Flüchtlingssituation
Rückgang der Zuweisungen spürbar

Ostbevern -

Da der Gemeinde deutlich weniger Flüchtlinge zugewiesen werden, könnte die Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule wieder freigegeben werden. Zudem sind mehrere Bauprojekte abgeschlossen.

Mittwoch, 20.04.2016, 06:04 Uhr

Zur Zeit ist die Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule leer. Für alle Flüchtlinge, die dort in den vergangenen Monaten untergebracht waren, wurden inzwischen neue Unterkünfte gefunden, teilt die Gemeinde mit. Da die Flüchtlingszahlen niedrig sind, soll spätestens Anfang Mai entschiedenen werden, ob die Turnhalle als Unterkunft vorgehalten werden muss oder ob sie schon vor den Sommerferien wieder freigegeben werden kann.

Am 1. April waren 282 Flüchtlinge in Ostbevern untergebracht, 50 von ihnen in der Unterkunft an der Bahnhofstraße, 18 in der ehemaligen Schule in Brock . Die übrigen leben in angemieteten Wohnungen und gemeindeeigenen Objekten.

Einige werden jedoch in Kürze umziehen. Denn die Renovierung der ehemaligen Lederwarenfabrik ist inzwischen abgeschlossen, sodass dort jetzt Platz ist für 50 Menschen. Auch die Arbeiten in der ehemaligen Gaststätte Weiligmann in Brock stehen kurz vor dem Abschluss, in dem Gebäude entstehen 20 Plätze. 15 sind es im Erdgeschoss der ehemaligen Schule in Brock, wo zur Zeit die Vorbereitungen für den Umbau laufen.

Seit dem 1. Januar dieses Jahres sind der Gemeinde 17 Personen zugewiesen worden, drei Familien mit insgesamt zwölf Personen und fünf allein stehende Männer.

Den Kindern dieser Familien konnte, wie allen anderen auch, ein Kita-Platz zur Verfügung gestellt werden. Vom Jugendwerk läuft zudem weiterhin das Betreuungsangebot für Flüchtlingskinder unter drei Jahren und deren Mütter. In Zukunft will das Jugendwerk mit dem Internationalen Spieltreff kooperieren, den Ehrenamtliche einmal wöchentlich im Edith-Stein-Haus anbieten. Von den 39 schulpflichtigen Zuwandererkindern besuchen 14 die Ambrosius-, sechs die Franz-von-Assisi-Grundschule und 19 die Josef-Annegarn-Schule.

Inzwischen sind auch umfangreichere Integrationsmaßnahmen angelaufen. In Kooperation mit der VHS hat die Gemeinde Sprachkurse organisiert. Sind werden aus Spenden finanziert und sind bereits im vergangenen Jahr gestartet. Jetzt hat ein weiterer Aufbaukursus angefangen.

Zudem bietet die Arbeitsagentur mit dem „Integration Point“ eine kreis-weite Anlaufstelle für Flüchtlinge „mit hoher Bleibeperspektive“, wie es in der Mitteilung heißt, an. Wer also absehbare Chancen hat, nicht wieder ausreisen zu müssen, kann sich dort über Ausbildungs- und Arbeitsstellen informieren. Diese Beratung findet seit Februar zweiwöchentlich auch in Ostbevern statt.

Die Betreuung der Flüchtlinge in Ostbevern und Brock übernehmen neben den Ehrenamtlichen der Projektgruppe Wi(h)r drei Sozialarbeiter der AWO. Sie teilen sich 39 Wochenstunden und bieten im Rathaus regelmäßig offene Sprechstunden an. Zudem ist das DRK Warendorf momentan tagsüber sechs Stunden überwiegend in den größeren Unterkünften vor Ort. Darüber hinaus besuchen die Ortsgruppen von Rotem Kreuz und Maltesern die Bewohner. Nachts ist an einigen Unterkünften ein Wachdienst unterwegs.

Das alles kostet Geld, doch die Verwaltung teilt mit, dass die Kosten „zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartungsgemäß im Rahmen des Etats“ liegen.

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