Michael Mombauer verlässt Ostbevern
Geprägt von kurzen Wegen

Ostbevern -

Pfarrer Michael Mombauer die Gemeinde St. Ambrosius verlassen. Bevor er aber nach rund elf Jahren in der Bevergemeinde nach Lünen geht, wird er am Samstag von der Gemeinde verabschiedet. Nach einen Abschiedsgottesdienst geht es im Anschluss in die Aula der Josef-Annegarn-Schule.

Donnerstag, 15.11.2018, 15:58 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 15.11.2018, 15:58 Uhr
Pfarrer Michael Mombauer wird bereits am Mittwoch, 21. November 2018, aus dem Pfarrhaus ausziehen. Zuvor wird es am Samstag, 17. November, aber noch einen Abschiedsgottesdienst samt anschließendem Empfang geben.
Pfarrer Michael Mombauer wird bereits am Mittwoch, 21. November 2018, aus dem Pfarrhaus ausziehen. Zuvor wird es am Samstag, 17. November, aber noch einen Abschiedsgottesdienst samt anschließendem Empfang geben. Foto: Sebastian Rohling

Auf einmal ging dann doch alles sehr schnell. Erst im Frühjahr hatte Michael Mombauer Weihbischof Dr. Stefan Zekorn im Rahmen eines Perspektivgespräches mitgeteilt, dass er sich vorstellen könne, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen. „Aber wenn, dann zeitnah, und nicht erst kurz vor meinem Ruhestand. Denn wenn, dann will ich es auch richtig angehen“, sagt der 53-Jährige. „Dass ich dann aber noch im gleichen Jahr umziehen würde, das hätte ich wahrlich nicht gedacht und war echt überrascht, als Bischof Dr. Felix Genn anrief und mir mitteilte, dass ich noch vor dem Jahresende nach Lünen wechseln würde.“

In Kürze ist es bereits soweit. Am Samstag, 17. November, findet um 18 Uhr der Abschlussgottesdienst mit anschließenden Reden in der St. Ambrosius-Kirche statt. Dann geht es in die Aula der Josef-Annegarn-Schule, wo sich jeder noch einmal persönlich von Michael Mombauer verabschieden kann. „Ich habe das Bedauern um meinen Fortgang echt unterschätzt. Es freut mich aber, dass meine Leitung nicht nur so deutlich, sondern auch so wohlwollend wahrgenommen worden ist.“

Die ersten Jahre waren für ihn nicht immer einfach, auch wenn er von der Gemeinde mit offenen Armen empfangen worden war. So habe es unter anderem Differenzen im Umgang mit den Missbrauchsanschuldigungen gegeben, die auch die Gemeinde Ostbevern im Jahr 2009 beschäftigten, und die der Geistliche offen und direkt ansprach. Auch die Zeit, in der die Kirche die Trägerschaft der Kita im Brock abgegeben habe sowie die Fusion von Herz-Jesu und St. Ambrosius habe er sehr kontrovers erlebt. Und doch sagt er heute, dass er mit viel Dankbarkeit auf die vergangenen elf Jahre zurückblicke. „Ich habe in und von dieser Gemeinde immer sehr viel Vertrauen bekommen. Diese Tatsache und getragen von einem tollen Team, konnte ich so immer die Rolle des Ermöglichers einnehmen“, blickt Michael Mombauer zurück. Dabei habe ihm auch das gute Verhältnis zwischen Kirchengemeinde und Politik geholfen, das geprägt sei von kurzen Wegen.

Mombauer ist sich bewusst, dass er eine sehr engagierte und aktive Gemeinde verlässt. Keine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit. Fest macht er diese Behauptung unter anderem daran, dass in den vergangenen Jahren viel rund um die Pfarrcaritas geschehen sei, die sich mittlerweile auf fünf Säulen stützt, worin und darin die verschiedenen Hilfsangebote gebündelt werden. „In der Gemeinde sind rund 1000 Ehrenamtliche aktiv – längst nicht nur in der Pfarrcaritas. Das ist etwas sehr Schönes, und auch Besonderes, wenn man bedenkt, wie viele Einwohner die Gemeinde hat“, berichtet Mombauer stolz, der auch lobt, dass die Menschen in Ostbevern durchaus offen für Neues seien und auch andere Argumente nicht gleich abschmetterten. „Zuletzt sorgte diese offene und anpackende Art der Gemeindemitglieder dafür, dass sich die Gemeinde ,Öko-Faire-Kirchengemeinde‘ ( WN berichteten) nennen darf – als eine der ersten im Bistum überhaupt.“

Die Einführung in seine neue Gemeine in Lünen ist am Sonntag, 2. Dezember. Dann wird er auch erstmal einen klaren Schnitt machen. „Ich tue das aus Rücksicht auf meinen Nachfolger und auf die Gemeinde. Klar werde ich private Kontakte weiter pflegen, aber ich würde zum Beispiel keine goldene Hochzeit oder Beerdigung in der Gemeinde annehmen.“ Was später einmal ist, lässt er aber offen.

Sicher ist derweil, dass Pfarrer Daniel Kostowski, der erst in diesem Jahr zur Unterstützung seines Amtskollegen in die Gemeinde gekommen ist, nicht alleine bleiben wird. Auf WN-Nachfrage beim Bistum Münster heißt es: „Die Stelle eines leitenden Pfarrers von St. Ambrosius Ostbevern soll in vollem Umfang nachbesetzt werden. Das Verfahren läuft noch, daher können wir derzeit keine weiteren Informationen geben. Wenn es eine Entscheidung gibt, werden wir diese kommunizieren“, so Anke Lucht, stellvertretende Pressesprecherin des Bistums.

Damit die Nachfolge nicht nur schnell, sondern auch möglichst reibungslos vonstatten geht, hat Michael Mombauer nicht nur seine Habseligkeiten ausgemistet und seine Koffer gepackt – der Umzugswagen kommt am Mittwoch, 21. November –, er hat auch schon eine Übergabe formuliert. „Ich habe versucht, möglichst alle relevanten Informationen über die Gemeinde zusammenzufassen, damit mein Nachfolger möglichst schnell in Ostbevern ankommt. Aber mit Blick auf Pfarrer Daniel Kostowski, die Mitarbeiter in der Gemeinde sowie den Kirchenvorstand und die vielen aktiven Gemeindemitglieder mache ich mir darum eigentlich keine Sorgen.“ Damit bleibt Pfarrer Michael Mombauer auch über seinen Weggang hinweg seiner Ermöglicher-Rolle in der Gemeinde treu, indem er eben diesen reibungslosen Übergang in der Gemeinde ermöglicht – einer Gemeinde, die ihm viel in den vergangenen Jahren geben konnte, aber nicht weniger empfangen durfte.

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