Keine Trauer, keine Reue
Frau zerstückelt und Leichenteile versteckt: Angeklagter lässt Gutachter über Tattag berichten

Ostbevern/Münster -

Leichenteile im Wald, ein Torso in der Bever und abgeschnittene Beine auf einem Acker: Die Funde von Leichenteilen sorgten Ende April in der Ost­beverner Bauerschaft Überwasser für Aufregung.

Dienstag, 16.10.2012, 18:10 Uhr

Seit gestern steht ein 49-jähriger Mann vor dem Landgericht Münster, weil er seine 58-jährige Ex-Frau mit einem Messer getötet und ihre Leiche zerstückelt haben soll. Polizeibeamte schilderten gestern, wie sie die Funde sicherten. „Wir haben erst gedacht, es handelt sich um eine Puppe“, beschrieb ein Kriminalbeamter. Als er den gelben Plastiksack entfernte, sei schnell klar gewesen, dass es sich um ein menschliches Bein handelte. Außerdem hätten sich in den sporadisch verschnürten Tüten Zigarettenkippen, blutige Taschentücher und einzelne Haare befunden. Der Angeklagte äußerte sich beim Verhandlungsauftakt gestern nicht dazu. Wohl aber ließ der gebürtige Russe einen psychiatrischen Gutachter vom Tattag berichten. Offenbar war der Gelegenheitsarbeiter so stark betrunken gewesen, dass er im Nachhinein nicht mehr wusste, wo er die Leichenteile versteckt hatte. Zuvor hatte er seine Ex-Frau eigenen Angaben zufolge mit einem Messerstich in den Hals getötet. Hintergrund sei ein Streit gewesen, weil der 49-Jährige viel trank, eine Affäre hatte, arbeitslos war – „und zu nichts taugte“, wie der Gutachter die Worte der Ex-Frau zitierte. Offenbar lassen sich manche Verletzungen des Opfers nicht mit den Angaben des Angeklagten übereinbringen. So habe er „mit dem Messer regelrecht in ihrem Herzbeutel herumgerührt“, wie Richter Michael Skawran sagte. Ob er seinen Zorn an der Leiche abreagiert habe? Doch der Gutachter konnte keinerlei Gefühle bei dem Angeklagten ausmachen. Weder Trauer noch Scham noch Reue.  | Westfalen

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