Ostbeverner seit 50 Jahren auf den Wochenmärkten
Klönen und Kartoffeln

Ostbevern -

Peter Holkenbrink erzeugt nicht nur Kartoffeln, er kennt auch deren Geschmack, weiß Rezepte und bietet seine Knollen den Verbrauchern direkt an. Seit 50 Jahren steht die Familie Holkenbrink auf den Wochenmärkten der Region – donnerstags auch in der Bevergemeinde.

Donnerstag, 27.12.2018, 18:00 Uhr
Entertainer und Kartoffelverkäufer: Peter Holkenbrink hinter seinem Marktstand. Der Ostbeverner hat nicht nur erntefrische Ware aus eigenem Anbau im Angebot, sondern auch gute Tipps und passende Rezepte parat.
Entertainer und Kartoffelverkäufer: Peter Holkenbrink hinter seinem Marktstand. Der Ostbeverner hat nicht nur erntefrische Ware aus eigenem Anbau im Angebot, sondern auch gute Tipps und passende Rezepte parat. Foto: Pohlkamp

Er unterhält, berät, gibt Tipps und gestaltet so manches Festessen rund um die Kartoffel mit: Peter Holkenbrink erzeugt nicht nur von Ostbevern aus Kartoffeln, er kennt deren Geschmack, weiß Rezepte und bietet seine Knollen den Verbrauchern direkt an. Seit 50 Jahren steht die Familie Holkenbrink auf den Wochenmärkten der Region, und donnerstags auch in der Bevergemeinde – Woche für Woche. Die Kartoffeln aus Ostbevern sind sein Markenzeichen. Sie werden verantwortungsvoll und mit viel Liebe kontrolliert angebaut, geerntet und für den Verkauf vorbereitet: „Allesamt selbst gemacht und ohne irgendwelche Konservierungsmittel“, sagt der dynamische Unternehmer und ist stolz auf die Familientradition, die er von seinem Vater Antonius, der seit 1968 den Wochenmarkt beschickt, übernommen hat. Das war vor 23 Jahren. Seitdem fahren sie gemeinsam zu den Wochenmärkten nach Münster.

Mit außergewöhnlicher Leidenschaft, hoher Konzentration, Professionalität und Freude bieten die Ostbeverner ihren Kunden diese Nahrungsmittel an. Peter Holkenbrink ist eine feste Größe auf dem Marktstand 313. Wenn er morgens um 6 Uhr auf dem Wochenmarkt seine 25 Sorten ausgebreitet und mit Preisschildern versehen hat, treffen bereits die erste Kunden ein: viele Stammkunden, die er alle kennt, mit Namen anspricht und denen er die Wünsche von den Augen abliest. Wer es nicht glaubt, sollte ihn mal erleben. Am besten an einem Samstag. Es ist Unterhaltung pur. Viele Kunden freuen sich, wenn der Ostbeverner, der einst im Reitsport erfolgreich war, mit ihnen klönt: „Meine Motivation ist das Bedürfnis, zu wissen, wer die Kartoffeln kauft und was damit passiert“, sagt der Ostbeverner. „Wir tauschen auch Rezepte aus. Ich erzähle sie wie andere Witze“, strahlt der Kartoffelexperte, während er unter einem breiten Hut hervorschaut.

Woher kommen nun die Namen seiner 25 Sorten? „Von den Züchtern“, so Peter Holkenbrink. Die Namen der hochwertigen Speisekartoffeln sind weiblich, sehr individuell und einzigartig. Sie sind auf den einfachen Preistafeln zu lesen: Freya, Gunda, Annabelle, Glorietta, Valery, Sieglinde, Laura, blaue Anneliese, Linda, Renate und auch Gunda. „Alle meine Sorten unterscheiden sich in Aussehen, Beschaffenheit und Geschmack voneinander.“

Die Bilanz seiner Kartoffelernte in diesem Jahr fällt gerade wegen des regenlosen Sommers positiv aus: „Sie war hervorragend und die Qualität herausragend,“ schwärmt Peter Holkenbrink. Er liefert die Begründung gleich mit: „Unsere hochwertigen Speisekartoffeln konnten auf Sandboden bestens gedeihen. Die Pflanzen lieben die Sonne und die Wärme. Während der regenarmen Zeit habe ich meine Pflanzen nachts gewässert. Das führte schließlich zu dem positiven Ergebnis.“

Die Kartoffeln sind bei Holkenbrinks auch nicht teurer geworden. „Auf dem Wochenmarkt gelten andere Spielregeln als etwa in den Supermärkten. Die Preise liegen zwischen 2,50 Euro für ein Kilogramm und fünf Euro für fünf Pfund. Der Kunde weiß, was er für sein Geld bekommt“, sagt jemand, der den Wert seiner Kartoffeln kennt.

Ein Kunde aus Tirol, Bildhauer in Münster, kommt zum Stand. Er hat sich in „Sieglinde“ verliebt und lobt diese Sorte: „Sie ist perfekt als Salatkartoffel.“ So nebenbei erfahren wir, dass er Bildhauer ist und plant, sich im kommenden Jahr an der 79. Krippenausstellung in Telgte zu beteiligen.

Und was ist Peter Holkenbrinks liebste Kartoffel? „Es ist die Laura, eine Allroundkartoffel unter 25 Stars mit tiefgelber Farbe, kräftig im Geschmack, saugt die Soße auf und wird gerne mit Wildgulasch kombiniert“, erzählt er. Die „Laura“ ist übrigens eine Ganzjahreskartoffel, so der Fachmann.

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