Afrika: Vor Ort helfen
Die Mauern stehen

Ostbevern -

Hildegard Schule-Thörner, Maria Ortwerth, Bärbel Unland und Margret Dieckmann-Nardmann – so heißen die vier engagierten Frauen, die zusammen nach Ruanda gereist sind. Urlaub? Sicherlich nicht.

Dienstag, 16.05.2017, 08:05 Uhr

Die Armut in Runda hat die Delegation aus Ostbevern betroffen gemacht. Auch mit Gelder aus der Bevergemeinde wird dort momentan eine Berufsschule gebaut. Zurzeit ist Ostbevern der einzige Geldgeber.
Die Armut in Runda hat die Delegation aus Ostbevern betroffen gemacht. Auch mit Gelder aus der Bevergemeinde wird dort momentan eine Berufsschule gebaut. Zurzeit ist Ostbevern der einzige Geldgeber. Foto: Privat

Erst seit kurzer Zeit sind Hildegard Schule-Thörner , Maria Ortwerth, Bärbel Unland und Margret Dieckmann-Nardmann aus Ruanda zurück. Die Eindrücke, die sie von diesem Land, den Menschen dort sowie dem neuesten Projekt des Vereins Ndaba-Ostbevern gewonnen haben, sind nach wie vor intensiv. Den Bau einer Berufsschule unterstützt der Verein zurzeit.

Bis zum vergangenen Jahr stand die Trinkwasserversorgung im Fokus der Arbeit des Vereins. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit wünschte sich der Bezirk Rugabano nun für den Ort Uwinyambo in der Westprovinz Ruandas aber eine Möglichkeit, Jugendliche an eine berufliche Tätigkeit heranzuführen.

Es soll eine Hoffnung am Horizont geben für die jungen Männer und Frauen, die keinen Schulabschluss gemacht haben, die durchs Bildungsraster gefallen sind. Sie sollen in der neuen Technikerschule umfangreiches Wissen in den Bereichen Elektrizität, Herstellung von Bekleidung, Installation und Metallbau erlangen. Eine Ausbildungsdauer von etwa sechs Monaten ist geplant, von einer nachhaltigen Auswirkung für den Bezirk Rugabano gehen die Verantwortlichen aus. „Der Bezirk stellte das Grundstück zur Verfügung, die Eltern der Jugendlichen werden in das Förderprogramm involviert“, erläutert Margret Dieckmann-Nardmann.

Der Verein aus Ostbevern hat das etwa 30 000 Euro teure Projekt mit 8000 Euro unterstützt. Zusammengekommen ist diese Summe durch Spenden von Einzelpersonen, mit Hilfe der politischen Gemeinde sowie des Lions Clubs. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten sahen sich die vier Frauen an. „Die Mauern stehen“, freut sich, zurück in Ostbevern, Margret Dieckmann-Nardmann. Das Dach und die Fenster seien die nächsten Schritte. „Die Fertigstellung hängt von der Finanzierung ab“, erklärt sie weiter. Der Ostbeverner Verein ist zur Zeit der einzige finanzielle Förderer. „Wenn das Haus erst fertig ist, ist es eine echt Perspektive für die Jugendlichen“, sagt Maria Ortwerth.

Betroffen waren die Frauen von den Gegebenheiten dort. „Das Bild, das ich von der Armut in Afrika hatte, hat sich bestätigt“, sagt Hildegard Schule-Thörner. „Es ist unglaublich, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben.“

Das zeigte sich auch bei der Besichtigung des Witwenprojekts im Grenzbereich zum Kongo, das Margret Dieckmann-Nardmann für das Frauenmissionswerk begleitet. Dort wird momentan der Bau von Häusern für die Frauen geplant und umgesetzt.

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