Ostbevern erhält Fördermittel
Natürliche Inspirationsquellen

Ostbevern -

Die Gemeinde Ostbevern hat sich im Sommer 2017 gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) mit dem Projekt „Ostbevern bioinspirativ“ um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ (BULE) beworben – und nun eine Zusage erhalten.

Freitag, 08.02.2019, 20:00 Uhr
Hugo Langner (künstlerische Begleitung), Hubertus Stegemann (Gemeindeverwaltung), Wolfgang Annen (Bürgermeister), Irmgard Lobermann (AFO WWU), Nina Nolte (AFO WWU), Hildegard Leinkenjost (Gemeindeverwaltung), Dr. Wilhelm Bauhus (AFO WWU), Lena Wobido (AFO WWU) (v.l.) und Ulrike Jasper (Gemeindeverwaltung – nicht auf dem Foto) sind verantwortlich für die Umsetzung des Projektes „Bioinspirativ“.
Hugo Langner (künstlerische Begleitung), Hubertus Stegemann (Gemeindeverwaltung), Wolfgang Annen (Bürgermeister), Irmgard Lobermann (AFO WWU), Nina Nolte (AFO WWU), Hildegard Leinkenjost (Gemeindeverwaltung), Dr. Wilhelm Bauhus (AFO WWU), Lena Wobido (AFO WWU) (v.l.) und Ulrike Jasper (Gemeindeverwaltung – nicht auf dem Foto) sind verantwortlich für die Umsetzung des Projektes „Bioinspirativ“. Foto: Rohling, dpa

Dass in der Bevergemeinde immer viel los ist, das sollte sich vor Ort rumgesprochen haben. Der gute Ruf ist mittlerweile sogar bis nach Münster geeilt und durch die Flure der Universität gehallt.

Was blumig klingt, ist in der Realität etwas komplizierter und verklausuliert – aber im Kern stimmt‘s. Denn die Gemeinde hat sich im Sommer 2017 gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) mit dem Projekt „Ostbevern bioinspirativ“ um Fördermittel aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) beworben – und eine Zusage erhalten. Konkret geht es um rund 85 000 Euro, die die Gemeinde aus dem Förderprogramm zur Durchführung eines Modell- und Demonstrationsvorhabens unter dem Titel „LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“ erhält. Aufgestockt um den Eigenanteil von rund 15 000 Euro durch WWU. Der Förderzeitraum beträgt zwei Jahre. Ziel ist es, dass das Engagement aus Bürgerschaft und Vereinen mit dem von Wissenschaftlern gekoppelt und so am Ende das Bewusstsein für Natur und Umwelt sowie das Wissen darüber geschärft wird.

„Wir waren ja schon 2012 zum ,Multitalent BEVER‘ hier im Rahmen einer Expedition Münsterland“, erinnert sich Dr. Wilhelm Bauhus , Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) an der WWU. „Aus dem Aktionstag ist eine intensive und fruchtbare Zusammenarbeit entstanden. Zuletzt zu sehen im Rahmen der Renaturierung.“ der Bever (WN berichteten) Als Gastgeschenk überreichte er dem Bürgermeister Ostbeverns das erste Wasserstoffbetriebene (Model-)Auto, hatte er doch gehört, dass sich die Gemeinde sehr für diese Zukunftstechnologie interessiere und engagiere. „Vielen Dank“, entgegnete Bürgermeister Wolfgang Annen . „Dann können wir ja schon mal üben, bis dann hoffentlich Ende des Sommers das große Pendant auf unserem Hof steht.“

Bioinspirationsveranstaltungen gibt es an der WWU schon lange und weiten dort in erster Linie für Studierende den Blick auf Millionen Jahre alte, bewährte Prinzipien und eröffnen Möglichkeiten, sie auf heutige Situationen zu übertragen. Das soll sich aber nun ändern.

Dass Projekt in Ostbevern gehört mit zu den größten in ganz Deutschland. „Es werden, glaube ich, nur 17 Projekt gefördert. Beworben haben sich rund 1000. Das freut uns ungemein“, sagte Annen bei der Auftaktveranstaltung. „Wir haben auch Partnergemeinden in ganz Deutschland, die auf unsere Erfahrungen zurückgreifen wollen und in einen langfristigen Erfahrungsaustausch mit uns treten wollen.“

Erste Projekte sind schon angedacht und angestoßen. „Am Anfang steht ein Workshop. Unter dem Motto ,Bioinspirativ, was ist das denn?‘ wollen wir die Bevölkerung mobilisieren, sich aktiv in einen Landschafts- und Kulturgestaltungsprozess einzubringen“, freut sich Bauhus schon auf den ersten Termin. Es folgen Events und Module rund ums Essen von Unkräutern oder Fotoseminare. Es werden Tafeln von Landschaftsmalerei aufgestellt, ein dörfliches Festival von Kunst, Kultur und Wissenschaft ist geplant sowie ein Modul rund um den Löwenzahn. „Die Reifenfirma Continental hat erste Reifen auf Basis von Löwenzahn hergestellt. Ich bin derzeit dabei zu arrangieren, dass zu unserem Thementag auch jemand von denen zu uns kommt“, nennt Annen nur einen von vielen Verwendungszwecken der nicht bei jedem sehr beliebten Pflanze, mit der sich auch kulinarisch und künstlerisch auseinandergesetzt werden soll. Zudem gibt es noch viele weitere Themen und Module, auf die sich alle freuen können. Das große Ziel für Dr. Wilhelm Bauhus ist indes klar: „Der Biber kommt im Wappen und im Namen von Gewässer und Gemeinde vor. Jetzt wird es Zeit, das Tier selbst nach Hause zu holen.“ Entsprechend wird es auch eine Expedition in mögliche, künftige Biberhabitate geben.

 

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