Aschermittwoch: Ostbevern kann’s
Hobby-Kabarettisten sind der Hit

Ostbevern -

Die Bürger Ostbeverns, zumindest einige von ihnen, haben beim Literarischen Aschermittwoch brilliert.

Freitag, 03.03.2017, 07:03 Uhr

Reinhold Bußmann und Willy Ludwig (v.l.) überzeugten mit dem „Gesang der barmherzigen Investoren“.
Reinhold Bußmann und Willy Ludwig (v.l.) überzeugten mit dem „Gesang der barmherzigen Investoren“. Foto: Reinker

Was auf Bundes- und Landesebene stets der Politische, ist zur selben Zeit in der Bevergemeinde der Literarische Aschermittwoch : eine willkommene Gelegenheit, mal wieder richtig Dampf abzulassen. Mit dem Titel „ Ostbeverns Glanz und Gloria“ hatten die Akteure um Frank Düring vor allem auf viel Lokalkolorit neugierig gemacht. Kein Wunder also, dass der Saal Nuyken „proppenvoll“ war.

Über 150 Besucher wollten sich das Programm nicht entgehen lassen. Und sie wurden nicht enttäuscht – die hiesigen Hobby-Kabarettisten überzeugten auf ganzer Linie.

Frank Düring hatte im Vorfeld eifrig den Bleistift gezückt beziehungsweise die Tasten gedrückt, denn einige der Texte stammten von ihm; souverän führte er zudem durch das Programm, das vom MVO mit traditionell bayrischer Musik begleitet wurde.

Hielt der echte Martin Schulz in Vilshofen seine Rede, mimte Reinhold Bußmann vor Ort den SPD-Kanzlerkandidaten. Der quadratische Sigmar Gabriel, der Power-Ranger Heiko Maas oder der „leicht bräsig wirkende“ Olaf Scholz seien doch keine wirklichen Alternativen zu ihm, meinte Bußmann. „Ist doch irgendwie eine Ansammlung pullundriger Berufs-Politiker, die sich gegenseitig im Weg stehen und in Phrasen erstarren“. Er dagegen sei die Summe aller Kandidaten: „übergewichtig, aus NRW, ohne Abi und übertrieben mitteilsam“.

Literarischer Aschermittwoch in Ostbevern

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  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Privat
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker
  • Die Hobby-Kabarettisten in Ostbevern sind echte Talente – der MV unterstütze Foto: Anne Reinker

„Als Dream-Team des Ostbeverner Kabaretts“, das immer das Ohr am Puls der Zeit hat, kündigte Frank Düring Erna und Ingeborg an, in Person von Christa Seeburg und Karin Große Inkrott. Als „Glanz und Gloria AG“ errechneten sie, dass der Bürgermeister noch 1293 Tage Amtszeit vor sich hat und überlegten, sich selbst das Dorf untertan zu machen. So hieß es etwa: „Ob Rathausbau, ob Supermarkt? Ob Hochparterre, ob Tiefgarage? Das einzige, was uns dabei interessiert, das ist unsere Marge. Mit feinem Zwirn und schickem Auto verstehen wir zu glänzen. Wer so was hat, das wissen wir, braucht keine Referenzen“, bezog sich das Duo wohl auf den Rathausneubau. Und weiter: „Ästhetik spielt bei uns keine Rolle, kostet nur Geld und bringt uns nichts ein. Ästhetik ist nur was für Dorf-Trolle, so dämlich können wir gar nicht sein.“

Auch im zweiten Teil der „Glanz und Gloria AG“ – diesmal zudem mit Elke Bokermann, Willy Ludwig, Reinhold Bußmann und Regina Bücker-Schnelle – ging es mit einer Ratssitzung scharfzüngig weiter. Dieses Mal drehte es sich jedoch in erster Linie um die Entscheidung für das richtige Toilettenpapier in der Verwaltung, die sich bis zur Unterschrift für den Rathausbau entwickelt.

Ebenfalls ortsbezogen war der „Gesang der barmherzigen Investoren“ mit Willy Ludwig und Reinhold Bußmann, die damit den Segen für „dieses Musterdorf und für das ganze Land“ erteilten.

Im Gespräch zwischen „Süperkalif“ Erdogan (Archi Achenbach) und Kanzlerin Merkel (Regina Bücker-Schnelle) dagegen spielten internationale Themen wie die Flüchtlingssituation, Ausgleichszahlungen und eine „kurdische Lösung“ eine Rolle. Den Brexit erklärten Bücker-Schnelle und Frank Düring, Archie Achenbach sorgte mit seinem „Sport-Tagebuch“ und seinen Trainingsversuchen a là Rocky Balboa für ein Highlight des Abends. Auf „postfaktische Zeiten“ blickte Willy Ludwig zurück, Elke Bokermann hoffte auf einen „Elitepartner“. Prominenz stellte sich mit Horst Lichter (Reinhold Bußmann) und Frauke Petry (Elke Bokermann) auf der Bühne ein. „Spaghetti sind mit der AfD nicht zu kochen. Denn wir fordern eine Obergrenze für alle ausländischen Gerichte.“ Als Nachtisch gebe es dann einen Mohrenkopf, der den Kern der AFD beschreibe: „undefinierbarer Inhalt und brauner Rand“.

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