Jazzkonzert auf der Loburg
Mit Esprit und Leidenschaft

Ostbevern -

Zu einem ganz besonderen Konzert hatte das Kulturforum eingeladen: Den Jazzfrühschoppen auf schloss Loburg gestaltete „Cru Sauvage“ für wahre Liebhaber feinster von Hand gemachter Musik.

Montag, 24.04.2017, 16:04 Uhr

Christian Kappe (l.) präsentierte zusammen mit Kai Bückner (Gitarre) und Pianist Burkhard Jasper feinste von Hand gemachte Musik.
Christian Kappe (l.) präsentierte zusammen mit Kai Bückner (Gitarre) und Pianist Burkhard Jasper feinste von Hand gemachte Musik. Foto: Engels

Es waren schon wahre Liebhaber feinster von Hand gemachter Musik, die am Sonntag den Weg in das Foyer von Schloss Loburg zum Jazzfrühschoppen gewählt hatten. Mit dem Trio „Cru Sauvage “ war ein Ensemble nach Ostbevern gekommen, das für sensibel arrangierte Jazzstandards und fast poetische Melodien bei den Eigenkompositionen bekannt ist. Mit dem Trompeter und Kornett-Spieler Christian Kappe , dem Pianisten Burkhard Jasper und dem Gitarristen Kai Brückner erlebte man eine Formation, die bestens aufeinander abgestimmt ist, wo jeder die Qualitäten seiner musikalischen Weggefährten kennt und schon kleinste Veränderungen sofort in den Dialog eingefügt werden.

Dabei spielten die drei Musiker keineswegs „akademisch“, sondern konnten mit klangmalerischen Mitteln die Gefühlswelt jenseits des reinen Notentextes in ein musikalisches Gewand kleiden. Schon bei dem ersten Stück von Jean Sibelius war den Zuhörern klar, dass dieses Konzert gleichsam zu einem Crossover der Jazzepochen, zu einer Zeitreise von der Spätromantik bis in die Gegenwart angelegt war. Christian Kappe, der auch festes Mitglied in der Band „Hotlips“ von Jasper van‘t Hof ist und regelmäßig mit der Organistin Barbara Dennerlein konzertiert, zeigte hier seine Offenheit für Melodien, die zwar nicht aus dem Jazz kommen, denen das klangliche Gewand von „Cru sauvage“ aber bestens steht. Wenn sich das Trio dem bekannten „Prelude e-Moll op. 28 Nr.4“ aus der Feder von Frédéric Chopin annahm, konnte man wahrlich Raum und Zeit vergessen und sich im Strom der wunderbar differenziert gespielten Melodie treiben lassen.

Der Namen des Trios mit „Cru Sauvage“ passt eben zu dieser klangfarbenreichen Musik, genauso wie die feine Schokolade beinhaltet sie einen Suchtfaktor. Die Musiker zeigten sich als kultivierte Instrumentalisten, die ihre Gedanken kunstvoll genießerisch und eben nicht kopflastig trocken in Musik umsetzen konnten. Das Trio nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der nordischen Fjorde und einsamen Wälder, schuf bei „Silmät Tummat Kuin Yö“ von Usko Kempi und dem traditionellen „Kullan Ylistys“ impressionistisch anmutende Bilder. Wenn Kappe die Melodie wie bei „Everything I love“ von Cole Porter am Kornett mit weichem Timbre erklingen ließ, war man sich verzaubern von diesem gefühlvollen Spiel des Trios. Über den filigranen Begleitmustern von Burkhard Jasper und Kai Brückner konnte Christian Kappe die Melodie in all ihrer Schönheit erklingen lassen.

Dass seine Kollegen aber auch als Komponisten durchaus herausragende Qualitäten besitzen, zeigte sich bei Songs wie „Fyn“, einer stimmungsvollen „Ballade“ oder dem lebendigen „Kaddish“ von Kai Brückner sowie bei spritzigen Songs wie von Esprit und Leidenschaft erfüllten „Perpetuum Jazzable“ und „Well Known Adaption“ von Burkhard Jasper. Virtuosität und spieltechnische Brillanz waren dabei nie Selbstzweck, standen immer im Dienste der musikalischen Ausgestaltung. Dieser Morgen mit dem Trio „Cru Sauvage“ war ein Erlebnis, das man sicherlich so schnell nicht vergessen wird.

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