Starke Frauen
Mit Heinrich Afhüppe fängt alles an

Ostbevern-Brock -

Die Bröcker Frauen haben allen Grund zu feiern: Bischof Johannes Poggenborg genehmigte die „Bruderschaft der christlichen Mütter“ am 6. Oktober 1917, also in diesem Jahr vor genau 100 Jahren.

Mittwoch, 03.05.2017, 09:05 Uhr

Maria Brüske, Alexandra Sendker und Marlies Fiege (v.l.) präsentieren viele Zeitdokumente mit spannenden Inhalten. Sie geben Auskunft über die 100jährige bewegte Geschichte der Frauengemeinschaft.
Maria Brüske, Alexandra Sendker und Marlies Fiege (v.l.) präsentieren viele Zeitdokumente mit spannenden Inhalten. Sie geben Auskunft über die 100jährige bewegte Geschichte der Frauengemeinschaft. Foto: Anne Reinker

Hilfsbereitschaft, kreative und sportliche Angebote, kirchliche Aktivitäten, Vorträge und noch viel, viel mehr: Dafür steht die katholische Frauengemeinschaft Brock. Und die Mitglieder freuen sich auf ein Ereignis: 100 Jahre wird die Gemeinschaft in diesem Jahr alt. Ein Team um Marlies Fiege , heutige Teamleiterin der Organisation, hat zum Jubiläum so einiges an alten Dokumenten zusammengetragen.

Es war Heinrich Afhüppe, der 1917 die Gründung der Gemeinschaft in die Hand nahm, genehmigt wurde die „ Bruderschaft der christlichen Mütter“ dann am 6. Oktober 1917 durch Bischof Johannes Poggenborg . Ihr Zweck damals war unter anderem die „Selbstheiligung der Mütter“ und die Förderung eines echt christlichen Familienlebens.

Um Mitglied zu werden, nahmen die Frauen einige Verpflichtungen auf sich. „Sie mussten täglich beten“, erzählt Marlies Fiege. Zudem hatten alle Mitglieder am Begräbnis einer Vereinsschwester teilzunehmen, anderen Frauen werktätige Hilfe zu erweisen und Frieden untereinander zu fördern. So ist es in den Chroniken nachzulesen.

Vorträge und Andachten gehörten ebenfalls dazu. „Am Gründungstag schlossen sich direkt 101 Frauen an“, berichtet Marlies Fiege. Dem ersten Vorstand gehörten Johanna Epke, Maria Böckmann , Anna Wiegert genannt Strotmann und Maria Wieler genannt Große Burlage an. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Zentralverband aufgelöst und 1951 unter dem Namen „Zentralverband der katholischen Frauengemeinschaft Deutschland“ neu gegründet.

Zeitsprung: Als die heutigen Vorstandsmitglieder Marlies Fiege, Maria Brüske und Alexandra Sendkerie beginnen, aktuelle Aktivitäten aufzuzählen, kommen sie schnell ins Stocken, zu groß ist einfach die Anzahl: Gymnastik, Fußpflege, Seniorennachmittage, Helferinnengruppe, Andachten, Gebetstage, Karneval, Bewirtung bei Veranstaltungen, Staudentausch, Radtouren, Krippenbegehungen, Probierabende . . .

Vor allem Letztere sind ein Dauerbrenner. „Es wird im Gegensatz zu früher mehr für die jungen Frauen getan“, sagt Marlies Fiege. „Die Probierabende werden über die Generationen hinweg richtig gut angenommen“, fügt Maria Brüske hinzu.

Eine feste Institution ist der Dienstagstreff, der mit dem gemeinsamen Sockenstricken startete. „Jeder kann dort heute machen, was er möchte“, erklärt Maria Brüske. Unter anderem gibt es Hilfestellungen beim Handarbeiten. „Wir haben hier auch schon mal eine Nähmaschine wieder ans Laufen bekommen.“

Doch auch wenn alles gut läuft: Die Aktiven hoffen nicht nur auf neue Ideen, sondern auch auf neue Mitglieder. Denn wie viele andere Vereine macht sich die Frauengemeinschaft Brock Gedanken um den Nachwuchs. Wenngleich die Gemeinschaft vor 25 Jahren mit über 240 Mitgliedern ihre „Blütezeit“ hatte, ist sie heute mit

knapp der Hälfte an Teilnehmerinnen immer noch eine starke Truppe. Wer die Chronik studiert, erfährt – vielleicht überraschend –, dass es einen Rückgang der Mitgliederzahlen auch schon vor mehreren Jahrzehnten gegeben hatte. „Es waren damals die gleichen Probleme und Gedankengänge zur Nachwuchsfindung wie heute“, so Marlies Fiege.

Das runde Jubiläum wollen die Frauen natürlich feiern. So heißt es am 6. August (Sonntag) ab 11 Uhr: „Kunst im Schatten der Kirche“. Bei diesem Begegnungsfest wird auch das in Planung befindliche Kochbuch der Bröckerinnen verkauft. Am 15. Oktober (wieder ein Sonntag) gibt es einen Festgottesdienst mit anschließendem Empfang. Marlies Fiege: „Alle sind jetzt schon herzlich eingeladen.“

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