Fünf Jahre Fairtrade-Gemeinde Ostbevern
Mehr Fairständnis schaffen

Ostbevern -

Am Dienstag wird fünf Jahre Fairtrade-Gemeinde Ostbevern gefeiert. Im besonderen Fokus stehen dann auch die örtlichen Schulen.

Sonntag, 08.07.2018, 07:00 Uhr

Für die Schulen in der Bevergemeinde ist der Fairtrade-Gedanke weit mehr, als „nur“ ein Siegel zu erhalten.
Für die Schulen in der Bevergemeinde ist der Fairtrade-Gedanke weit mehr, als „nur“ ein Siegel zu erhalten. Foto: nn

Fair, ein Wort, dass nicht nur in Zeiten von Fußball von immer größerer Bedeutung wird. Denn wie beim Sport sollte es auch im zwischenmenschlichen, im sozialen wie auch wirtschaftlichen Bereich immer fair zugehen. Da sich aber bekanntlich die Geister gerne scheiden, gibt es Siegel, die einen Rahmen dafür geben, was fair ist – und was eben nicht.

Das Logo von Fairtrade ist eines des bekanntesten in diesem Kontext. Und es schmückt seit nunmehr fünf Jahren auch die Gemeinde Ostbevern. „Wir feiern am Dienstag, dass wir seit fünf Jahren Fairtrade-Gemeinde sind“, freut sich Michaela Weitkamp, Wirtschaftsförderin der Bevergemeinde.

Am Dienstag, 10. Juli, steht aber nicht nur die Verwaltung, sondern alle Institutionen aus der Gemeinde im Mittelpunkt, die sich im besonderen Maße für eine gerechtere Welt einsetzen. Ganz vorne mit dabei: die vier Schulen der Bevergemeinde.

„Wir hier am Gymnasium Johanneum schenken schon seit 15 Jahren fair gehandelten Kaffee aus. Und seit einigen Monaten haben wir auch eine ,Schokoladen-Schublade‘, in der alle Produkte fair gehandelt sind“, nennt Eugen Nardmann , Lehrer an der Loburg, einige Beispiele, wie der Fairtrade-Gedanke am Gymnasium umgesetzt wird. Weiter würde an Elternsprechtagen fairer Kaffee ausgeschenkt und auch im Schulunterricht gebe es immer wieder Einheiten und Projekte, die sich intensiv mit dem globalen Handel auseinandersetzten. „Aktuell stellen wir ein Schulteam zusammen, dass sich noch intensiver mit der Idee einer fairen Schule auseinandersetzen soll“, so der Lehrer, der neben Englisch auch katholische Religion unterrichtet. In dem Team werden Schüler der siebten und achten Klassen sowie Eugen Nardmann und Kollege Jan-Dirk Frönd auch Eltern sein. „Wir würden uns freuen, wenn gerade aus Richtung Elternschaft noch mehr in dem Team mitwirken würden“, so Frönd. Aber auch sonst würde an der Loburg das Thema Fairer Handel und Nachhaltigkeit immer wieder im Zentrum von Unterrichtseinheiten und AGs stehen.

Ziel des Gymnasiums ist es, am Ende alle Kriterien für die Kampagne „Fairtrade Schools“ erfüllen zu können und das Siegel verliehen zu bekommen. Ein Schritt, der für die beiden Grundschulleiterinnen derzeit noch weiter Ferne liegt. „Wir machen schon sehr viel in diesem Bereich. Allerdings legen wir das Thema ,Fair‘ anders – weiter aus“, erklärt Andrea Winter von der Ambrosius-Grundschule. „Fair, das fängt für uns im Umgang der Kinder untereinander auf dem Schulhof an“, und bekommt zustimmende Worte von Martina Lamour, Schulleiterin an der Franz-von-Assisi-Schule. „Fairtrade steht ja auch fest im Lehrplan drin, auch wenn es dort nicht immer explizit so genannt wird. Aber Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie ein sorgsamer Umgang mir Ressourcen ist durchaus immer wieder Thema im Unterricht.“ Die beiden Frauen sind sich einig, dass, wenn sie ihre Schüler schon in jungen Jahren für diese Themen sensibilisieren und ihnen vermitteln können, dass wir alle gemeinsam auf diesem Planeten koexistieren, dann kommt das Verständnis für fair gehandelte Produkte am Ende von ganz allein. „Nur mit fairen Produkten ist es am Ende ja nicht getan. Saisonal und regional spielen in dem Kontext ja auch eine große Rolle, wie aber auch die Kosten. Faire Produkte kosten nun mal mehr. Da müssen wir nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern Stück für Stück sensibilisieren“, erklärt Martina Lamour. „Und was das Siegel angeht, da hätten wir derzeit gar nicht die Ressourcen, um das alles zu stemmen. Denn wenn wir das Siegel bekommen, dann wollen wir es uns auch richtig verdienen“, ergänzt Andrea Winter.

Ressourcenknappheit ist auch an der Josef-Annegarn-Schule (JAS) Thema. „Wir machen ja eigentlich recht viel, aber das sind viele einzelne Projekte und Lehreinheiten“, sagt Schulleiter Andreas Behnen. Projekte, wie unter anderem das für die Partnerschule in Burkina Faso, die die JAS unterstützt, vermittelt Schülern, Lehrern wie auch den Eltern ein Gefühl dafür, „dass das System, in dem wir leben noch optimierungsbedürftig ist“, sind sich alle einig.

Das große Fairtrade-Fest findet am Dienstag, 8. Juli, ab 16 Uhr auf dem Kirchplatz statt. Geboten wird ein buntes Programm, rund um das Thema Fair-Trade. Es gibt Aktionen, Meinungsaustausch und Erfahrungsberichte, Wortbeiträge und Grußworte sowie Musik und Tanzeinlagen, unter anderem mit Sandra Pohlmann – „sowie ganz viel Spaß“, kündigen die Organisatoren an.

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