Franz-von-Assisi-Grundschule
Lehrer wollen Sprachschätze heben

Ostbevern -

Es geht um die deutsche Sprache. Und es geht darum, wie diese an Schulen vermittelt werden kann. Vor allem geht es aber darum, wie Unterrichtsinhalte in der sicherlich nicht ganz einfachen Sprache Deutsch Kindern und Jugendlichen nahegebracht werden können. Vor allem dann, wenn die Schüler dieser Sprache nicht in entsprechendem Umfang mächtig sind, wie beispielsweise Kinder mit Migrationshintergrund oder einer fehlenden Bildungssprache. Dazu wurde eine Fortbildung für Lehrerkollegien im Kreis Warendorf mit dem Titel „Sprachschätze“ angeboten. Unter den 16 beteiligten Schulen mit dabei ist die Franz-von-Assisi-Grundschule.

Dienstag, 05.03.2013, 21:03 Uhr

Die Franz-von-Assisi-Grundschule beteiligt sich an der Fortbildung „Sprachschätze“. Das Ziel stellten (v.l.) Schulleiterin Martina Lamour, Referentin Christiane Möller-Bach und Prof. Sara Fürstenau von der Uni Münster vor.
Die Franz-von-Assisi-Grundschule beteiligt sich an der Fortbildung „Sprachschätze“. Das Ziel stellten (v.l.) Schulleiterin Martina Lamour, Referentin Christiane Möller-Bach und Prof. Sara Fürstenau von der Uni Münster vor. Foto: Biniossek

Seit knapp zwei Jahren finden an der Grundschule nun Fortbildungen statt, das letzte Modul zum Thema „interkulturelle, inklusive Schulmodelle“ war in der vergangenen Woche angesagt. Begleitet wird die Fortbildungsreihe, die von der Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) aus Essen organisiert wird, von der Uni Münster . „Das Besondere an dieser Weiterbildung ist, dass sich das gesamte Kollegium und die Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule beteiligen“, sagte Professorin Sara Fürstenau vom Institut der Erziehungswissenschaft. Welche Schlüsse aus diesem Projekt beispielsweise für die Lehrerausbildung gezogen werden können, ist noch offen.

Das gilt nach einer Evaluation (Beschreibung, Analyse und Bewertung dieses Prozesses) nicht nur für die Uni Münster, vor allem gilt das auch für die Grundschule. „Wir werden nach Abschluss der Reihe sicherlich darüber diskutieren, wie die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Unterricht zum Tragen kommen können“, sagte Schulleiterin Martina Lamour . Jedenfalls seien das Projekt und der Prozess spannend gewesen. „Letztlich geht es aber darum, wie können wir das konkret hier an der Schule umsetzen“, so Lamour.

Dass es durchaus Sinn macht, sich mit dem Thema „Deutsch im Unterricht“ zu beschäftigen, zeigt allein schon die Zahl von 27 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund an der Franz-von-Assisi-Grundschule. „Das sind alles Kinder, die deutsch sprechen, die aber vielfach den Zugang zur Bildungssprache nicht haben“, erläuterte Lamour. Und weiter: „Das gilt aber auch für etliche andere, deutsche Kinder.“ Ein Beispiel eines Stolpersteins der deutschen Sprache? Spricht ein Lehrer im Biologieunterricht über „Körper“, so ist dabei etwas ganz anderes gemeint als beim Begriff „Körper“ im Mathematikunterricht.

Das Ziel der Weiterbildung „Sprachschätze“ ist, so Schulleiterin Martina Lamour, eine „individuelle Förderung der Bildungssprache über alle Fachbereiche hinweg“. Es gehe um einen „erweiterten Kulturblick“, um eigene Werte, fremde Werte und Diskriminierung.

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