Schulsozialarbeiterinnen ziehen Bilanz
Erheblicher Gesprächsbedarf

Ostbevern -

„Diese Zahlen sind erschreckend“, sagte Karin Läkamp von der FDP-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Generationen und Soziales. Heinz-Josef Zumhasch von der SPD sieht das nicht so dramatisch, umfasse die Zahl, die Schulsozialarbeiterin Sonja Awiszus vorgestellt hat, doch alle ihre Gespräche nicht nur mit Schülern, sondern auch Eltern und Lehrern. „Ich denke, das ist im Rahmen“, sagt Zumhasch. Dessen ungeachtet sieht er, was von den Grünen und der CDU bestätigt wird, weiterhin den unbedingten Bedarf, Schulsozialarbeit an der Josef-Annegarn-Verbundschule vorzuhalten. „Was Frau Awiszus leistet, ist beachtlich und notwendig.“

Mittwoch, 16.10.2013, 06:10 Uhr

Es geht bei Awiszus ´ Zahlen um die Gespräche, die die Schulsozialarbeiterin an der Josef-Annegarn-Verbundschule im vergangenen zweiten Schulhalbjahr führte. In ihrem Bericht vor den Ausschussmitgliedern listet sie auf, dass sie insgesamt 130 Mal beratend tätig war, und zwar vorwiegend mit Schülern und Eltern aus den Stufen fünf bis sieben. „Das liegt sicherlich daran, dass die älteren Schüler selbst Strategien entwickelt haben, um Konflikte zu lösen, während die jüngeren externe Unterstützung benötigen“, sagt Awiszus.

Diese Beratungen fanden überwiegend in der Schule statt, aber die Sozialpädagogin suchte auch 65 Mal Familien in deren häuslichen Umfeld auf. Einen Großteil der Betartungsgespräche, die ein „freiwilliges Angebot sind“, so Awiszus, führte sie mit Jungen (50) und Mädchen (39), aber eben auch mit Müttern (35) und Vätern (3). Zudem war sie mit ganzen Klassen im Gespräch, und 42 Mal mit Gruppen. Rund 80 Erstgespräche waren zu führen, so die Sozialpädagogin weiter, Folgetermine fanden 115 Mal statt.

Mobbing und Ausgrenzung waren der Schwerpunkt der Einstiegsthemen, Freundschaft und Beziehungsgestaltung ein anderer. Weitere Themen waren: Erziehungsfragen, Leistungsprobleme, Krisensituationen und Selbstgefährdung. Drogen – derzeit führt Awiszus in der Schule in Zusammenarbeit mit der Jugendpflege des Kreises Warendorf das Projekt Drogenprävention durch – standen kein Mal zur Diskussion.

„Für mich ist es wichtig, mich im Bereich Prävention und Intervention bei Mobbing fortzubilden“, berichtet Sonja Awiszus im Ausschuss. Präventionsprojekte als regulären Bestandteil des Schulunterrichts weiter integrieren und vermehrt durchzuführen, sieht sie als zukünftige Schwerpunktaufgabe an. Zudem sei geplant, den Arbeitskreis Schulsozialarbeit zusammen mit denen aus Telgte und den umliegenden Gemeinden für die Sekundarstufen I und II wiederzubeleben.

Für die beiden Grundschulen präsentierte Diplom-Sozialpädagogin Stefanie Wübbels auch in Vertretung ihrer Kollegin Ruth Uennigmann die Zahlen für die Ambrosius- und Franz-von-Assisi-Grundschule. „Wir verfolgen mit unsere Arbeit einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt Wübbels. Die Sprechstunde sei offen für Kinder, Eltern und Lehrer, biete Hilfestellung für jegliche Problemlagen, wie bei der „aktiven Pause“, Einzelförderung, Kleingruppenarbeit oder der Mithilfe bei BuT-Anträgen (Bildungs- und Teilhabepaket).

„Gerade bei Letzterem sind wir gefordert in der Unterstützung der Eltern zur Inanspruchnahme der BuT-Leistungen, beim Abbau von Hemmschwellen und Scham“, sagt Wübbels. „Sozial benachteiligten Familien soll die Teilhabe am allgemeinen sozialen Leben ermöglicht werden.“ Und das betreffe mehr Familien, als angenommen werde.

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