Plattdeutscher Abend
Mit närrischem Einschlag

Ostbevern -

Alle Akteure und auch die Biäwersänger waren beim Plattdeutschen Abend in Schunkelstimmung, denn der war diesmal - der fünften Jahreszeit entsprechend - karnevalistisch angehaucht.

Freitag, 05.02.2016, 12:02 Uhr

Mehr als 80 Gäste schunkelten mit den Biäwersängern und den Akteuren beim Plattdeutschen Abend, der diesmal karnevalistisch angehaucht war.
Mehr als 80 Gäste schunkelten mit den Biäwersängern und den Akteuren beim Plattdeutschen Abend, der diesmal karnevalistisch angehaucht war. Foto: Reinker

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder – unter diesem Motto fand der Plattdeutsche Abend im Heimathaus statt, der diesmal einen närrischen Einschlag hatte. Für den sorgten die Biäwersänger, der Plattdeutsche Männerchor des Heimatvereins unter Leitung von Roland Rösing, der unter anderem von Erwin Hansen auf dem Akkordeon begleitet wurde.

Nach einem Solo von Reinhard Große-Jäger, der fragte „Liäwt dän de Schulte-Brömmelkamp naoch?“ erzählte Hermann Kövener eine Geschichte von Hannes Demming über einen Schneemann, der Tränen vergießt, weil das Tauwetter ihm nach und nach die Kohlenaugen und die Wurzelnase raubt. Eine Geschichte des selben Autors hatte Heiner Eikelmann parat. Er schilderte den mehr als 80 Gästen den Rosenmontagsumzug mit Trommeln, Fanfaren, Schreien, Kreischen, Hurra und Helau. Gertrud Mussmann stellte Kindersprüche in den Mittelpunkt ihres Vortrags und die Zuhörer erfuhren unter anderem, was es heißt, wenn Opa barfuß auf dem Kopf ist.

Wenn die tollen Tage vorbei sind, werden manche Menschen nachdenklich, besonders diejenigen, die es mit dem Feiern übertrieben haben. Von ihnen berichtete Anni Preckel, die den Rückweg eines jungen Mannes, Heinken, nach dem Maskenball detailliert schilderte. Der erwachte im Gartenhaus des Nachbarn, auf alte Düngersäcke gebettet und mit einem Brummschädel.

Bei Heinrich Reckermann ging es um einen eifersüchtigen Ehemann, der nach dem Arztbesuch seiner Frau alles ganz genau wissen will. Diese und die Geschichten vom Radschläger und der Beichte kamen wie immer, kräftig, deftig und mit überraschenden Pointen. „Wann ist man alt?“ -- dieser Frage ging Hildegard Wegmann nach und hatte auch Antworten darauf. Die Erkenntnis: Mit 70 hat man das Gesicht, das man sich verdient hat. Daher soll man jeden Tag nutzen und genießen. Der Sketch von Hildegard Wegmann und Hermann Kövener handelte vom Streit eines Parksünders mit einer Politesse. Am Ende stellte sich heraus, dass der vermeintliche Parksünder als Fußgänger unterwegs war.

Nach der Pause ging‘s genauso unterhaltsam weiter: Für die Beiträge über die Weiberfasnacht, die Arbeitsbefreiung für die eigene Hochzeit, Erlebnisse von Feriengästen mit einer Kuh, Bildermaler am Strand, Predigten mit anschaulichen Experimenten und auch die Betrachtung des Münsterlandes aus dem Himmel gab es viel Applaus für die Akteure.

Die Biäwersänger hatten dann bei diversen Trinkliedern sowohl Fragen als auch Antworten. Der Frage, „Wat wullen wi drinken?“ folgte die Aufforderung „Staut an“ und auch über den wunderschönen Bierschaum gab es ein paar Zeilen. Dann war aber Karneval angesagt. Erwin Hansen, nicht nur mit Pappnase, Hut und Akkordeon, sondern auch mit rheinländischen Wurzeln, brachte die Gäste zum Schunkeln.

Der nächste Abend findet am 2. März statt.

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