Internationaler Tag der Frauen
Herausforderungen meistern

Ostbevern -

Heute ist der internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten. WN-Redakteurin Daniela Allendorf nahm dies zum Anlass, ein Interview mit Reinhild Abigmann und Elisabeth Nünning zu führen.

Samstag, 15.10.2016, 08:10 Uhr

Mit der Kampagne „Pumps@Bauernhof“ wollen Landfrauen der Entfremdung entgegenwirken.
Mit der Kampagne „Pumps@Bauernhof“ wollen Landfrauen der Entfremdung entgegenwirken. Foto: Wissmann

Am heutigen Samstag, 15. Oktober, ist der Internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten. Dieser Ehrentag liegt deshalb einen Tag vor dem Welternährungstag , da Bäuerinnen maßgeblich an der Nahrungsversorgung beteiligt sind. Was viele jedoch nicht wissen: Dies ist nicht ihre einzige Aufgabe. Mit viel Leidenschaft arbeiten die Frauen an den Schnittstellen zwischen Familie, Betrieb und ländlichem Raum – oftmals unsichtbar. Nicht selten finden die Tätigkeiten im Verborgenen statt. Dabei sind die Frauen wichtige Akteure auf dem Land und bilden damit ein soziales und wirtschaftsförderndes Potenzial für die Gesellschaft. Ziel des Tages ist es, auf die Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

Redakteurin Daniela Allendorf sprach mit den Landfrauen Reinhild Abigmann und Elisabeth Nünning über das Leben auf dem Land, die Veränderungen und den Landfrauenverband.

Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Rolle der Bäuerin in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Elisabeth Nünning: Die meisten Bäuerinnen sind nebenbei berufstätig und zusätzlich mit der vermehrten Büroarbeit der landwirtschaftlichen Betriebe beschäftigt. Die körperliche Arbeit hat durch die Modernisierung der Ställe abgenommen und obliegt in vielen Fällen eher dem Mann.

Reinhild Abigmann: Heute sind moderne Schlepper und Ackergeräte auf den Feldern zu sehen, mit denen aber auch Frauen sehr gut umgehen können. Trotzdem sind sie in der Landwirtschaft nicht so zahlreich vertreten wie ihre männlichen Kollegen.

Aber mal ehrlich, sind Landfrauen überhaupt noch zeitgemäß?

Nünning: Ja, auf jeden Fall. Das lässt sich wunderbar mit der Aktion des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes verdeutlichen. Unter dem Titel „Pumps@Bauernhof“ sind Frauen eingeladen, Höfe zu erkunden. Die Landwirtinnen zeigen ihre Betriebe und wollen so der Entfremdung entgegenwirken und der Landwirtschaft ein Gesicht geben.

Stichworte Kopftuch, Kittel, Gummistiefel: Wie wird die Landfrau in der Öffentlichkeit gesehen?

Abigmann: Wer so denkt, lebt nicht zeitgemäß. Die Zeiten von ‚Kopftuch, Kittel und Gummistiefeln‘ sind längst vorbei. Auch hier ist die Aktion „Pumps@Bauernhof“ wieder zu nennen. Ob als Unternehmerin in der Landwirtschaft oder im Landservice-Betrieb – die Bäuerinnen erzählen gerne, was sie bewegen und was sie bewegt.

Wie setzt sich Ihr Ortsverband zusammen? Wie viele Mitglieder haben sie und wie ist die Altersstruktur?

Nünning: Wir haben rund 200 Mitglieder. 20 Frauen davon arbeiten im Ortsvorstand mit. Das Alter unserer Mitglieder liegt so ab 30 Jahren aufwärts. 40 Prozent der Mitglieder sind über 65 Jahre alt. 125 Mitglieder kommen aus der Landwirtschaft. Die restlichen Mitglieder aus anderen Berufssparten.

Seit wann und warum engagieren Sie sich für die Landfrauen?

Abigmann: Ich bin jetzt seit gut 20 Jahren mit dabei. Und ich finde es gut, dass ich über die Landfrauen viele Kontakte knüpfen und pflegen kann.

Nünning: Und ich bin seit 33 Jahren dabei. Mir macht es macht Spaß, sich ehrenamtlich zu betätigen und einzubringen. Auch die gemeinsame Unternehmungen machen viel Spaß. Und es ist immer wieder eine interessante Herausforderung, neue Programmpunkte für die verschiedenen Altersgruppen zu planen.

Muss der Ostbeverner Ortsverband um den Nachwuchs kämpfen?

Abigmann: Leider ja. Genauso wie viele andere Vereine auch.

Was tun Sie, um junge Mitglieder zu gewinnen?

Nünning: Wir versuchen immer wieder moderne Programmpunkte anbieten. So zum Beispiel Tagesfahrten in den Ferien für Mütter mit ihren Kindern in Tier- und Freizeitparks. Darüber hin­aus organisieren wird interessante Besichtigungen, kulturelle Angebote, Bastelangebote, gemütliches Beisammensein oder Radtouren. Dabei versuchen wir natürlich, jede Altersgruppe anzusprechen.

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