Aus der Hecke
Vom Schneiden und Stechen

Ostbevern -

In diesem Jahr sind augenscheinlich viele Zecken unterwegs. Gerade wenn der zweite Schnitt der Hecke ansteht, sollten Gartenenthusiasten, wie auch alle anderen die gerne in der Natur unterwegs sind, einiges beachten.

Mittwoch, 21.06.2017, 07:06 Uhr

 
  Foto: colourbox.com

Am Samstag (24. Juni) ist Johannistag. Der Tag, der unter anderem auch als Stichtag gilt, um den zweiten Schnitt an der heimischen Hecke vorzunehmen – den Sommerschnitt. Doch neben vielen Blättern und Geäst lauern auch Zecken in der Hecke. Der Informationsdienst zecken.de klärt auf, das weltweit bis heute über 900 verschiedene Zeckenarten bekannt sind. In unseren Breiten ist der Gemeine Holzbock die am häufigsten vorkommende Art. Das Problem bei den Blutsaugern: sie können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter Borreliose-Bakterien oder auch FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Viren. Wie man die kleinen Plagegeister am besten los wird, erklärt Apotheker Matthias Bröker, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Warendorf (AltkreisWarendorf) aus Ostbevern dem Redakteur Sebastian Rohling :

Zange, Karte, Pinzette: Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Bröker: Es gibt eine große Anzahl an Hilfsmitteln, um eine Zecke zu entfernen. Ich bevorzuge eine sehr spitze und zulaufende Pinzette. Mit ihr kann man sehr dicht über der Haut die Zecke packen. So lässt sie sich mit leichten Lockerungsbewegungen nach links und rechts herausziehen. Wer möchte, kann, wie es oft empfohlen wird, die Zecke nach links oder rechts drehen. Das schadet nicht, nutzt aber auch nichts, da die Zecke kein Gewinde hat.

Was halten Sie davon, die Zecke mit den Fingern zu entfernen?

Bröker: Wer über lange Fingernägel besitzt, kann im Notfall seine Hände benutzen, um eine Zecke zu entfernen. Anders sieht es mit Hausmitteln wie Öl, Klebstoff oder Nagellack aus. Davon rate ich ab. Diese Mittel sollen dafür sorgen, dass die Zecke erstickt und abfällt. In ihrem Todeskampf sondert sie jedoch eine Menge Speichel in die Wunde ab. Auf dieser Weise kann sie die Erreger von Krankheiten erst recht übertragen.

Muss ich die Stelle nach dem Entfernen desinfizieren?

Bröker: Am wichtigsten ist es, die Zecke nicht zu quetschen, damit sie keine Krankheiten überträgt. Wer möchte, kann die Stelle gerne desinfizieren oder eine Wundcreme auftragen. Wichtig ist es, die Einstichstelle in den kommenden zwei bis drei Wochen zu beobachten. Bildet sich in dieser Zeit ein roter Fleck, dann empfehle ich, zum Arzt zu gehen.

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