Ostbevern begrüßt zwei Festredner
Den Alltag und seine Stärken genießen

Ostbevern -

Pfarrer Axel-Maria Kraus und Johann Lafer sind die Festredner des Neujahrsempfangs der Gemeinde Ostbevern.

Montag, 14.01.2019, 12:16 Uhr
Pfarrer Axel-Maria Kraus war der erste Festredner des Vormittags.
Pfarrer Axel-Maria Kraus war der erste Festredner des Vormittags. Foto: Sebastian Rohling

Die Gäste des Neujahresempfang konnten gleich zwei besondere Referenten genießen.

Den Auftakt machte Pfarrer Axel-Maria Kraus. Sein „Wort zum Sonntag“ war überschrieben mit „Wünsche, die nie altern“. Dabei legte der Geistliche, der der Vereinigung der „German Speaker“ angehört, einen besonderen Fokus darauf, die Menschen dazu zu animieren, dass sie endlich ihren „preußischen Untertanengeist“ ablegen. „Jeder spielt eine Rolle. Die Frage ist nur, wer schreibt das Drehbuch“, fragte er den Saal, um später anzumerken, dass es drei Gruppen von Menschen gebe: Die, die Geschichten von damals erzählten, die, die alles kommentierten aber nie mit anpackten, und die Gestalter. „Gestalten sie ihre eigenes Leben. Seien sie spitze in dem, was sie können, und setzen sie sich keine Grenzen“, motivierte er dazu, anzupacken und mitzumachen.

Als Hauptredner konnten sich die Anwesenden auf den aus den Medien bekannten Koch Johann Lafer freuen. „Ein Leben für den guten Geschmack“, lautete der Titel seines Vortrags, bei dem er auch seinen Lebenslauf und sein bisheriges Wirken vorstellte. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wichtig sei, sich seiner Wurzeln, in seinem Fall seiner Herkunft und seines Geschmacksempfindens, bewusst zu sein. „Geschmack wird anerzogen. Es liegt an den Eltern, wie ihre Kinder werden, nicht an den Kindern.“ Er ermutigte dazu, dem Nachwuchs kulinarisch durchaus etwas zuzumuten und ihn an Gemüse und Obst, und weg von Zusatzstoffen und Co., heranzuführen. „Nur mal ein Beispiel. Für eine Schulkantine haben wir ein Umfrage gemacht, was die Kinder essen wollen. Auf Platz zwei. Nudeln mit Hackfleisch. Auf Platz 52 Spaghetti Bolognese“, brachte er das Publikum zum Lachen und sorgte zugleich für Überraschung.

Ein Spiel, das er und Axel-Maria Kraus mit ihren Anekdoten und Gedankenspielen insgesamt sehr gut beherrschten. Brachten sie ihr Publikum einerseits immer wieder zum Lachen, andererseits konnten sie den Saal mit nur wenigen Worten wieder ganz still werden lassen – die Anwesenden mit ihren Impulsen zum Nachdenken über ihr eigenes Handeln anregen.

Lafer führte sein Kantinenbeispiel weiter aus: „Und das Schlimmste, was ich erleben musste, war, dass, auch wenn eine vollwertige Mahlzeit nur 3,20 Euro und ein frisches Pizzabrötchen 0,60 Euro kosten, sich viele Kinder kein Mittagessen leisten können.“ Dabei sei es wichtig, dass bei acht und mehr Schulstunden sowie anderen Aktivitäten die Kinder vernünftig essen würden, um leistungsfähig zu bleiben.

„Wir müssen uns selbst Ziele setzen, und nicht setzen lassen“, nahm Lafer das Thema seines Vorredners auf. „Und dazu gehört auch, sich zu hinterfragen, warum das Motoröl für das Auto 20 Euro und mehr kosten darf, das Öl für die Küche aber nur wenige Euro.“ Denn niemand könne, wenn seine Zeit schlage, etwas mitnehmen. Aber jeder habe die Chance, bis dahin sein Leben zu gestalten.

Bürgermeister Wolfgang Annen betonte, dass der Empfang ohne die Unterstützung des Zahnhauses Läkamp, das die Ausrichtung finanziell unterstützte, nicht möglich gewesen sei.

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