Kabarettprogramm
Der Westfale an sich

Ostbevern -

Die „Bullemänner“ haben bei ihrem Doppelauftritt im Vorfeld des Kreisehrengardetreffens begeistert. Ihr Kabarettprogramm spickten sie mit einer Menge Lokalkolorit.

Freitag, 26.08.2016, 13:08 Uhr

Die „Tastenfachkraft“ Svetlana Svorob und die beiden Bullemänner Heinz Weißenberg und Augustin Upmann als „Westfalen-Versteher“.
Die „Tastenfachkraft“ Svetlana Svorob und die beiden Bullemänner Heinz Weißenberg und Augustin Upmann als „Westfalen-Versteher“. Foto: Hagemeyer

So darf man sich westfälisches Kabarett vorstellen: Mit ihrem Programm „Rammdösig“ sangen die Bullemänner bei einem Doppelauftritt am Mittwoch sowie am gestrigen Abend ein Loblied auf ihre münsterländische Heimat und zogen sie gleichzeitig kräftig durch den Kakao. Dazu hatte der Schützenverein Rengering eingeladen, der damit in das Festwochenende zum Kreisehrengardentreffen startete.

Die Bullemänner alias Augustin Upmann und Heinz Weißenberg machten den insgesamt über 400 Besuchern deutlich, was den Begriff „rammdösig“ ausmacht: benebelt, dumm und unfähig, klar zu denken. Westfälische Banalität verpackten sie amüsant und schwarzhumorig. Musikalisch begleitete die „Tastenfachkraft“ Svetlana Svorob das Duo, das eine große Portion Rengeringer Lokalkolorit mitgebracht hatte. Augustin Upmann lobte das Parfüm der Zuschauerinnen. „Das riecht man durch die Schweine durch“, kommentierte er die Landluft. Was die Parfümerie Douglas „der Obi für die Frauen“, sei der Duft des Schweinebauchs auf dem Grill für die Männer.

Mit rammdösigen Attributen belegte Heinz Weißenberg nicht nur den Westfalen, Zusammenhänge entdeckte er auch in der Tierwelt. „Das Faultier ist toll, aber auch wenn es bei uns heimisch wäre, käme es nicht auf ein Wappen“, so der Bullemann. Verwunderlich, dass es bei den Pferden anders sei. „Das macht doch so ein langes Gesicht“, fand Weißenberg.

Begeistert war das Publikum ob der Lieblingsliteratur des Westfalen-Verstehers, der sich als „Landlust“-Leser outete. Er, der eigentlich gar nicht basteln könne, entdeckte durch die Zeitschrift das Interesse am Achselhaarmakramee und dem Blaudruck auf der „Pläte“. Augustin Upmann konterte mit dem „Landlümmel“ für männliche Leser. Das „töpfern mit Mett“ oder das Filzen mit „Bauchnabelfussel“ seien doch ganz neue Ideen.

Natürlich durfte auch das Thema Auto nicht fehlen. Der SUV habe das „Rüstungsgeschäft auf die Straße“ gebracht, doch solle etwa VW seine Modelle neu benennen. „Gib mir Ablass für mein Abgas“, sprach Upmann. Ein Mähdrescher der Marke Claas könne auch als Mahatma Gandhi bezeichnet werden. „Ma hat man eine gute Ernte, ma eine schlechte“, übersetzte Heinz Weißenberg. „Das ist doch der perfekte Name.“

Ob tierische Gastgeschenke für die italienische Partnerstadt, das Regenwetter auf dem Land oder der Zusammenhang zwischen dem Tanzsport und landwirtschaftlichen Arbeiten: mit ihrer rammdösigen Art skizzierten die westfälischen Kabarettisten ein amüsantes Bild ihrer Heimat, das die Gäste begeisterte.

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