Gesamtschule in Lengerich geplant
JAS in Existenz bedroht?

Ostbevern -

Im Januar hatte die Bezirksregierung eine Überführung der Josef-Annegarn-Schule in eine vierzügige Sekundarschule genehmigt. Jetzt wurde die Grenze von 100 Schülern für den Jahrgang 2016/2017 unterschritten und die Genehmigung widerrufen. Zeitgleich erging jedoch eine Genehmigung für eine Dreizügigkeit der Schule.

Mittwoch, 31.08.2016, 08:08 Uhr

72 Schülerinnen und Schüler wurden in der vergangenen Woche an der neuen Sekundarschule eingeschult.
72 Schülerinnen und Schüler wurden in der vergangenen Woche an der neuen Sekundarschule eingeschult.

Im Januar hatte die Bezirksregierung eine Überführung der Josef-Annegarn-Schule in eine vierzügige Sekundarschule genehmigt. Die Verantwortlichen hatten sich seinerzeit allerdings den Widerruf der Genehmigung vorbehalten, sollte die Grenze von 100 Schülern für den Jahrgang 2016/2017 unterschritten werden. Dies ist nun der Fall. Das teilte Bürgermeister Wolfgang Annen in der vergangenen Sitzung des Bildung-, Generationen- und Sozialausschusses mit.

Für das seit vergangener Woche laufende Schuljahr lagen lediglich 75 Anmeldungen vor. 72 Schülerinnen und Schüler wurden am vergangenen Donnerstag schlussendlich in die fünfte Klasse eingeschult. Eine Einrichtung von vier Parallelklassen war damit nicht möglich und die Genehmigung wurde widerrufen.

Aktuell wurde, so teilt die Bezirksregierung mit, eine Genehmigung für eine dreizügige Sekundarschule erteilt. Das bedeutet für Ostbevern , dass es in den kommenden Jahren auch dabei bleiben muss. Sollte es einen Jahrgang geben, bei dem die Schülerzahl eine Vierzügigkeit erfordere, so sei sicher einmal eine Ausnahmegenehmigung möglich, auf Dauer allerdings nicht. Hierfür müsse die Gemeinde über mehrere Jahre nachweisen, dass der Bedarf für eine Vierzügigkeit bestehe, heißt es von der Bezirksregierung.

Probleme, sagt Bürgermeister Wolfgang Annen, könnten in diesem Zusammenhang ab dem kommenden Schuljahr auf die Gemeinde Ostbevern zukommen. Dann ist nämlich die Entstehung einer sechszügigen Gesamtschule in Lengerich und Tecklenburg geplant. Im Vergleich zur Sekundarschule sei diese Schulform unter Umständen attraktiver, da bei entsprechender Qualifikation dort direkt das Abitur abgelegt werden könne. Zwar biete auch die Josef-Annegarn-Schule durch die Kooperation mit der Loburg und dem Paul-Spiegel-Berufskolleg diese Möglichkeit für entsprechend qualifizierte Schüler, dennoch grabe die neue Schule in Lengerich/Tecklenburg der JAS unter Umständen Schüler ab. „Wir kalkulieren auch mit den Schülern von außerhalb“, sagt Annen und meint damit Schüler aus den Einzugsbereichen Kattenvenne oder Lienen. Würden die wegfallen, „ist das für Ostbevern ein Existenzproblem“, blickt der Bürgermeister besorgt in die Zukunft. Diese Bedenken habe er auch bereits gegenüber der Bezirkregierung geäußert, teilt er mit. Dort spricht man wiederum von einem offenen Verfahren. Aktuell liefen Moderationsgespräche, an denen auch die betroffenen Kommunen der Umgebung teilnehmen würden, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung. Es sei wichtig einen Konsens zu finden, zu dem vorher alle Beteiligten gehört würden. Denn nicht nur Ostbevern würden in diesem Zusammenhang Probleme plagen, auch in Saerbeck habe man Angst zu viele Schüler nach Lengerich zu verlieren. Sollten die Bedenken der umliegenden Kommunen so gravierend sein, dass sie nicht hinzunehmen seien, so könne die Genehmigung für Lengerich und Tecklenburg versagt werde, heißt es von der Bezirksregierung. Bis zum Ende des Jahres sollen die Gespräche abgeschlossen und eine Entscheidung gefallen sein, heißt es aus Münster weiter. Dies begründe sich dadurch, dass im Falle einer Genehmigung die Kommune die Zeit benötigt, um die Schule organisatorisch aufzustellen und ein Anmeldeverfahren zum kommenden Schuljahr durchzuführen.

Je nachdem wie die Entscheidung ausfalle, könne er sich durchaus vorstellen, dass Ostbevern den Klageweg beschreitet, sagt Bürgermeister Wolfgang Annen, der die JAS massiv bedroht sieht. Aktuell laufen Elternbefragungen in den Außenbereichen Lienen und Kattenvenne, die Auswertung soll, sofern die Ergebnisse dann vorliegen, in der Ratssitzung am 15. September präsentiert werden.

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