderer durch die Bauerschaft Lehmbrock. Mit einem Abendimbiss wurde auf dem Hof von Ambrosius Schulze Hobeling der wissensreiche Ausflug beendet.

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