Versammlung der Pfarrcaritas
Geplante Hilfe für Asylsuchende

Ostbevern -

Ulrich Lunkebein ist nicht mehr länger Vorsitzender der Pfarrcaritas.

Mittwoch, 29.10.2014, 06:10 Uhr

Ulrich Lunkebein (re.) wurde vom Vorstand der Pfarrcaritas und den Projektleitern verabschiedet.
Ulrich Lunkebein (re.) wurde vom Vorstand der Pfarrcaritas und den Projektleitern verabschiedet. Foto: Reinker

Die örtliche Pfarrcaritas wird wohl um ein Standbein erweitert. Bei der Versammlung des Vorstands, zahlreicher ehrenamtlich Aktiven und einigen Offiziellen am Montagabend im Edith-Stein-Haus entstand der Wunsch, die Arbeit mit und für Asylsuchende in der Gemeinde auf ein festes Fundament zu stellen. Auch die Regularien brachten eine Neuerung. Nach fünf Jahren gab Ulrich Lunkebein sein Amt als Vorsitzender an Annegret Weitkamp ab.

Er sei ein „bisschen aufgeregt“, gab Lunkebein in Bezug auf seine letzte Amtshandlung als Vorsitzender zu. Hinsichtlich der „wohl kürzesten Vereinssatzung Ostbeverns “ gingen die Regularien der Wahl recht zügig über die Bühne. So wurden Marianne Pottebaum als Kassiererin und Elisabeth Spangenberg-Spiegel als Schriftführerin wiedergewählt. Neu im Vorstand ist Annegret Weitkamp, die damit den aus zeitlichen Gründen ausscheidenden Lunkebein ersetzt. An ihn sprach Pfarrer Michael Mombauer Worte des Dankes aus: „Sie haben immer ganzen Einsatz geleistet und den richtigen Ton gefunden.“

Ulrich Lunkebein verabschiedete sich nach seiner fünfjährigen Amtszeit mit einem Vergleich als Bundesligaspieler, der noch vor Ende ausgewechselt wird, die Mannschaft sich aber weiterhin beweisen muss. Mit der Kleiderstube, dem Fair-Teiler, dem Fair-Kaufhaus, dem Offenen Ohr sowie der Aktion „Pro Mama“ seien viele Engagierte auf dem Feld. Er wünschte dem Team und den Führungspersönlichkeiten viel Erfolg. „Alle fünf Projekte der Pfarrcaritas laufen gut bis sehr gut“. Das sei nur dem ungeheuerlichen Einsatz aller Beteiligten und großzügiger Spenden zu verdanken.

Mit einer Fotopräsentation erlangten die Besucher einen Einblick in die Hintergründe und der Flucht Asylsuchender, die zum Teil viele Monate auf lebensgefährlichen Pfaden unterwegs seien und vor Ort auf niederschmetternde Zukunftsaussichten stießen. „Solche Schicksale haben wir auch hier in Ostbevern“, wusste Ulrich Lunkebein. Sein Vortrag setzte eine rege Diskussion in Gang. Laut Elisabeth Spangenberg-Spiegel, die sich gemeinsam mit einigen anderen aus der Gemeinde mit den 45 Asylbewerbern befasst, sei insbesondere die sprachliche Barriere ein großes Problem. Ihre Idee, eine Basis für „Integrationslotsen“ zu schaffen, stieß auf großes Interesse. Schnell entwickelten sich eine Dynamik der Hilfsbereitschaft und Möglichkeiten, wie die Asylsuchenden in der Bevergemeinde aktiv begleitet werden können. Dafür wollen sich die Interessierten in den nächsten Wochen zusammensetzen und ein festes Gremium bilden. „Wenn das Ehrenamt nicht wäre, würde die gesamte Asylpolitik zusammenbrechen“, war Ulrich Lunkebein überzeugt. Auch Bürgermeister Wolfgang Annen, der vermutlich ab Januar nächsten Jahres den Posten eines Sozialarbeiters in der Gemeindeverwaltung besetzen kann, versprach seine Unterstützung. Wer Interesse hat, sich an dem Engagement für die Asylsuchenden im Ort zu beteiligen, kann Kontakt zur Pfarrcaritas aufnehmen.

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