Informationsabend
Wie ein zweiter Geburtstag

Ostbevern -

Beim Info-Abend der Selbsthilfegruppe der Schwerhörigen ging es diesmal um Organspende. Es sprachen Claudia Krogul und Dr. med. Marie-Theres Terlunen-Helmer, die beide ein neues Organ bekommen haben.

Samstag, 16.04.2016, 08:04 Uhr

Thema Organspende: Jürgen Brackmann begrüßte Claudia Krogul und Dr. med. Marie-Theres Terlunen-Helmer.
Thema Organspende: Jürgen Brackmann begrüßte Claudia Krogul und Dr. med. Marie-Theres Terlunen-Helmer. Foto: Reinker

Die Erlebnisse, von denen Claudia Krogul und Dr. med. Marie-Theres Terlunen-Helmer beim Treff der Selbsthilfegruppe der Schwerhörigen berichteten, waren ergreifend. Denn die beiden Mitglieder des Bundesverbandes der Organtransplantierten sind selbst Empfänger eines Organs und ließen an ihren Erfahrungen teilhaben.

Der Bundesverband der Organtransplantierten (bdo) bietet noch vor der Transplantation Beratung an und begleitet die Erkrankten auch nach der Operation. „Wir haben uns als Ziel gesetzt, über die Transplantation zu informieren und auf die Notwendigkeit der Organspende aufmerksam zu machen“, sagte Dr. med. Marie-Theres Terlunen-Helmer. Über 10 000 Menschen stünden auf der Warteliste, jeden Tag stürben drei Patienten, weil es kein Spenderorgan gebe, sagte die Rednerin. Sie wie auch ihre Kollegin Claudia Krogul bekam sie vor rund vier Jahren eine neue Lunge. „Als Transplantierte feiert man zweimal Geburtstag“, sagten beide.

Marie-Theres Terlunen-Helmer, bis zur Erkrankung als praktizierende Ärztin tätig, traf die Diagnose Lungenfibrose wie ein Schlag. Mehrere Jahre litt sie an massiven Atemproblemen, musste ihre Berufstätigkeit beenden. Die Chance auf eine Spenderlunge war gering. „Ich hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen“, gab sie zu. Im April 2012 wurde die heute 66-Jährige dann mit der lebensrettenden Operation „noch mal geboren“, wie sie sagte.

Ähnlich war es bei Claudia Krogul aus Nordkirchen. Sie bekam schon als Kind die Diagnose Mukoviszidose. „Rollstuhl und Rollator waren meine ständigen Begleiter“, erinnerte sie sich an die Jahre vor dem operativen Eingriff. „Die einzige Option war, sterben oder transplantieren“, sagte Claudia Krogul. Sie entschied sich für die Operation und war erstaunt, schon kurz danach wieder ein nahezu uneingeschränktes Leben führen zu können. Heute sprechen beide vor Schulklassen und Vereinen über ihre Erlebnisse. „Wir wollen keinen zum Spenderausweis überreden“, sagen sie.

Beim nächsten Info-Abend am 11. Mai geht es um ätherische Öle.

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