Ein Spaziergang auf dem Privatfriedhof der Familie von Beverfoerde
Die Verwitterten Grabsteine

Ostbevern -

Unweit des Loburger Schlosses liegt der Friedhof der private Friedhof der Familie Beverfoerde. Unter den Familienmitgliedern, die dort begraben sind, ist auch Anna Gräfin von und zu Westerholt. Sie war Beethovens Lieblingsschülerin und er widmete ihr sogar eine Sonate.

Freitag, 03.04.2015, 12:04 Uhr

Der Friedhof birgt 29 verstorbene Verwandte der Familie von Beverfoerde und liegt unweit des Schlosses Loburg auf der Wischhausstraße.
Der Friedhof birgt 29 verstorbene Verwandte der Familie von Beverfoerde und liegt unweit des Schlosses Loburg auf der Wischhausstraße. Foto: Unger

Nahezu jeder Ostbeverner kennt seine Gemeinde in und auswendig. Viele Male schon wurde das Schloss Loburg Gelände für einen Spaziergang genutzt und nicht nur Alteingesessenen, auch Neubürgern ist dabei der alte Friedhof ins Auge gefallen, welcher unweit des Schlosses liegt.

Die versteckte Begräbnisstätte ist im Besitz der Familie von Beverfoerde , die seit 1785 im Schloss Loburg lebte, bevor es 1953 an das Bistum Münster verpachtet wurde. Heute sind die Besitzer des historischen Geländes Karl-Hubertus Freiherr von Elverfeld genannt von Beverfoerde-Werries und seine Frau Monika.

Die Chroniken der insgesamt 29 Bestatteten reichen bis hin zur Barockzeit und umfassen fünf bis sechs Generationen. „Vor zwei Jahren haben wir hier unseren Onkel Nikolaus von und zur Mühlen beerdigt“, erinnert sich Monika von Beverfoerde an den jüngsten Begräbnisfall. Auch Karl-Hubertus Vater sowie Großeltern sind auf dem privaten Kapellenkamp beigesetzt worden.

Beim man um das, etwa ein viertel Hektar große Anwesen spazieren geht, erregt vor allem die kleine Kapelle Aufmerksamkeit. Der an-thrazitfarbene rechteckige Putzbau ist etwa drei Meter hoch und steht in der Mitte des Friedhofs.

Noch heute wird die Kapelle für die katholische Kirchengemeinde als Anhaltspunkt der Hagelprozession genutzt. „Die Hagelprozession, auch Kapellenkampprozession genannt, findet einmal im Jahr zehn Tage nach Fronleichnam statt“, erzählt von Beverfoerde. Dies hat schon lange Tradition und ist im Ort die älteste Prozession.

Neben dem kirchlichen Marsch, gibt es für den Familienkreis noch einen weiteren Grund die Türen der Kapelle zu öffnen. „Ein Mal im Jahr trifft sich die Familie am 3. November in der Kapelle für eine Familienmesse ,Namenstag des heiligen Hubertus“, sagt die 57-Jährige. Diese Messe dient dazu der verstorbenen Verwandten zu gedenken.

Benannt wurde die Sankt-Anna-Kapelle nach der wahrscheinlich bekanntesten Ahnin. „Anna Gräfin Westerholt war eine kleine Berühmtheit. Sie war Beethovens Lieblingsschülerin, er widmete ihr sogar eine Sonate“. Tragischerweise sind diese Sonate, sowie sämtliche Unterlagen der Kapelle bei dem Loburger Schlossbrand 1899 vernichtet worden.

Anna Gräfin Westerhold und ihr Mann Friedrich Clemens von Elverfeldt genannt Beverförde zu Werries gehören zu der ersten Generation der Beigesetzten. Das Ehepaar liegt in der Sankt-Anna-Kapelle. Die beiden von Beverfoerde sind die einzigen, die unter dem Bauwerk beerdigt wurde.

Die Namengebung der Familie verdankt Friedrich Clemens seinem Vater Friedrich Christian von Beverförde zu Werries. Der kinderlose Friedrich Christian adoptierte den damals einjährigen Friedrich Clemens, kurz vor seinem Tod, als Sohn und Erben.

Ein Motiv fällt bei dem Spaziergang immer wieder auf. Das hauseigene Wappen der Familie Elverfeldt genannt von Beverfoerde zu Werries ziert die Sankt-Anna-Kapelle und einige Grabsteine der Verstorbenen. Auch wenn die Verzierungen über die Jahre hinweg verwittert sind, erkennt man die Zusammensetzung der Stammwappen der Elverfeldt- und Beverfoerde-Familien. Das Wappen ist aufgeteilt in vier Felder. Die Felder eins und vier sind mit elf Streifen und die Felder zwei und drei mit einem Bieber verziert.

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