Eurobahn: Probleme in Ostbevern
Entsetzen über fehlende Rampen

Ostbevern -

Personen mit körperlichen Einschränkungen konnten in Ostbevern bis zur Übernahme des Schienenverkehrs durch die Eurobahn über eine Rampe in den Zug gelangen. Das ist nun nicht mehr möglich. Denn das Unternehmen setzt das Hilfsmittel nach eigener Aussage aus Sicherheitsgründen nicht mehr ein.

Dienstag, 13.03.2018, 20:03 Uhr

Susanne Steinkat (SPD Ostbevern), Rolf Allerdissen, Mike Scheider und Nicole Pizzuti (beide Keolis Eurobahn), Heinz-Josef Zumhasch (SPD Ostbevern), Gunnar Krampe (NWL) sowie Hubertus Hermanns (CDU) und Bürgermeister Wolfgang Annen (v.l.). Nicht im Bild ist Simone Frietsch (SPD).
Susanne Steinkat (SPD Ostbevern), Rolf Allerdissen, Mike Scheider und Nicole Pizzuti (beide Keolis Eurobahn), Heinz-Josef Zumhasch (SPD Ostbevern), Gunnar Krampe (NWL) sowie Hubertus Hermanns (CDU) und Bürgermeister Wolfgang Annen (v.l.). Nicht im Bild ist Simone Frietsch (SPD). Foto: Reinker

Die Wellen schlugen hoch bei diesem Treffen am Bahnhof. Vertreter der Eurobahn, des NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe) und der örtlichen Politik kamen auf Initiative von Rolf Allerdissen zusammen, um das Problem der Barrierefreiheit zu diskutieren. Konnten körperlich eingeschränkte Personen bis zur Übernahme des Schienenverkehrs durch die Eurobahn über eine Rampe in den Zug gelangen, ist das nun nicht mehr möglich. Denn das Unternehmen setzt das Hilfsmittel aus Sicherheitsgründen nicht mehr ein. Für diesen Personenkreis kann die Eurobahn damit die Beförderung nicht aufrechterhalten.

Rolf Allerdissen ist entsetzt. Auch wenn er selbst den Schienenverkehr in dieser Region nicht nutzt, hat ihn ein Fernsehbericht über die Problematik mit der Eurobahn so sehr verärgert, dass der Dresdener Kontakt zum hiesigen SPD-Ortsverband aufnahm. Zurzeit müssen sich Rollstuhlfahrer, wenn sie die Bahn nutzen möchten, diesen Wunsch 48 Stunden vorher anmelden. Und selbst dann ist nicht gewährleistet, dass sie am Zielbahnhof den Zug ohne Hindernisse verlassen können.

Suche nach Lösung

Hat die Westfalenbahn bis zur Abgabe des Streckennetzes die Höhenunterschiede zu den Bahnsteigen mit Rampen ausgeglichen, um Barrierefreiheit zu schaffen, lehnt die Eurobahn dieses ab. Aus Sicherheitsgründen, wie Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti sagt. „Die Rampen bergen ein zu großes Risiko.“ Der Steigungswinkel sei zu groß. Daher suche man jetzt nach einer Lösung.

Die Fertigung von neuen, sonderangefertigten Rampen ist geplant. „Die ganze Prozedur dauert vier bis sechs Monate“, sagte Nicole Pizzuti. „Wir gehen unserer Pflicht nach.“ Mit Kenntnis der Situation habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt, versichert sie.

Für die lange Dauer konnten weder Rolf Allerdissen noch die weiteren Diskussionsteilnehmer aus dem Ort Verständnis aufbringen. „Warum kann man keine Übergangsfristen vereinbaren und das nächste halbe Jahr mit der alten Lösung weitermachen“, wollte Bürgermeister Wolfgang Annen etwa wissen. Für Nicole Pizzuti ist das derzeit nicht möglich. Sie versprach, nach einer Übergangslösung zu suchen. Auch im NWL wird man sich in diesen Tagen mit der Problematik beschäftigen.

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