Karten im ÖPNV werden neu gemischt
Morgens per Taxi nach Münster?

Ostbevern -

Die Karten im ÖPNV werden neu gemischt. Der Kreis Warendorf wird zum Aufgabenträger. Die Auswirkungen von Neuausschreibungen der Personenbeförderung für Ostbevern sind unklar. Derweil denkt die Gemeinde über Alternativen für morgendliche Fahrten von Senioren über Telgte direkt nach Münster nach.

Samstag, 27.10.2012, 10:10 Uhr

Es tut sich etwas im öffentlichen Personennahverkehr ( ÖPNV ). Nicht etwa, dass die WB Westfalen Bus GmbH (kurz WB) plötzlich ein Einsehen hätte und dem Wunsch vieler Senioren nachkommen würde, die regelmäßigen durchgehenden Fahrten über Telgte nach Münster wieder aufzunehmen. Da nach einer Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union seit Ende 2009 grundsätzlich die Kreise und kreisfreien Städte Aufgabenträger für den ÖPNV sind und die Konzessionen auf den in Ostbevern verkehrenden überörtlichen Linien sowie den Ortsverkehrslinien Ende 2013 auslaufen, müssen aber die Karten neu gemischt werden. So wird der Kreis Warendorf nach den Worten des Kämmerers Hubertus Stegemann demnächst das „Bündel“ europaweit ausschreiben.

Welche Bedeutung das für den Busverkehr in der Gemeinde Ostbevern haben wird, bleibt abzuwarten, so Bürgermeister Joachim Schindler im Haupt- und Finanzausschuss. Dessen Mitglieder nahmen das Thema jedoch zum Anlass, auf die Probleme hinzuweisen, die besonders Senioren seit der jüngsten Fahrplanumstellung durch die WB hätten. Diese hatte die durchgehende Busverbindung von Ostbevern nach Münster an den Vormittagen gestrichen und auf einen Buspendelverkehr zwischen Ostbevern und dem Bahnhof Telgte mit einer Weiterfahrt per Zug nach Münster umgestellt (WN berichteten).

Ein durch die Gemeinde initiierter und als Erleichterung für Senioren angesehener Taxi-Dienst sei in den vergangenen vier Monaten lediglich von vier Personen in Anspruch genommen worden, berichtete Schindler. Zur Erinnerung: Die Wagen fahren dienstags und donnerstags um 9.30 Uhr zum Preis des normalen Bustarifs bis zum Rathaus Telgte. Von dort ist die unmittelbare Weiterfahrt mittels Bus (Linie 11) nach Münster möglich.

„Die älteren Mitbürger sagen, das Umsteigen in Telgte in den Bus sei unzumutbar“, berichtete Karin Läkamp (FDP).

„Die Menschen nutzen diesen Service nicht, weil er unattraktiv ist“, mutmaßte Jochem Neumann (Grüne). Er schlug vor zu prüfen, ob „der Bus nicht morgens wieder regelmäßig bis nach Münster fahren“ könne und was das die Gemeinde kosten würde“.

Hubertus Stegemann machte ihm allerdings keine Hoffnung: Der Kreis, der künftig zuständig sei, wolle wohl keine zusätzliche Busverbindung, und die Gemeinde habe dann kein Mitspracherecht mehr, sagte er.

Bürgermeister Joachim Schindler regte an, mit einem Taxiunternehmen über eine durchgehende Fahrt nach Münster am Vormittag zu reden und den Bedarf der Senioren zu prüfen. Diese Tour müsste zwar von den Interessenten bezahlt werden. „Aber wenn immer acht Leute fahren, kann sich das rechnen“, so der Verwaltungschef. Worauf Heinz-Josef Zumhasch (SPD) die Frage in den Raum stellte, wie denn wohl der Bedarf festgestellt werden solle.

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